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Sport Wintersport
03/04/2012

Der Bart als Play-off-Ritual

Linz empfängt die Capitals zur Entscheidung im Viertelfinale. Die Verlierer dürfen zum Rasierer greifen.

von Peter Karlik

Wenn heute um 17.30 Uhr (live ServusTV) in Linz der Puck zum ersten Bully fällt, dann sind die Spieler der Black Wings Linz und der Vienna Capitals bis in die Haarspitzen motiviert.

Der Sieger im siebenten Spiel der Best-of-seven-Serie steigt ins am Dienstag beginnende Semifinale auf. Die Verlierer dürfen nicht nur den Urlaub buchen, sie können auch zum Rasierer greifen. Denn, was in den 80er-Jahren bei den damals sehr erfolgreichen New York Islanders begonnen hat, ist im Eishockey weltweit zur Tradition geworden. Die meisten Eishockey-Profis rasieren sich während eines Play-offs nicht.

Im österreichischen Eishockey hat der Play-off-Bart ebenfalls in den 80er-Jahren zu wachsen begonnen. Österreichs Eishockey-Legende Walter Znenahlik erinnert sich: "Das ist natürlich von den kanadischen Legionären ausgegangen. Aber die Villacher waren die Ersten, bei denen sich alle im Team einen Bart wachsen haben lassen."

Es soll aber noch ganz andere Traditionen geben. Manche Spieler wechseln ihre Unterwäsche im Play-off nicht. Capitals-Verteidiger Philippe Lakos sagt lachend: "Das kann ich mir schon vorstellen. Es würde aber niemand zugeben." Der 31-Jährige hat sich seinen "Peter-Rapp-Bart" schon vor dem Viertelfinale wachsen lassen. "Die Qualifikationsrunde war für uns genauso wichtig." Seither wird nur der Oberlippenbart gekürzt. "Sonst bleibt mir das Essen hängen." Die Form seines Bartes hatte er zuletzt in der Meistersaison 2005. "Das ist eine gute Erinnerung. Aber damals habe ich auch noch blond gefärbte Haare gehabt. Das kann ich mir mit 31 Jahren jetzt nicht mehr leisten", sagt Lakos.

Erinnerung

Sein Bruder André rasiert sich nur am Kinn und hat eine kaiserartigen Bartform. "Ich habe das schon einmal so gemacht. Es war eine sehr erfolgreiche Saison. Mehr sage ich nicht." Tormann Sebastian Stefaniszin war bisher mit Play-off-Bärten nicht vertraut. Der 24-Jährige sagt: "Ich habe gehört, dass man nach Siegen die Haare ein wenig stutzen darf." In der Maske sollte sich jedenfalls nichts verhängen.

Bei den Capitals fällt auf, dass vor allem die Verteidiger besonders dichten Bartwuchs haben. Reinhold Knoll vom Institut für Soziologie der Universität Wien erklärt die Symbolik: "Der Bart ist ein uraltes Zeichen von Männlichkeit, ein Zeichen von Kraft und Stärke."

Auch, wenn all das Haarspaltereien sind, einen psychologischen Vorteil haben die Wiener nach zwei Siegen in Folge. "Linz ist eine sehr gute Mannschaft und steht sicher mehr unter Druck als wir", glaubt Philippe Lakos.

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