Tour-Video: Auto fährt Fahrer um

Ein Begleitwagen überholte die Spitzengruppe und fuhr Flecha und Hoogerland über den Haufen.
Foto: Screenshot youtube

Die "Tour der Leiden" macht ihrem Namen derzeit alle Ehre, am Sonntag fuhr ein Begleitwagen zwei Fahrer einer Spitzengruppe um.

Auf der neunten Etappe der Tour de France hat ein Begleitwagen des französischen Fernsehens bei dem Versuch, die Spitzengruppe zu überholen, zwei Fahrer angefahren. 35 Kilometer waren es noch bis ins Ziel, fünf Minuten Vorsprung hatte die Spitzengruppe aufs Hauptfeld, als Johnny Hoogerland und Juan Antonia Flecha dem waghalsigen Überholmanöver eines Begleitwagens zum Opfer fielen.

Um nicht gegen einen Baum zu fahren, schwenkte das Auto plötzlich nach rechts und rammte den Spanier Flecha, der daraufhin zu Boden ging und Hoogerland mit sich riss. Dieser landete nach einem Salto in einem Stacheldrahtzaun.

Beide Fahrer konnten blutend weiterfahren, alle Hoffnungen auf einen Etappensieg wurden zunichte gemacht. Hoogerland konnte sich zwar am Ende des Tages das Trikot des Bergbesten überstreifen, weitere mögliche Punkte an den letzten beiden Bergwertungen blieben dem Niederländer jedoch durch den Crash verwehrt.

Gedenken an Weylandt

Ein Begleitwagen überholte die Spitzengruppe und fuhr Flecha und Hoogerland über den Haufen. Foto: Screenshot youtube Ein Begleitwagen überholte die Spitzengruppe und fuhr Flecha und Hoogerland über den Haufen.

16 Minuten nach dem Etappensieger erreichten die beiden Sturzopfer eingewickelt in Verbände das Ziel und erhielten immerhin den Preis des kämpferischsten Fahrers. Bei der Siegerehrung war Hoogerland gezeichnet von den Strapazen des Tages, Tränen schossen ihm in die Augen. Hinterher gab er sich trotz aller Schmerzen versöhnlich: "Wir können froh sein, dass wir noch am Leben sind. Das war ein schrecklicher Unfall, aber ich habe zu Flecha gesagt: Wir sind noch am Leben, Wouter Weylandt aber ist bei seinem Unfall am Giro gestorben."

Hoogerlands sportlicher Leiter Michel Cornelisse konstatierte nach dem Rennen: "Er hat überall tiefe Schnitte. Ich hoffe, dass er sich am Ruhetag erholt und am Dienstag weiterfahren kann. Uns ging ein möglicher Etappensieg verloren". Doch auch er verurteilte den Fahrer des Wagens nicht: "So etwas macht doch niemand absichtlich. Man kann niemandem die Schuld geben. Es war einfach ein tragischer Unfall", sagte er.

Der Fahrer des Wagens wurde nach der Etappe von der Tour ausgeschlossen.

(KURIER.at / Henriette Werner) Erstellt am
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