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11.12.2011

Biathlon: Staffel in Hochfilzen Fünfte

Auch am Sonntag hat es mit dem erhofften Podestplatz beim Heimweltcup nicht geklappt. Norwegen gewinnt vor Russland.

Die österreichischen Biathleten haben auch zum Abschluss des ersten Weltcup-Wochenendes in Hochfilzen im Staffelbewerb keinen Podestplatz erreicht. Das Quartett Simon Eder, Daniel Mesotitsch, Dominik Landertinger und Christoph Sumann belegte vor 13.200 Zuschauern hinter Norwegen, Russland, Frankreich und Schweden Rang fünf. Auf den ersten Podestplatz der Saison fehlte den Olympia-Zweiten rund eine halbe Minute.

Das ÖSV-Team geriet nach drei Nachladern von Startläufer Eder früh ins Hintertreffen. Mesotitsch und Landertinger brachten die Staffel mit makelloser Schießbilanz zwar wieder näher heran, Schlussläufer Sumann vergab aber den möglichen Sprung auf das Podest. "Das war nicht das, was wir uns erwartet haben, natürlich war ein Podestplatz das Ziel", resümierte Mesotitsch, der mit Platz sechs in der Verfolgung für den zweiten Top-Ten-Rang gesorgt hatte, die erste von zwei Wochen in Tirol.

Es "nagt" an Eder

Olympiasieger und Weltmeister Norwegen setzte sich angeführt von Verfolgungssieger Emil Hegle Svendsen und Weltcup-Titelverteidiger Tarjei Bö trotz einer Strafrunde wie im Vorjahr souverän durch und gewannen 13,9 Sekunden vor Russland und 31,9 vor Frankreich, die wie Österreich ohne Strafrunde blieben.

Die in der Vorsaison noch zweitplatzierte ÖSV-Truppe hatte 58,9 Sekunden Rückstand. Die Hälfte davon handelte sich Eder ein. Er blieb am Liegendanschlag zwar noch fehlerfrei, stehend vermied er nach drei Fehlern mit den Nachladern gerade noch die drohende Strafrunde, verlor aber wertvolle Zeit.

"Ich bin wegen der gestrigen Probleme nicht mit so freiem Kopf an die Sache herangegangen. Wenn man im Verfolger so baden geht, nagt das enorm an einem", kommentierte der am Vortag nach sieben Fehlschüssen lediglich auf Rang 44 gelandete Salzburger die für ihn ungewohnt vielen Fehler.

Eder übergab 36,5 Sekunden hinter der Spitze als Zwölfter an Mesotitsch. Der Kärntner blieb abermals fehlerfrei, er traf damit von Freitag bis Sonntag 40 mal ins Schwarze. "Auf der Schlussrunde ist mir aber ein wenig die Puste ausgegangen", so Mesotitsch, der Landertinger mit 46,1 Sekunden Rückstand als Achten ins Rennen schickte, selbstkritisch.

Landertinger: "Das war perfekt"

Landertinger knüpfte an seine Steigerung vom Samstag (von Patz 50 im Sprint auf Rang 23) an und machte ohne Schießfehler und starker Laufleistung weitere vier Plätze gut. "Das war perfekt", betonte der Ex-Weltmeister. Sumann verspielte dann aber die Chance auf den möglichen Podestplatz mit zwei Fehlern beim Liegendschießen. Der Steirer verlor schließlich auch noch den Kampf um Platz vier mit dem schwedischen Sprintsieger Carl Johan Bergman. "Das war eine enge Geschichte, aber wenn man nicht alles trifft und nicht läuft wie aufgezogen, dann ist nicht mehr drinnen", erklärte Sumann.

Die Bilanz von Cheftrainer Reinhard Gösweiner fiel aber dennoch positiv aus. "Ich muss der Mannschaft ein Lob aussprechen, das war eine super Leistung. Mit dem fünften Platz bin ich bei der Dichte zufrieden. Das Ziel, einen Stockerlplatz, habe wir zwar nicht erreicht, wir sind aber knapp dran", sagte Gösweiner. Auch ÖSV-Biathlonchef Markus Gandler war zufrieden. "Wir sind voll dabei und stehen nicht so schlecht da", betonte er. Die nächste Chance hat sein Team bereits am Donnerstag im Sprint.

Am Nachmittag in der Damen-Staffel (14.30 Uhr) war Österreich nicht vertreten. Der erste Damen-Bewerb in der kommenden Woche ist der Sprint am Freitag.

Staffel in Hochfilzen

1. Norwegen 1:14:52,9 1 Strafrunde
2. Russland 13,9 0 Strafrunde
3. Frankreich 31,0 0 Strafrunde
4. Schweden 43,7 0 Strafrunde
5. Österreich 58,9 0 Strafrunde
6. Deutschland 1:18,7 1 Strafrunde
7. Tschechien 2:14,9 0 Strafrunde
8. Weißrussland 2:25,10 1 Strafrunde
9. USA 2:29,9 1 Strafrunde
10. Ukraine 2:42,7 2 Strafrunden