Sport | Wintersport
07.03.2016

Capitals: Das Ende des Meistermachers Jim Boni

Zwischen dem 52-jährigen Kanadier und dem Klub herrschte Eiszeit.

Es war Totenstille in der Kabine der Vienna Capitals. Die Gesichter kreidebleich, die Blicke ins Leere gerichtet.

1:4 gingen die favorisierten Wiener gegen den Villacher SV im Viertelfinale unter und beenden die Meisterschaft auf Platz 8 – so schlecht wie noch nie in der 15-jährigen Klubgeschichte.

Das fünfte Spiel der Best-of-Seven-Serie gewann Villach vor 6300 Fans durch ein Tor von Dustin Johner in der 17. Minute der Verlängerung mit 3:2. Das siebtplatzierte Team nach dem Grunddurchgang steht als erstes im Semifinale.

Differenzen

Für Capitals-Coach Jim Boni war es das letzte Spiel in Wien. "Bitte, ich bin nicht das Thema. Es stand schon lange fest, dass ich nicht bleibe." Spätestens als Boni vor dem Transferschluss nicht seinen gewünschte Verstärkung bekam, herrschte Eiszeit im Verein. Da viele Talente in den Startlöchern scharren, wird der neue Coach viel Geduld mit jungen Spielern haben müssen.

"Ich wünsche dem Verein nur das Beste", sagte Boni frustriert. Seinen Spielern machte er für das 1:4 gegen Villach keinen Vorwurf. "Es tut schon brutal weh. Ich habe mich bei allen für ihren Einsatz bedankt." Das Verhältnis der Spieler untereinander bzw. mit dem Trainerteam dürfte aber nicht immer gut gewesen sein.

Obwohl das 1:4 deutlich aussieht, gingen drei der fünf Partien in die Verlängerung. "Der Puck hätte auch mal in die andere Richtung springen können", klagte Boni. "Wir waren uns am Freitag in Villach sicher, dass wir die Partie gewinnen werden", sagte Kapitän Andreas Nödl. Der Wiener klagte auch über die Strafe, die zum Villacher Powerplay-Tor zum 3:2 führte. Gamache hatte den Puck gefangen. Und weil er die Scheibe nicht schnell genug ausließ, musste er auf die Strafbank. Dutzende Fouls auf beiden Seiten wurden von den Referee-Talenten Kristijan und Manuel Nikolic hingegen nicht gepfiffen.

"Sie haben verdient gewonnen"

"Egal. Bei einem 1:4 brauchen wir darüber nicht reden", sagte Verteidiger Sven Klimbacher. Rafael Rotter, der die Saison wegen einer Schulterverletzung vorzeitig beenden musste, zollte dem VSV Respekt: "Sie haben verdient gewonnen. Bei uns haben die einfachsten Sachen nicht funktioniert." Ähnlich sah es Verteidiger Troy Milam: "Der VSV ist ein gut strukuriertes Team. Letztlich haben bei uns einfach immer wieder zu viele Spieler gefehlt." Am Sonntag waren es Ferland, Lakos und Rotter.