Triathlon-EM als Ersatz für Kitzbüheler WM-Rennen

Kitzbühel bewirbt sich für die EM
Foto: Copyright 2012, Austria Presse Agentur, Wien, Österreich, alle Rechte vorbehalten

Kitzbühel könnte am 23./24. Juni das letzte Mal Veranstalter eines Rennens der Triathlon-WM-Serie sein.


Wegen der hohen Finanzbelastung steht beim österreichischen Verband (ÖTRV) nur noch die Austragung 2013 zur Diskussion. Der ÖTRV hatte für heuer die Ausrichtung übernommen, nachdem sich der örtliche Verein davon zurückgezogen hatte. Für 2014 wird allerdings der Zuschlag für die EM erhofft.

Die Vergabe erfolgt schon am Donnerstag im Rahmen der für EM 2012 in Eilat/Israel. Schon am Mittwoch präsentierte der ÖTRV seine Bewerbung. "Es gibt drei bis vier Gegenkandidaten", meinte dazu ÖTRV-Generalsekretär Herwig Grabner im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. "Genaues wissen wir nicht." Sollte Kitzbühel die EM 2014 erhalten, würde 2013 statt der WM-Serie ein Europacup stattfinden.

In diesem würde der dann neue Kurs getestet, die Strecke soll auf alle Fälle in die Kitzbüheler Innenstadt gehen. Der Trumpf der "Gamsstadt" unter den Bewerbern ist sicher die langjährige Erfahrung auf dem hohen WM-Niveau, die bisher gute Organisation sowie das im internationalen Triathlon einzigartige Umfeld der Bergwelt.

Die Eilat-EM findet am Freitag (15.00 Uhr) für die Damen sowie am Samstag (14.00) für die Herren statt. Österreich ist nur mit dem Damen-Duo Lisa Perterer und Lydia Waldmüller vertreten, Grabner gab Top-10-Plätze als Ziel aus. ÖTRV-Sportdirektor Robert Michlmayr ist nicht vor Ort, er wurde am Mittwoch erstmals Vater. Die Titelträger bei Damen und Herren holen ein direktes Olympia-Ticket.

Im 21 Grad warmen Wasser und auf der danach flachen Strecke bei einer Lufttemperatur von mehr als 30 Grad kommt der Jagd nach einem Olympia-Platz auch sonst große Bedeutung zu. Perterer hatte den Saison-Auftakt vor knapp vier Wochen beim Australien-Weltcup in Mooloolaba verpatzt, die 20-Jährige kam mit dem sehr hohen Wellengang nicht zurecht und gab auf. In Eilat ist das Wettkampf-Gewässer ruhiger.

Im Olympia-Ranking hat die Kärntnerin noch keinen Quotenplatz inne, dafür muss sie bis Ende Mai kräftig punkten. In Eilat gibt es für die Siegerin nur 400 Punkte. Beim ohne Österreicher ablaufenden Japan-Weltcup am Sonntag in Ishigaki sind es 500 Zähler, bei einem WM-Serien-Rennen 800. Daher wird Perterer beim Mexiko-Weltcup in Huatulco (6. Mai) und mit einer Wild-Card beim WM-Rennen in San Diego (10.-12. Mai) antreten.

Auch Waldmüller hat San Diego im Plan, als zweiter Ersatz darf sie berechtigt hoffen. In Huatulco wird die 25-Jährige fix antreten. Die Wienerin befindet sich im Olympia-Ranking in einer schlechteren Position als Perterer. Falls sich diese aber nicht für London 2012 qualifiziert, könnte Waldmüller eventuell über das ITU-Ranking zum Zug kommen. Dafür sammelte sie zuletzt mit Kontinentalcup-Siegen in Chile und Brasilien 400 Punkte.

Österreichs Top-Triathlet Andreas Giglmayr wird ebenfalls in Huatulco und San Diego antreten. Da er mit einem Bonus von rund 370 Punkten einen Olympia-Quotenplatz einnimmt und dieser ihm daher kaum noch zu nehmen ist, verzichtete er auf eine EM-Teilnahme. Für ihn wie besonders für Perterer und Waldmüller ist auch ein Antreten beim WM-Rennen in Madrid (26./27. Mai) ein Thema, der letzte Event vor dem Qualifikationsende.

(KURIER) Erstellt am
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