Sport
23.01.2018

Thiem steht nicht in Österreichs Daviscup-Kader

Sein Coach Günter Bresnik bat Kapitän Koubek darum, ihn nicht einzuberufen.

Dominic Thiem steht nicht im Daviscup-Kader für das Duell der Europa/Afrika-Zone 1 am 2./3. Februar in St. Pölten gegen Weißrussland. Sein Coach Günter Bresnik bat Stefan Koubek darum, ihn für Regenerationszwecke nicht einzuberufen. Der Daviscup-Kapitän entschied sich daher für das Quintett Gerald Melzer, Sebastian Ofner, Dennis Novak, Oliver Marach und Philipp Oswald.

Koubek hat die Hoffnung auf Thiem aber noch nicht ganz aufgegeben. "Ich darf bis eine Stunde vor der offiziellen Auslosung zwei Leute austauschen und werde noch einige Gespräche mit Günter Bresnik führen", sagte Koubek am Dienstag. "Man weiß nie, was bis dahin passiert." Doch ist fraglich, ob es noch zu einem Meinungsumschwung kommen wird. Der 24-Jährige hat am Montag mit seiner Achtelfinalniederlage gegen den US-Amerikaner Tennys Sandgren sein 17. Major-Turnier beendet, als nächstes ATP-Event hat er für jenes ab 12. Februar in Buenos Aires geplant.

Trotzdem Favorit

Nach seinem Ausscheiden gegen Sandgren hatte Thiem am Montag gesagt, er werde erst nach einem Trainingsblock über ein Antreten in St. Pölten entscheiden. Fakt ist, dass es ohne Thiem gegen die Weißrussen eine offenere Partie ist als mit ihm. Im April verlor die ÖTV-Equipe in Minsk 1:3.

Damals aber wurde auf zügigem Hartplatz gespielt, nun wird die Unterlage Sand sein. Damit begründet Koubek auch, dass er sein Team auch ohne Thiem in der Favoritenrolle sieht. Für den 41-Jährigen ist Gerald Melzer im Einzel gesetzt: "Er trainiert bereits auf Sand, ist ein absoluter Patriot und heiß auf die Revanche." In der Entscheidung zwischen Ofner und Novak würden die Trainingsleistungen den Ausschlag geben. Novak hat mit dem Hauptfeldeinzug in Melbourne zuletzt aufgezeigt.

Die Doppel-Zusammenstellung ist mit dem aktuellen Melbourne-Viertelfinalisten Marach sowie Oswald klar. Die beiden hatten sich bei den Australian Open mit Alexander Peya darauf geeinigt, dass sie in der momentanen Verfassung die ideale Paarung bilden würden. Marach hat heuer mit Mate Pavic bereits die Titel in Doha und Auckland geholt, das Duo hat vor dem Melbourne-Viertelfinale bzw. seit der zweiten Oktober-Woche 18 Matches in Folge nicht verloren.

Bei einem Sieg gegen Weißrussland ginge es am ersten April-Wochenende in der zweiten Runde auswärts gegen Russland. Bei einer Niederlage gegen die Weißrussen würden die zunächst gegen Russland spielen und bei einem erneuten Erfolg dem ÖTV die Russen als Gegner um den Klassenerhalt bescheren. Gewinnt Weißrussland gegen Österreich, verliert aber gegen Russland, würde es die Koubek-Truppe mit dem Verlierer aus Bosnien-Herzegowina gegen die Slowakei zu tun bekommen.