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09.12.2017

3. in Val d'Isere: Hirscher nähert sich seiner alten Form

Der Gesamtweltcup-Titelverteidiger wird im Riesenslalom von Val d’Isère Dritter. Der Franzose Pinturault siegt vor dem Deutschen Luitz.

Wer das Haar in der Suppe suchte, wurde am Samstag beim zweiten Riesenslalom der Saison fündig: Erstmals seit dem 29. Jänner hieß der Sieger nämlich nicht Marcel Hirscher. Die Enttäuschung hielt sich beim 28-jährigen Salzburger freilich in engen Grenzen. Denn mit dem dritten Rang behielt der sechsfache Gesamtweltcupsieger seine Spitzenposition im Disziplinweltcup, und im Gesamtweltcup hat sich Hirscher an die siebente Stelle vorgearbeitet. 75 Punkte trennen ihn vom führenden Norweger Kjetil Jansrud, und nach dem Slalom am Sonntag (9.30/12.30 Uhr/live ORF eins) kann alles schon ganz anders aussehen.

Kann – muss aber nicht: "Ich habe seit meinem Knöchelbruch im August acht Tage Slalom trainiert, davon eineinhalb seit Beaver Creek am vergangenen Wochenende", sagte Hirscher. "Es ist so zach, weil du nicht weißt, was Sache ist." Aber ein Gefühl sollte der 47-fache Sieger von Weltcuprennen angesichts seiner Routine doch haben? Hat er: "Wenn ich die Schneid dazu habe, kann ich halbwegs mitfahren. Mitfahren heißt dann in diesem Fall: Platz fünf bis zehn."

Natürlich kann man auch eine ganz andere Statistik zu Rate ziehen, um einzuordnen, was Hirscher an diesem bitterkalten Samstag mit Temperaturen hart am zweistelligen Minusbereich geschafft hat – er ist nämlich auch im 43. Riesenslalom in Folge unter den sechs Besten gelandet. Und das, obwohl er im zweiten Lauf in der Steilhangeinfahrt einen Schlag erwischte, "und dann ist die Misere losgegangen. Ich war mit einer Hand im Schnee, habe ein Tor erwischt und bin dann eine ganze Zeit lang mit der Torflagge am rechten Arm unterwegs gewesen." Platz drei nach Halbzeitführung ist gleichwohl eine mehr als passable Leistung.

Heimsieg

Der nach seinem zwölften Platz in Beaver Creek völlig entfesselt fahrende Alexis Pinturault aus Courchevel holte sich den umjubelten Sieg vor dem Deutschen Stefan Luitz, der auch im zweiten Bewerb der Saison auf dem Podest landete. "Aber darauf darf ich mich nicht ausruhen", sagte der Allgäuer, der vor allem mit seinem Hoppala beim olympischen Riesenslalom von Sotschi 2014 in Erinnerung ist, als er am letzten Tor einfädelte und eine Medaille in den russischen Schnee warf.

"Ich habe vor einiger Zeit mit Mentaltraining angefangen", sagte der 25-Jährige, "ich muss an jedem Schräubchen drehen, und ich bin froh, dass es funktioniert." Mit ein Grund ist auch die trotz des Kreuzbandrisses von Felix Neureuther starke Konkurrenz im deutschen Team – Alexander Schmid, gestartet mit Nummer 40, landete auf dem sechsten Rang. "Er und die anderen wissen, wenn ich auf dem Podium stehe, wo sie selber stehen. Und Alex zeigt uns, was möglich ist."

Möglich ist auch für Marcel Hirscher wieder vieles – er denkt sogar schon an einen Start im Super-G von Kitzbühel. "Aber erst dann, wenn Riesenslalom und Slalom wieder laufen." Man wird sehen, wie lange das dauert.

Weltcup-Riesentorlauf in Val d'Isere:

1.

Alexis Pinturault (FRA)

1:51,18

56,86

54,32

2.

Stefan Luitz (GER)

1:51,46

+00,28

56,84

54,62

3.

Marcel Hirscher (AUT)

1:51,72

+00,54

56,74

54,98

4.

Mathieu Faivre (FRA)

1:51,96

+00,78

57,12

54,84

5.

Henrik Kristoffersen (NOR)

1:52,08

+00,90

57,05

55,03

6.

Alexander Schmid (GER)

1:52,19

+01,01

57,56

54,63

7.

Zan Kranjec (SLO)

1:52,28

+01,10

57,41

54,87

8.

Manuel Feller (AUT)

1:52,84

+01,66

57,94

54,90

9.

Matts Olsson (SWE)

1:52,91

+01,73

57,15

55,76

10.

Thomas Fanara (FRA)

1:53,14

+01,96

58,25

54,89

11.

Justin Murisier (SUI)

1:53,34

+02,16

58,00

55,34

12.

Florian Eisath (ITA)

1:53,57

+02,39

57,57

56,00

13.

Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)

1:53,88

+02,70

58,01

55,87

14.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

1:53,89

+02,71

58,93

54,96

15.

Gino Caviezel (SUI)

1:53,93

+02,75

58,13

55,80

16.

Ted Ligety ( USA)

1:53,94

+02,76

59,12

54,82

17.

Marco Schwarz (AUT)

1:53,96

+02,78

59,05

54,91

18.

Giovanni Borsotti (ITA)

1:53,99

+02,81

58,31

55,68

19.

Luca de Aliprandini (ITA)

1:54,21

+03,03

58,14

56,07

20.

Tim Jitloff ( USA)

1:54,43

+03,25

58,83

55,60

21.

Elia Zurbriggen (SUI)

1:54,50

+03,32

58,64

55,86

22.

Tommy Ford (USA)

1:54,56

+03,38

57,63

56,93

23.

Roberto Nani (ITA)

1:54,59

+03,41

59,04

55,55

24.

Manfred Mölgg (ITA)

1:54,62

+03,44

58,12

56,50

25.

Michael Matt (AUT)

1:54,77

+03,59

58,94

55,83

26.

Luca Aerni (SUI)

1:54,84

+03,66

58,89

55,95

27.

Stefan Hadalin (SLO)

1:55,00

+03,82

58,63

56,37

28.

Riccardo Tonetti (ITA)

1:55,29

+04,11

58,53

56,76

29.

Filip Zubcic (CRO)

1:55,62

+04,44

58,99

56,63

30.

Adam Zampa (SVK)

2:01,10

+09,92

58,51

1:02,59

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Magnus Walch, Marcel Mathis, Stefan Brennsteiner, Roland Leitinger (alle AUT), David Chodounsky (USA), Loic Meillard (SUI), Andre Myhrer (SWE)