Sport
10.07.2017

Thiems großer Tag in Wimbledon

Gegen Berdych geht’s um eine historische Chance.

"Es ist eher sensationell als erwartet", sagt Günter Bresnik über die Leistungen seines Schützlings Dominic Thiem. Freilich habe man speziell am Aufschlag und am Return gearbeitet, aber dass sich der 23-Jährige auf Rasen so verbessert zeigt, darf man als durchaus in die Kategorie "Traum" einordnen.

Nur einen Satz verloren auf dem Weg ins Achtelfinale. Gegen den aufstrebenden US-Mann Jared Donaldson bot der Ranglisten-Achte über weite Strecken sensationelles Rasentennis. Dank des 7:5-6:4-6:2-Sieges bekommt er heute, am Manic Monday (verrückter Montag, Anm.), an dem traditionell alle Achtelfinali stattfinden, die Chance als erster österreichischer Herr, ins Viertelfinale von Wimbledon einzuziehen. Bei den Damen hatten dies Judith Wiesner-Floimair (1996) und Tamira Paszek (2011, 2012) geschafft.

Außenseiter

Favorit? Nein, diese Rolle will Thiem heute nicht für sich beanspruchen. Schließlich heißt der Gegner Tomáš Berdych (3. Partie nach 12.30 Uhr MESZ,Sky). Der Tscheche hat zwar heuer noch nicht das optimale Jahr erwischt, stand aber im vergangenen Jahr in Wimbledon im Halbfinale und 2010 gar im Endspiel. Thiem beansprucht deshalb die Außenseiterrolle. "Und so werde ich auch ins Match reingehen, das wird dann ein bisserl leichter für mich."

Leicht fallen ihm auch die Loblieder. "Er ist sicher einer der besten Spieler der jetzigen Generation. Ein absoluter Superspieler, der hier schon im Finale gespielt hat und bei allen vier Majors im Halbfinale war", zeigte Thiem, der die bisher einzige Begegnung mit Berdych im US-Open-Achtelfinale 2014 mit 1:6,2:6,4:6 verloren hat, Respekt. "Das wird sicher ein anderes Kaliber. Aber ich hoffe, dass ich mich selbst auch steigern kann und werde mir da hoffentlich eine gute Taktik zurechtlegen", so der achtfache Turniersieger.

Berdych hat erst vor Wimbledon einen Schlussstrich unter ein misslungenes Kapitel gezogen. Seit er im August des Vorjahres Goran Ivanisevic als Coach engagiert hatte, ging es abwärts. Nun soll es Landsmann Martin Stepanek richten. Klappt es in Wimbledon vorzüglich, bleibt die Zusammenarbeit bestehen. Bislang funktioniert es halbwegs, gegen den Franzosen Jeremy Chardy und den Amerikaner Ryan Harrison brauchte er vier Sätze, gegen den Spanier David Ferrer ging es in drei. "Es fühlt sich von Spiel zu Spiel besser an", sagt der Tscheche.

Allrounder

Thiem wird was gegen eine Fortsetzung haben. Nun bei allen vier Grand-Slam-Turnieren zumindest das Achtelfinale erreicht zu haben, legt ein weiteres Zeugnis über die Allround-Fähigkeiten Thiems ab. "Natürlich spiele ich am liebsten auf Sand, habe auch meine mit Abstand größten Erfolge darauf gehabt, aber trotzdem spiele ich sehr gerne auch auf den anderen Belägen."