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14.04.2017

Capitals-Boss Schmid: "Das macht es noch viel schöner"

Nach den Feierlichkeiten beginnt das Projekt Titelverteidigung.

Ein letztes Mal in dieser Saison luden die Vienna Capitals am Donnerstag in die Schultz-Halle. Aber dieses Mal zur großen Meisterfeier. Tausende Fans kamen, um sich mit dem Pokal fotografieren zu lassen und um ihre Helden vor der Sommerpause noch einmal zu sehen. Mit Stolz ließ Präsident Hans Schmid die Saison Revue passieren. Im KURIER-Interview sprach der Unternehmer von der Bedeutung des Titels und über seine Freude. "Es ist immer noch unglaublich. Nicht nur das Was, sondern auch das Wie. Das macht es noch viel schöner", sagte Schmid über den 4:0-Finaltriumph gegen den KAC.

KURIER: Haben Sie die Gratulationen seit dem Gewinn des Titels am Freitag gezählt?
Hans Schmid:
Bei den eMails bin ich bei 130 und bei den SMS bei 190. Es waren auch Briefe von prominenten Leuten dabei. Anrufe habe ich natürlich auch bekommen. In Wien gibt es mit Rapid, Austria und uns drei Big Player. Die anderen zwei schwächeln jetzt ein bisserl. Der Wiener will einen Sieger haben. Deshalb war der Wunsch nach dem Erfolg noch größer.

Wann haben Sie im Finale gegen den KAC gewusst, dass es in Richtung Titel geht?
Als wir im zweiten Spiel ein 1:4 aufgeholt haben. Ich habe immer vor der Kampfstärke des KAC gewarnt. Der KAC wächst im Play-off immer über sich hinaus. Aber wir waren am Ende der Spiele immer sehr stark.

Was bedeutet dieser Titel?
Dass die Präsenz der Capitals unglaublich stark ist. Wir arbeiten die Daten gerade aus, aber der Return of Investment wird für die Sponsoren großartig sein. Wir haben auch schon Anfragen für die kommende Saison. Das ist natürlich eine sehr gute Ausgangsbasis, die wir jetzt auch nutzen müssen.

Die Erwartungshaltung wird sehr hoch sein.
Wir sind unter Druck, nicht zu enttäuschen. Das ist jetzt unsere Aufgabe. Sobald die letzte Feier am 19. April im Rathaus vorbei ist, werden wir mit den Gesprächen beginnen.

Es heißt, das erste Jahr nach einem Titel ist besonders hart.
Da hängt von der Mannschaft ab. Wenn sich die Mannschaft nach einem Titel zu fünfzig Prozent auflöst, dann wird es sehr schwierig. Jetzt ist die Stimmung bei uns so exzellent, dass es kaum Abwanderungstendenzen gibt. Natürlich wollen wir auch keine großen Veränderungen.

Der Anteil von Trainer Serge Aubin war sehr groß, oder?
Wenn ich früher nach einer Erfolgsformel gefragt worden bin, war meine Antwort immer: 70 Prozent Transpiration, also arbeiten, dann 20 Prozent Inspiration, also Ideen und Visionen haben. Und zehn Prozent Glück. Diese zehn Prozent waren die Verpflichtung von Serge Aubin. Nach der Auflösung von Hamburg haben wir schnell gehandelt. Bei unserem ersten Gespräch sieht dich einer an, und du merkst sofort, er ist kerzengerade.

Nach dem Viertelfinalout 2016 musste das Team billiger werden, weil Einnahmen fehlten.
Nein, nein (Anm. Hans Schmid unterbricht). Das war nicht der Grund. Wir investieren sehr viel Geld in den Nachwuchs. Das kommt zurück. Das war der Grund, dass das Budget geringer war. Die Saat geht langsam auf. Wir wollen jährlich zwei Nachwuchsspieler hinaufziehen.

Zagreb wird im Herbst Laibach ersetzen. Die Titelverteidigung wird dadurch nicht leichter.
Zagreb ist sicher ein Gewinn für die EBEL. Sie werden eine starke Mannschaft haben. Laibach hat die Liga verzerrt. Sie haben am Anfang immer mit einem vollen Kader gespielt, und wenn es in die entscheidende Phase gegangen ist, hatte Laibach nur noch 14 Spieler.