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Sport Wintersport
10/14/2012

Die Angst vor einem späten Winter

Noch nie schneite es dem Rennlauf so viele Rätsel und Geldsorgen ins Haus wie vor der bevorstehenden WM-Saison.

von Wolfgang Winheim

Nach außen hin ist alles gut. Die Konflikte im WM-Ort Schladming zwischen den steirischen Platzhirschen und dem österreichischen Skiverband seien, so wird versichert, weitgehend beigelegt. Doch ehe es im Februar zu der von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel angekündigten "besten Weltmeisterschaft" kommt, stehen Rennlauf und Industrie noch die härteste Herausforderungen auf Piste und finanzieller Ebene bevor.

In den Fabriken wird gebetet, dass der weiße Segen von oben heuer rechtzeitig erfolgt. Ein später Winterbeginn wie im Vorjahr, als im US-Nobelort Vail die Lifte gar erst am 22. Jänner aufsperrten, hätte auch für den Rennlauf schwerwiegende Folgen. Schon jetzt ringen namhafte Firmen um ihre Existenz. Selbst beim Serien-Markenweltcupsieger Ato­mic musste das Rennbudget um zehn Prozent gekürzt werden. Rivale Head, der heuer die Nummer 1-Position in der Weltcup-Firmenwertung übernahm, leistet sich weiterhin mit Lindsey Vonn, Maria Höfl-Riesch, Bode Miller, Ted Ligety, Aksel Lund-Svindal und Neuerwerbung Beat Feuz den teuersten alpinen Rennstall, schraubte dagegen bei Freestyle und Skicross die Investitionen völlig zurück.

Atomic und Head sind auch jene Firmen, die bei der Materialreform die unterschiedlichsten Positionen einnehmen.

Während Atomic-Vizepräsident Rupert Huber so wie ÖSV-Sportdirektor Hans Pum den Trend zum längeren, schmäleren Ski verteidigt, bezweifelt Head-Rennchef Rainer Salzgeber, dass es dadurch zu weniger Verletzungen kommen werde. "Ted Ligety sagt, dass er nicht so wie bisher vor einem Rennen drei Mal Einfahren kann, weil er sonst schon am Start müde wäre." Und wenn man müde sei, folgert Salzgeber, dann steige automatisch das Risiko.

Während sich im Spezialslalom nichts ändert, betrifft die Materialreform vor allem den Riesenslalom. Also die alpine Basisdisziplin, mit der die Saison am 27. und 28. Oktober auf dem Rettenbachferner oberhalb von Sölden gestartet wird.

Kraftprobe

Einig sind sich Trainer und Läufer unabhängig von ihrer Firmen-Zugehörigkeit, dass selbst für Topathleten die Gletscherluft extrem dünn werden wird. Denn die neuen Skier erfordern noch mehr Kraft als bisher. Enorme Kraftanstrengungen sind auch notwendig, damit das Gletscher-Derby in Anbetracht der hohen Temperaturen überhaupt zustande kommt. Söldens Rennleiter Rainer Gstrein aber versichert, dass man mit der Piste weiter sei als zum gleichen Zeitpunkt in früheren Jahren." Gstrein muss es wissen: Er brachte alle bisherigen 29 Rennen über die Gletscher-Bühne.

Sponsor: Spar steigt beim ÖSV ein

Spar was g’scheit’s! Am Montag wird die Kooperation zwischen der Lebensmittelkette Spar und dem österreichischen Skiverband bekanntgegeben. Mirjam Weichselbraun ist das Gesicht der TV-Kampagne, die Moderatorin aus Tirol wird mit den Ski-Stars in den Werbespots zu sehen sein.

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