Der Angstschweiß in der Eiszeit

Die Capitals müssen um die Play-offs bangen. Der Gang in die Qualifikationsrunde scheint sicher.

In zwanzig Minuten war alles dahin. Vier Gegentore im Schlussdrittel besiegelten am Sonntag die 4:5-Schlappe der Capitals gegen Laibach. "Bis dahin war das unsere beste Saisonleistung", trauert Coach Tommy Samuelsson den zwei Punkten im so wichtigen Spiel um Platz sechs gegen die Slowenen nach. Der Schwede, mit dem die Capitals langfristig planen, sitzt bei den Wienern fest im Sattel. "Ich rede viel mit den Spielern", sagt Sportchef Martin Platzer. "Alle sagen, dass er eine super Arbeit macht." Auch Platzer wirkt etwas ratlos. Der KURIER analysiert die aktuelle sportliche Misere.

Legionäre
Wenn man kaum österreichische Leistungsträger hat, weil man sein Team auf Legionären aufbaut, dann sollten zumindest diese überzeugen. Gegen Laibach präsentierten sich wieder einmal nur Fortier, Gratton und Lupaschuk solide. Ferland muss zulegen, Robinson schadet dem Team mit seiner risikofreudigen Spielweise und viel zu vielen Puckverlusten. Rodman, Casparsson und Bjornlie sind Schatten ihrer selbst. Und Kavanagh? Ein stürmender Legionär, der in 19 Partien zwei Treffer erzielt, ist untragbar.

Kadergestaltung
Fünf englisch-sprachige Nordamerikaner (2x USA, 3x Kan), drei Frankokanadier, dazu die Österreicher, zwei Schweden und ein schwedischer Trainer. Die Capitals sind ein bunter Haufen. Ist das der Grund, warum sie nicht immer den Eindruck eines eingeschweißten Teams hinterlassen? "Es gibt zwei oder drei Außenseiter im Team", gesteht Sportchef Martin Platzer. "Gruppenbildungen gibt es aber nicht. Auch die Frankokanadier sprechen in der Kabine nur englisch." Andere und erfolgreiche Teams (z.B. Linz, KAC) fahren hier aber eine klarere Linie. Das sollte man zumindest bei der Kaderplanung für die nächste Saison bedenken.

Spielglück
Fehlendes Glück wird von allen Verantwortlichen als Mitgrund für die Misere angeführt. Auch nach dem 4:5 gegen Laibach, als die Slowenen durch abgefälschte Schüsse zum Erfolg gekommen waren. Ganz so leicht darf man es sich aber nicht machen. Weil sie den Puck oft ins Tor tragen wollen, sind die Wiener schon oft in Schönheit gestorben. Das war schon unter Ex-Trainer Gaudet so.

Fazit: Glück muss man erzwingen. Und das geht im Eishockey nur, wenn man vor dem eigenen und dem gegnerischen Tor bedingungslos agiert.

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( Kurier ) Erstellt am 02.01.2012