Tiger Woods ist wieder Topfavorit

REUTERSTiger Woods of the U.S. hits his tee shot on the eighth hole during a practice round for the 2012 Masters Golf Tournament at the Augusta National Golf Club in Augusta, Georgia, April 3, 2012. REUTERS/Brian Snyder (UNITED STATES  - Tags: SPORT GOLF)
Foto: REUTERS Schönes Spiel! Vier Mal hat Tiger Woods in Augusta bereits gewonnen.

Golf-Masters in Augusta: Der Tiger ist wieder gefürchtet und pirscht sich an den Rekord heran.

Tiger Woods steht wieder dort, wo er hingehört, und zwar ganz oben auf der Liste der Buchmacher, die dem begnadeten Golfer den Sieg beim 76. Masters in Augusta am ehesten zutrauen. Das Turnier beginnt am Donnerstag und ebenso die Jagd von Woods nach seinem 15. Major-Titel. Seit dem Sieg vor zwei Wochen beim Arnold Palmer Invitational strotzt der 36-jährige Amerikaner vor Selbstvertrauen. Zuvor hatte Woods 923 sieglose Tage und eine (fast öffentliche) Scheidung durchleben müssen.

Entspannt und gut gelaunt stimmte er sich mit einer lockeren Trainingsrunde über neun Löcher auf den ersten Saison-Höhepunkt ein. Mit dem fünften Triumph in Augusta würde er nur noch einen Erfolg hinter Rekordmann Jack Nicklaus liegen. Als Woods auf der Anlage auftauchte, kreischten die Fans wie früher.

Woods hat sich bei seinem 16. Antreten an der Magnolia Lane viel vorgenommen. Er hat sein Leben geordnet, mit Joe LaCava und Sean Foley sind sein Caddie und Coach neu, er hat auch sein Spiel wiedergefunden. "Ich fühle mich großartig, keine Schmerzen oder Wehwehchen", sagt der Kalifornier. Zuletzt hatten ihn Achillessehnenprobleme geplagt.

Der Alte

Auch die Ehrfurcht der Rivalen ist wieder da. Der Schotte Colin Montgomerie war nach dem jüngsten Woods-Sieg beeindruckt: "Das war wieder der alte Tiger." Der kann die schnellen, unberechenbaren Grüns des Par-72-Kurses besser lesen als die meisten anderen; und mit der Schwungumstellung ist auch die Genauigkeit im langen Spiel zurückgekehrt.

Selbst Golf-Legende Jack Nicklaus, inzwischen 72 und mit 18 Major-Siegen noch immer der erfolgreichste Golfer der Geschichte, schwärmt wieder vom einzigartigen Golfer: "Es wäre töricht, den Tiger nicht zum engsten Favoritenkreis zu zählen."

Seit den US Open 2008 hat Woods allerdings kein Major mehr gewonnen. Der Sport-Milliardär musste Demut lernen, als seine außerehelichen Skandale nach einem Autounfall am 27. November 2009 bekannt geworden waren. Er nahm eine viermonatige Auszeit, begab sich in Therapie wegen Sexsucht und verlor einige Sponsorenverträge. Zu seiner verzweifelten Formsuche kam der erbarmungslose Spott der Öffentlichkeit.

Der Neue

Woods schätzt vor allem Rory McIlroy als stark ein. Der Nordire führte im Vorjahr in Augusta vor der Schlussrunde mit vier Schlägen, landete nach einer 80er-Runde nur auf Rang 15. Zwei Monate später gewann McIlroy die US Open und wurde die Nummer eins der Welt.

"Er hat alles, was es zu einem großen Champion braucht", sagt Woods, die Nummer sieben, über McIlroy. "Er muss nur mehr Erfahrung bekommen, aber die kommt durch jedes Turnier."

Der Gelobte hatte auch nur gute Worte für Woods: "Ich denke, es ist großartig für das Turnier und den Sport, dass er wieder gut spielt. Viele wollen ihn mit den meisten Major-Titeln Geschichte schreiben sehen, und er scheint auf einem guten Weg dorthin."

Natürlich gibt es eine Reihe anderer Sieganwärter, allen voran die Engländer Luke Donald und Lee Westwood. Für die Nummern eins und drei der Welt geht es darum, jeweils erstmals das berühmte grüne Jackett zu holen.

Der Südafrikaner Charl Schwartzel ist nach seinem Vorjahressieg hingegen wieder Außenseiter.

(kurier) Erstellt am
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