Dominik Thiem, 20, spielt am Donnerstag sein Achtelfinale.

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Tennis
10/17/2013

Thiem und Resnik - ein dynamisches Duo

Talent Dominic Thiem macht mit Extremsportler Sepp Resnik viel mit - es fruchtet aber.

von Harald Ottawa

Es hat geheißen, ich soll mir in der Halle einmal den Dominic anschauen“, erzählt Sepp Resnik. „Gut, dann bin ich hin und hab’ gesagt: ‚Komm, Bub, spiel mal vor!‘“

Den Buben verwechselte er zwar mit dem Vater, aber nach einer Viertelstunde klärte sich auch dieses Missverständnis auf und die Beziehung Dominic Thiem/Sepp Resnik nahm vor einem halben Jahr ihren Lauf. Heute spielt sein Schützling im Achtelfinale von Wien gegen Pospisil. Resnik wird da sein. Auch wenn er jetzt nicht unbedingt der Tennisfachmann ist. „In Kitzbühel hat er gerufen ‚Mach jetzt ein Break!‘ Dabei hab ich gerade aufgeschlagen“, erzählt Dominic Thiem.

Das ist auch gar nicht so wichtig in dieser Beziehung, da zählen andere Werte als Breaks oder Tie-Breaks . „Als er mit erzählte, dass für ihn Gott das Wichtigste ist, hab’ ich gewusst, wir können etwas erreichen“, sagt Resnik, der als Extremsportler für Aufsehen gesorgt hat.

Sie erreichten etwas. Mit beinharter Arbeit. Zunächst galt es aber, Thiem gesund zu bekommen. „Er vertraute mir ein schweres gesundheitliches Problem an, worauf ich ihn sofort ins Krankenhaus geschickt und alle Untersuchungen veranlasst habe.“

Umschwung

Der seit 3. September 20-Jährige ist seitdem körperlich wieder auf der Höhe, nachdem im Juni aufgrund eines Bakteriums sogar ein mögliches Karriere-Ende im Raum gestanden war. Ebendieses Bakterium war auch verantwortlich für viele karrierehemmende Pausen des Niederösterreichers. „Ich sehe alles, weil ich mich auf die Mängel der Menschen konzentriere“, sagt Resnik. Und deshalb hat er für Thiem einen Pfad gefunden, den er „Rosinenweg“ nennt.

Süß ist die Angelegenheit nicht. „Als ich ihm sagte, er soll Baumstämme im Lauftempo schleppen, hatte er Angst, dreckig zu werden.“ Die Schlammschlacht wurde ebenso behoben. „Ich habe ihm einen Fluss gezeigt, in dem er im hohen Schwimmtempo wieder sauber wurde.“

Der Oberstleutnant des Bundesheeres hat Erfahrung mit Schmerz und Qual. Jedenfalls sind die Wörter in seinem Wortschatz nicht negativ behaftet. Thiem kennt den durchaus fragwürdigen Grundsatz seines 60-jährigen Betreuers: „Erst wenn du tot bist, geht nichts mehr.“

Resnik braucht keine Fitnesstudios („Die Natur hat alles für uns“), ein Sportwissenschaftsstudium hält er für überbewertet. „Ich kann an Dominics Pulsschlag und an seiner Transpiration erkennen, wie weit ich mit ihm gehen kann.“ Da wird Österreichs Zukunftshoffnung sogar um Mitternacht zum harten Training aus dem Bett geholt und gefordert.

Der Erfolg gibt Resnik und seinen Methoden vorerst recht: Thiem ist fit wie noch nie und erstmals in den Top 150 der Welt.

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