Sport | Wintersport
20.01.2012

Der "wilde Hund" Cuche ist Favorit

Neben dem baldigen Renn-Pensionär haben auch die Schweizer Feuz und Defago gute Chancen auf den Abfahrtssieg.

Wenn Didier Cuche die Atmosphäre in Kitzbühel beschreibt, dann spricht er von der "verrückten Luft" in der Gamsstadt. Am Samstag (11.30 Uhr) wird der Schweizer diese Luft zum letzten Mal als aktiver Skirennfahrer inhalieren, Cuche geht als Favorit Nummer eins in seine Abschluss-Abfahrt über die Streif. Fährt der 37-Jährige auf seiner Lieblingsstrecke zum fünften Mal nach 1998, 2008, 2010 und 2011 auf Platz eins, dann würde er Franz Klammer hinter sich lassen und sich zum alleinigen "König von Kitzbühel" krönen.

"Ich habe nicht das Gefühl, dass ich gewinnen muss. Ich darf noch einen Sieg holen, ich darf den Rekord aufstellen. Ich werde versuchen, eine freche Linie zu fahren. Dann werde ich die Ziellinie überqueren und schauen, ob es grün aufleuchtet oder nicht", zeigte sich Cuche gelassen. Klammers Rekord würde er natürlich liebend gerne knacken. "Aber auch wenn es bei vier Siegen bleibt, werde ich weiter stolz sein. Dann werde ich mit Franz gemeinsam warten, bis einer fünf Siege hat."

Die österreichischen Hoffnungsträger

Klaus Kröll, Mario Scheiber und Hannes Reichelt sind die großen Hoffnungsträger auf einen rot-weiß-roten Sieg. Und damit den ersten seit Michael Walchhofer 2006. Kröll, weil er in den Trainings Erster und Zweiter war. Scheiber, weil er in seinen drei Kitzbühel-Abfahrten dreimal unter die Top-Vier kam. Und Reichelt, weil er zuletzt in Wengen als Zweiter tolle Form bewies. Der Steirer Kröll ist zudem heiß auf einen Abfahrts-Sieg in Kitzbühel, jenen im Super-G hat er bereits 2009 verbucht.

Was es braucht, um auf der Streif zu siegen. Ein "komplett wilder Hund" sollte man sein – zumindest bezeichnet Hannes Reichelt seinen Konkurrenten Didier Cuche als solchen und attestiert dem Schweizer auch genial Sprungfähigkeiten und, wenig überraschend, große Routine.

Auch Feuz und Defago sind brandgefährlich

"Cuche ist der große Favorit" sagt Österreichs Herren-Rennsportleiter Mathias Berthold  Wir haben einige, die ganz gut fahren können, aber gewinnen ist noch einmal was anderes." Doch Cuche ist nicht der einzige Schweizer mit Siegeschancen. Auch Didier Defago, den Kitz-Sieger von 2009 und Wengen-Triumphator Beat Feuz sollte man auf der Rechnung haben.

Fraglich ist aber natürlich, ob das Wetter ein faires bzw. überhaupt ein Rennen zulässt. "Es hängt da herunter halt auch immer viel mit dem Wetterbericht zusammen", weiß Kröll, der sich in den zwei Zeitläufen ans Limit herangetastet hat. Kröll fürchtet, dass die Abfahrt ein Fahrnummern-Rennen werden könnte. In diesem Fall sähe Kröll Beat Feuz in der Favoritenrolle.

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