Sport | Wintersport
13.01.2012

Am Lauberhorn startet eine Abschiedstournee

Am Freitag wird in Wengen kombiniert. Dem Bewerb droht kommende Saison das Aus – nun setzt ein Umdenken ein.

Wenn es beim aktuellen Stand der Dinge bleibt, wird am Freitag zum letzten Mal eine Superkombi am Lauberhorn ausgefahren (Abfahrt 10.30 Uhr, Slalom 14.00, live ORFeins und Eurosport, KURIER-Liveticker). Dort, wo vor sieben Jahren der neue Bewerb erstmals ausgetragen wurde, beginnt auch die Abschiedstournee, denn der Ski-Weltverband FIS plant, die kleine Kristallkugel ab dem kommenden Winter nicht mehr zu vergeben.

Zu wenige Bewerbe, zu wenige Starter, so lauten die Ursachen, und das hätte auch Folgen für Kitzbühel, wo auch heuer in der klassischen Hahnenkamm-Kombi der Beste aus Spezialabfahrt und Spezialslalom (= zwei Durchgänge) ermittelt wird. "Das können die Kitzbüheler auch 2013 machen", sagt FIS-Renndirektor Günter Hujara, "aber Weltcup-Punkte wird’s dann keine mehr geben."

Sinneswandel

Doch kaum droht das Aus, kommt Bewegung in die Materie. "Es wäre schade, wenn uns eine olympische Disziplin verloren gehen würde", sagt etwa Österreichs Herren-Cheftrainer Mathias Berthold. Benjamin Raich, der am 14. Jänner 2005 den ersten Superkombi-Bewerb gewonnen hat, plädiert für mehr Bewerbe, "dann könnte das keine Nation mehr links liegen lassen. Bisher hatten wir einfach zu wenige Superkombinationen."

Ein weiterer Grund für die stiefmütterliche Behandlung der Kombi ist die Tatsache, dass viele Abfahrtsspezialisten den schnellen Teil der Disziplin nur als zusätzliche Trainingsfahrt betrachtet haben und im Slalom nicht mehr gestartet sind. Das wird im Bewerb am Freitag anders sein – wer nur testen will, muss nach Ende der Kombi-Abfahrt zu Tal rasen, so lautet das Gentlemen’s Agreement, auf das sich die Cheftrainer geeinigt haben.

Ein Favorit ist am Freitag Weltcup-Titelverteidiger und Vorjahressieger Ivica Kostelic (Kro), andere sind Romed Baumann und Benjamin Raich. Und für die Spezialabfahrt am Samstag hat sich im zweiten Training am Donnerstag Hannes Reichelt ins Gespräch gebracht – Bestzeit vor Aksel Lund Svindal (Nor) und Carlo Janka (CH).

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