Sport
05.12.2011

Volleyballer starten in die Heim-EM

Nach der intensiven Vorbereitung geht es für Österreichs Volleyball-Team am Samstag gegen Slowenien endlich los.

Nun können sie alle durchatmen. Wenn mit den Hymnen von Slowenien und Österreich am Samstag um 15.30 Uhr die EuroVolley 2011 offiziell eröffnet wird, kann sich das Veranstalterteam rund um Volleyball-Präsident Peter Kleinmann für einen Moment zurücklehnen. Alle 16 Nationen sind in Wien angekommen, die Spielhallen auf Hochglanz gebracht worden und auch die PR-Tour - vom Termin in der Hofburg bis zur Ernennung des 76. und letzten EM-Botschafters (ÖFB-Präsident Leo Windtner) - ist vorbei.

Auch im Nationalteam ist in den letzten Tagen die Spannung gestiegen. Positive Nervosität macht sich unter den 14 Athleten breit, die in den letzten viereinhalb Monaten kaum einen Tag nicht miteinander verbracht haben. "Das ist nicht nur irgendein gut eingespieltes Team. Die Jungs sind sich ihrer Verpflichtung gegenüber Österreich sehr wohl bewusst", sagt Teamchef Michael Warm. "Auch ich habe mich mit der österreichischen Hymne angefreundet", versichert der 43-jährige Deutsche, der das Team seit April 2010 leitet.

Das Casting

28 Athleten hat sich Michael Warm vor der EuroVolley 2011 näher angesehen, 19 davon traten im April das Trainingslager im Burgenland (Steinbrunn) an. 14 haben es am Ende in den EM-Kader geschafft. Dass dem Teamchef die Auswahl schwer fiel, zeigt die sportliche Entwicklung, die im Volleyballsport in den vergangenen Monaten stattgefunden hat. „Noch vor einem Jahr hatten wir nur fünf Spieler mit EM-Reife, jetzt sind es 16 bis 17.“

Am 2,02 Meter großen Mittelblocker Daniel Gavan führt kein Weg vorbei. Das war dem Teamchef früh klar. Nicht umsonst trägt der Routinier (34 Jahre) von Hypo Tirol seit fünf Jahren die Kapitänsschleife. 1999 holte der damalige Teamchef und Innsbruck-Coach Zdenek Hanik (heute Verbandschef von Tschechien) den gebürtigen Rumänen nach Österreich. Seitdem ist Gavan, der es vor seiner Volleyball-Karriere als Wasserballer und Fußballer probiert hatte, in der Nähe von Innsbruck geblieben. Sogar ein Angebot aus der ersten italienischen Liga lehnte er ab.

Das Personal

Bevor das Intensivtraining begann, war dem 2,07-Riesen Michael Laimer die Position des Diagonalspielers so gut wie sicher. Doch dann kam Thomas Zass. Der 21-Jährige, der sich in den letzten Monaten zum Topscorer der National-Sechs gemausert hat, frischt in seiner Freizeit gerade seine Französischkenntnisse auf. Ab der kommenden Saison steht er beim Erstligisten Paris Volley unter Vertrag.

Philip Schneider, ein weiterer Fixstarter im Team, hatte bereits Zeit sich mit den Franzosen anzufreunden. Seit 2005 spielt der 29-Jährige im Ausland. Zuerst bei Cannes, wo er als einziger Österreicher bereits Champions League-Luft geschnuppert hat. Heute bei Montpellier. Gegen Slowenien soll der Außenangreifer, der zuletzt an einer Bauchmuskelzerrung laborierte, wieder fit sein.

Neben Aufspieler Oliver Binder (hotVolleys), der im Vorbereitungsspiel gegen Belgien vor allem durch seine Übersicht überzeugte, ist auch Libero Frederick Laure (Hypo Tirol) fix für das Auftaktspiel in Wien gesetzt.

Bleiben noch zwei Plätze offen. Um diese matchen sich im Außenangriff der sprunggewaltige Kärntner Simon Frühbauer und Kraftpaket Marcus Guttmann. Im Block hatten zuletzt Philip Ichovski und Gerald Reiser überzeugt.

Doch egal wer am Samstag für Österreich aufläuft, das junge Team betritt fremdes Terrain. "Uns fehlt die Erfahrung vor so großem Publikum zu spielen", sagt Warm. Mehr als 5000 Tickets wurden bereits verkauft.