Matt Watkins und die Capitals freuten sich über einen glücklich Sieg

© Georg Diener Agentur Diener/DIENER / Alex Domanski

Eishockey
09/14/2014

Capitals siegen, ihr Coach ist verärgert

Nach dem 6:3 gegen Fehervar sprach Caps-Trainer Pokel von einem Rückschritt.

von Peter Karlik

Zehn Jahre sind genug! Capitals-Präsident Hans Schmid machte mit dem Schlusssatz seiner Eröffnungsrede vor dem ersten Heimspiel gegen Fehervar deutlich, welches Team im April das beste in der Erste Bank Liga sein sollte. Schon einmal hatte dieser Spruch gewirkt. In der Saison 2004/’05 gab es Leiberl im Fan-Shop mit der Aufschrift: „43 Jahre sind genug – believe to achieve.“ Tatsächlich holten die Caps erstmals seit 1962 den Titel nach Wien.

Ob die Capitals 2015 wieder die Nr. 1 sein werden, ist noch lange nicht abzusehen. Tatsache ist aber, dass sie nach zwei Runden noch ohne Punkteverlust sind. Nach dem 3:2-Sieg am Freitag in Znaim besiegten sie am Sonntag Fehervar mit 6:3 (3:1, 1:0, 2:2). Wirklich stark waren die Wiener in dieser Partie aber nur in ihrem Überzahlspiel. Für die drei Treffer von Rotter (2.) zum 1:0, Carsson (31.) zum 4:1 und Fischer (47.) zum 6:1 brauchten die Capitals insgesamt nur 28 Sekunden Powerplay. Dabei spielten sie mit nur acht Legionären, weil nach den Ausfällen von Gratton und Sylvester im Tor statt Zaba der 20-jährige Kickert spielte.

"Kein Capitals-Hockey"

Die 4700 Fans waren begeistert und ließen die Welle durch die Arena laufen. Doch Coach Tom Pokel war richtig sauer auf seine Spieler. Nachdem mit einem lauten Knall die Kabinentür zugefallen war, sagte der Amerikaner mit ernster Miene: „Nach dem 1:0 haben wir so dumm gespielt. Wir laufen herum, als ob wir das Spiel schon gewonnen hätten. Wir haben in den ersten sechs Minuten mehr Puckverluste gehabt, wie in den letzten beiden Spielen zusammen.“ Und der Coach legte noch nach: „Hoffentlich war das ein Warnschuss. Wenn wir es jetzt nicht kapieren, bekommen wir große Probleme. Das war respektlos, kein Vienna-Capitals-Hockey.“ Pokel störten vor allem die vielen Puckverluste im Angriff, wodurch Fehervar viele gefährliche Konter hatte. „Unsere Leistung war ausreichend für einen Sieg. Aber in unserer Entwicklung war das ein Schritt zurück“, sagte Pokel.

Ergebnisse

Vienna Capitals - Fehervar AV19 6:3 (3:1,1:0,2:2).
Wien, 4700, SR Kincses/Smetana. Tore: Rotter (2./PP), Foucault (6.), Klimbacher (19.), Carson (30./PP), Watkins (42.), Fischer (47./PP) bzw. Sikorcin (5.), Lovecchio (55./PP, 56./PP). Strafminuten: 8 plus 10 Rotter bzw. 8.

Znaim - Red Bull Salzburg 1:3 (0:1,0:0,1:2).
Znaim, SR Kaspar/Kellner. Tore: Beroun (56./SH) bzw. Welser (1.), Fahey (57./PP), Heinrich (60./PP). Strafminuten: 20 plus 10 Baca und Spieldauer Podesva bzw. 20.

HC Bozen - VSV 0:3 (0:1,0:1,0:1).
Bozen, 1800, SR Berneker/Graber. Tore: Lammers (13.), McBride (36.), Nageler (47.). Strafminuten: 6 bzw. 8.

Dornbirner - Olimpija Laibach 3:2 (1:0,1:0,1:2).
Dornbirn, 2780, SR Gamper/Warschaw. Tore: Arniel (17./PP), Miller (36./PP), Grabher Meier (55./PP) bzw. Koblar (44./PP), Pesut (50.). Strafminuten: 11 plus Spieldauer Exelby bzw. 14.

Graz 99ers - Black Wings Linz 3:4 n.V. (1:0,1:0,1:3 - 0:1).
Graz, 2830, SR Dremelj/Gebei. Tore: Bastiansen (10./PP), Ganzak (33.), Ganahl (55.) bzw. Hisey (57., 63.), Iberer (58.), Kozek (59.) Strafminuten: 10 bzw. 10.

HC Innsbruck - KAC 5:4 (1:2,2:0,2:2).
Innsbruck, 1800, SR Nikolic/Trilar. Tore: Siddall (13./PP, 60.), Schennach (31.), Ulmer (39./PP2), Vanballegooie (48./PP) bzw. Reichel (10./PP, 12./PP), Strömberg (48./PP), Koreis (60.). Strafminuten: 12 plus Spieldauer Beech bzw. 24 plus Spieldauer Siklenka

Salzburg an der Tabellenspitze

Neben den Vienna Capitals gewannen auch Salzburg und die Black Wings Linz auch ihre zweiten Spiele. Die Salzburger gewannen in Znaim 3:1. Linz erkämpfte sich in Graz nach Dreitore-Rückstand noch ein 4:3 nach Verlängerung. Der KAC verlor in Innsbruck 4:5 und Dornbirn besiegte Ljubljana mit 3:2.

Salzburg begnügte sich in Znaim lange mit einem Welser-Tor in Minute eins. Danach fielen die „Bullen“, aber auch die Tschechen vor allem durch viele Strafen auf. Den Gastgebern glückte in Minute 56 in Unterzahl der Ausgleich. Mit zwei Powerplay-Toren sorgten der österreichische Meister jedoch für klare Verhältnisse.

Die Graz 99ers zogen gegen Linz zunächst mit je einem Tor pro Drittel auf und davon. Mit drei späten Treffern schafften die Oberösterreicher aber noch den Ausgleich, ehe Kozek in der Verlängerung sogar den Auswärtserfolg fixierte.
Rekordmeister KAC nützte in Innsbruck in Person von Neo-Kapitän Reichel ein Fünf-Minuten-Powerplay zu zwei Toren (10., 12.). Die Überzahlsituation war zustande gekommen, weil Innsbrucks Beech KAC-Stürmer Pither hart von hinten gegen die Bande gecheckt hatte. Der Kanadier schied mit einer blutenden Wunde an der Lippe und einer Gehirnerschütterung aus. Beech bekam zusätzlich zu den fünf Minuten eine Spieldauerstrafe aufgebrummt.

Das Gastgeberteam von Ex-KAC-Coach Christer Olsson schaffte aber postwendend den Anschlusstreffer. Nach einer halben Stunde gelang den „Haien“ der Ausgleich. Ulmer (39.) bei 5:3-Überlegenheit und Vanballegooie (48.) stellten später auf 4:2. Auf den Anschlusstreffer den Klagenfurter antworteten die Tiroler in der letzten Minute mit dem vorentscheidenden fünften Tor. Die Rotjacken schossen sechs Sekunden vor dem Ende noch das 4:5.

Dornbirn behielt gegen Laibach im Duell zweier zum Auftakt unterlegener Teams dank Powerplay-Effizienz die Oberhand. Erst am späteren Abend empfing Titelverteidiger Bozen den VSV.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.