Daniela Iraschkos Weltcup-Premiere

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In Lillehammer springen die Damen am Samstag erstmals hochoffiziell um Weltcuppunkte.

Nur gut, dass Daniela Iraschko von Natur aus eine Frohnatur ist. So lässt sich die nervige Warterei leichter ertragen. Seit Tagen befindet sich die Skisprung-Weltmeisterin nun bereits in Lillehammer, seit Tagen sehnt sie sich nach ihrem Jungfernsprung auf Schnee, doch bislang musste sie wie ihre männlichen Kollegen am Boden bleiben.

Es sind nicht gerade die perfekten Vorzeichen für die Weltpremiere des Weltcups. Erstmals springen die Adlerinnen am Samstag auf der Normalschanze in Lillehammer um offizielle Weltcuppunkte, ausnahmsweise stehlen die Skispringerinnen ihren Kollegen einmal die Show. Aber ausgerechnet jetzt spielt das Wetter in Norwegen verrückt. Zu stürmisch, zu unsicher – Iraschko winkt wohl ein Sprung ins kalte Wasser. "Zum Glück bin ich nicht mehr die Jüngste und hab' ein bisschen Erfahrung", meint die 28-Jährige.

Überfliegerin

Als amtierende Weltmeisterin steht die Steirerin in Lillehammer ganz besonders im Fokus. Iraschko war eine der Pionierinnen der Luftfahrt, sie war in den letzten Jahren eine der Vorreiterin im ewigen Kampf gegen Vorurteile und ein besseres Image des Damen-Skispringens. Inzwischen zeigt die Flugkurve der jungen Sportart steil nach oben. Seit 2009 gibt's eigene Weltmeisterschaften, 2014 in Sotschi dürfen Skispringerinnen erstmals bei Olympia abheben, der neue Weltcup-Status ist nur eine zusätzliche Bestätigung des Höhenfluges. "Jetzt können wir endlich auch einmal ein bisschen Geld verdienen", meint Iraschko.

Die Überfliegerin des letzten Winters hat bislang für einen Erfolg im Continentalcup 300 Euro erhalten, brutto versteht sich. Bei jedem der 14 Weltcupspringen werden nun dank Sponsoren wie der OMV knapp 15.000 Euro ausgeschüttet, ein Sieg bringt künftig fast 2500 Euro. "Damit lässt sich schon was anstellen", schmunzelt Daniela Iraschko.

So ist sie halt, das ist ihr Naturell. Kein Hadern wegen der schlechten Vorbereitung, kein Jammern über die eben erst überstandene Knieverletzung, immer ein Lächeln auf den Lippen. "Ich darf das tun, was mir Spaß macht, das ist doch lässig, oder?"

Normalschanze

Iraschko führt in Lillehammer ein vierköpfiges österreichisches Aufgebot an. Ladies First heißt das Motto, die Damen haben auf der Normalschanze den Vortritt. Auch für die Herren ist Lillehammer eine ungewöhnliche Veranstaltung. Erstmals seit 2007 springen sie im Weltcup wieder auf einer Normalschanze. An der österreichischen Lufthoheit - beim Saisonstart in Kuusamo feierten Kofler, Schlierenzauer und Morgenstern einen Dreifachsieg - sollte sich durch den Wechsel auf die kleine Schanze nicht ändern. Wie meint doch gleich Cheftrainer Alexander Pointner: "Ein kompletter Skispringer muss von Flugschanze bis zur Normalschanze alles beherrschen."

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Erstellt am 05.12.2011