Sport | Wintersport
19.01.2012

Das Yukon-Protokoll

Kurz und prägnant: Pascal Sperger notiert Eindrücke, Emotionen und Erlebnisse aus dem eisigen Norden.

Vom 12. bis zum 19. Jänner findet die Fulda Challenge im Yukon Territorium in Kanada statt. Pascal Sperger ist für den KURIER vor Ort, um über den Wettkampf zu berichten. Die arktischen Temperaturen strapazieren Akkus, Laptops und Kameras. Und nicht immer gibt es im menschenleeren Yukon eine funktionierende Internetverbindung. Spontane Eindrücke, Emotionen und Erlebnisse übermittelt er deshalb per SMS. Solange er und das Gerät die Kälte überstehen ...

19. Jänner, 14:23 Uhr: Bin zurück in Wien. Erschöpft, aber irgendwie elektrisiert. Was für eine ereignisreiche, angstrengende Woche. Die Fulda Challenge endet wie sie begonnen hat. Mit einer Taxifahrt.

18. Jänner, 14:25 Uhr: Sitze mit Kollege Christian Seidl von der Autorevue im "Milestone 707" am Flughafen in Vancouver. Lustig samma.

17. Jänner, 21:56 Uhr: Ich trau meinen Augen und Ohren nicht. "The Legend" Hans Joachim Stuck siegt einen Ballermann-Schlager. Und tanzt dazu.

17, Jänner, 21:43 Uhr: Siegerehrung: Team Kanada gewinnt vor Diel + Lang und den Schweizern. Angie und Martin landen auf Platz 4. Respekt!

17. Jänner, 15:23 Uhr: Die letzte Challenge. Jetzt entscheidet sich wer gewinnt.

16. Jänner, 10:28 Uhr: Es hat minus 46 Grad und es geht ein leichter Wind. Handschuhe sind also Pflicht. Aber damit ist es unmöglich den Auslöser der Kamera zu drücken. Hab zwei Fotos gemacht und mich nachher dafür verflucht. Solche Schmerzen in den Fingern hatte ich noch nie. Musste ins Auto rennen und sie am Heizungsgebläse zehn Minuten auftauen.

16. Jänner, 08:30 Uhr: Verdammt, Frühstück verpasst. Gab nur noch Kaffee, oder das was die Kanadier als solchen bezeichnen.

15. Jänner, 13:17 Uhr: Ich wollte gerade mein Sandwich essen. Aber es ist in meinem Rucksack tiefgefroren. Beim Beißen schmerzen die Zähne.

14. Jänner, 19:57 Uhr: Vortrag über Wölfe im Yukon: Ein Rudel, das aus zwei Tieren besteht, reißt mehr Elche als ein Rudel mit 10 Tieren. Schuld daran sind - kaum zu glauben - die Raben. Die Vögel fressen den Wölfen die Beute weg, darum müssen sie öfters jagen.

14. Jänner, 11:56 Uhr: Ich glaub es nicht! Dem Schweizer Angelo Brack hängt schon nach der ersten Runde beim Cross-Country-Skilauf ein Eiszapfen aus dem Mund.

14. Jänner, 08:34 Uhr: Brrr. Eiskalt. In Whitehorse hat es gerade minus 33 Grad.

13. Jänner, 20:12 Uhr: Irgendwie skurril: Ich esse eine Karibu-Wurst in einem Pferdestall. An den Wänden hängen Fotos aus der Wendy.

13. Jänner, 15:00 Uhr: Der 2-Rad-Novize lässt grüßen: Schneemobilfahren sieht leichter aus als es ist. Hab es probiert und bin runtergefallen...

13. Jänner, 11:30 Uhr: Kurz vor der Abfahrt bleibt ein älterer Herr in einem heruntergekommenen 5er BMW neben mir stehen. Er spricht mich an. Wir kommen ins Gespräch. Es stellt sich heraus, er ist Deutscher und heißt Joachim Hoffmann. Vor 50 Jahren zog es ihn von Köln nach Kanada. Der Grund: Fernweh. Seit 30 Jahren lebt er im Yukon. Er redet vom Goldschürfen und zeigt mir seine Nuggets. Selbstverständlich eigenhändig geschürft...

13. Jänner, 07:10 Uhr: In der Lobby geht es zu wie am Basar. Trotz wenig Schlaf ist jeder geschäftig. Autoschlüssel werden verteilt, Athleten schleppen Equipment, Organisatoren koordinieren das Chaos. Schön, man spürt die Vorfreude.

12. Jänner, 20:00 Uhr: Holy Moly! Die Schweizer Teilnehmerin Jelena Maksimovic gibt mir gerade die Wettervorhersage für Sonntag weiter: Minus 43 Grad. Sie bleibt cool. Ich bekomme Gänsehaut, denn am Sonntag werde auch ich im Zelt übernachten...

12. Jänner, 19:57 Uhr: Müde Gesichter und geplagte Körper reihen sich zum letzten Check-In. Die Reise strapaziert. Zum Glück ist der Flug von Vancouver nach Whitehorse vorerst der Letzte. Dann Schlaf, weil Morgen finden die ersten Wettkämpfe statt.

13. Jänner, 00:16 Uhr: Wechsel auf Ortszeit in Vancouver. Das heißt: 12, Jänner, 17:39 Uhr. Wir, zirka 25 Teilnehmer, Organisatoren und Journalisten machen eine Stadtrundfahrt. Die ältere Dame erzählt, das jeder dritte Einwohner von Vancouver asiatische Vorfahren hat, Glas auch in der nordamerikanischen Architektur gerade DER Werkstoff ist und das Häuser, in der Nacht schon mal von einem Grundstück auf ein anderes verschoben werden.

12. Jänner, 22:39 Uhr: Wir sind nach knapp elf Stunden endlich in Vancouver gelandet. Hab kapiert: Economy ist die neue Bezeichnung für "Holzklasse". Doch der Anflug entschädigt. Angezuckerte Berggipfel zum Greifen nah. Und fünf Grad warm ist es auch noch. Haben also noch keinen Kälteschock erlebt.

12. Jänner, 11:45 Uhr: Boarding Flight LH 492 to Vancouver: Es wuselt im Flieger. Auf dem Weg zum Sitzplatz hört man ständig die Worte "Challenge", "Yukon", "Fulda" und "Dawson".

12. Jänner, 11:30 Uhr: Eine gute und eine schlechte Nachricht - die erfreuliche: das österreichische Team ist komplett. Angie Hohenwarter ist zwar "hart in Frankfurt gelandet", aber bester Laune. Die schlechte: ein Yukon-Kenner meint, Internet und Handyempfang ist selten. Wie selten und wie es die Berichterstattung beeinflussen wird, kann er aber nicht sagen. Die Route der Challenge ändert sich jedes Jahr.

12. Jänner, 09:12 Uhr: Die Fulda Challenge hat noch nicht mal richtig begonnen. Martin Zach plant trotzdem schon sein nächstes Abenteuer. Im Juli will er mit den Ex-Fulda-Challenge-Teilnehmern Florian Grasl und Christoph Forstner nach Peru. Die drei wollen den 6768 Meter hohen Huascarán und den 5947 Meter hohen Alpamayo besteigen. Letzter ist laut Martin der "der schönste Berg der Welt".

12. Jänner, 08:07: Angenehmer Flug, aber jetzt knapp vier Stunden Wartezeit...

12. Jänner, 06:02 Uhr: "Please turn off all your electronic devices". Yes Ma`am. Melde mich wieder aus Frankfurt.

12. Jänner, 04:31 Uhr: Hab gerade Martin Zach vom österreichischen Team getroffen. Definitiv kein Morgenmuffel, er strahlt schon vor Sonnenaufgang. Ich hab die Nacht zum Glück durchgemacht...

12. Jänner, 03:45 Uhr: Die Fulda Challenge startet mit einer Taxi-Fahrt. Ziel: Wien Schwechat. Dann geht`s weiter über Frankfurt und Vancouver nach Whitehorse.