Sport 25.01.2015

Nadal souverän ins Melbourne-Viertelfinale

Nadal zeigte gegen den Südafrikaner Anderson seine bislang beste Leistung in Melbourne. © Bild: REUTERS/CARLOS BARRIA

Dem Südafrikaner Anderson lässt der Spanier keine Chance. Nun geht es gegen den Tschechen Berdych.

Rafael Nadal ist am Sonntag nach starker Leistung ins Viertelfinale der mit 28,28 Mio. Euro dotierten Australian Open eingezogen. Der Vorjahres-Finalist und Weltranglisten-Dritte überzeugte gegen den Südafrikaner Kevin Anderson beim 7:5,6:1,6:4 und trifft nun im Kampf um einen Platz im Semifinale auf den Tschechen Tomas Berdych. Letzterer besiegte Bernard Tomic (AUS) ebenfalls in drei Sätzen.

Auch wenn Nadal seine bisher beste Performance beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres gezeigt hat: Über die Chancen, möglicherweise seinen 15. Major-Titel zu holen, wollte der Spanier nicht sprechen. "Für mich ist das Viertelfinale ein großartiges Resultat, ernsthaft. Ich bin mit einer Erstrunden-Niederlage in Katar hierhergekommen, nachdem ich sieben Monate kein Match gespielt habe", erklärte Nadal.

Natürlich hofft er, sich weiter zu steigern. "Aber heute ist ein Tag, glücklich darüber zu sein, wie ich mich in allen Belangen verbessert habe." Auch Berdych zeigte sich gegen den Australier Tomic stark. Der als Nummer 7 gesetzte Tscheche liegt Nadal, immerhin lautet das Head-to-Head 18:3 für den Mann aus Mallorca. Die bisher letzte Niederlage gegen den 1,96 m großen Spieler, der seit Jahren ein Top-Ten-Spieler im Schatten der ganz Großen ist, erlitt Nadal 2006 in Madrid.

Thriller

Erst rund 20 Minuten nach Mitternacht ist die erste Woche der Australian Open tatsächlich beendet worden: Andy Murray bezwang in einem mitreißenden Fight den starken Bulgaren Grigor Dimitrow nach knapp 3:30 Stunden mit 6:4,6:7(5),6:3,7:5 und steht damit im Viertelfinale. In diesem trifft er auf den 19-jährigen Australier Nick Kyrgios.

Im vierten Satz hatte Dimitrow schon klar Kurs auf einen Entscheidungssatz genommen, lag er doch bereits 5:2 voran. Doch Murray zeigte in dem sehenswerten Match enormen Willen und qualifizierte sich für sein 16. Major-Viertelfinale en suite, wenn er angetreten ist (Paris 2013 nicht gespielt, Anm.). "Ich bin glücklich, dass ich da durchgekommen bin", atmete Murray auf. "Es war sehr unterhaltsam heute, es waren viele gute Rallyes dabei. Grigor ist ein toller Athlet und so schnell, da gibt es Schläge, die andere nicht haben", zollte der Schotte seinem Gegenüber Lob. Ein Netzroller beim Matchball hatte zugunsten Murrays entschieden. Dimitrow zeigte an diesem Tag einmal mehr, dass der ganz große Durchbruch in ein Grand-Slam-Finale wohl nur noch eine Frage der Zeit ist.

Murray bekommt es nun mit dem letzten noch im Bewerb befindlichen Australier zu tun. Der ohrenbetäubende Jubel aus der Hisense-Arena für Kyrgios während seines Spiels war freilich auch Murray nicht entgangen. "Er hat bisher ein tolles Turnier gespielt, das wird ein spannendes Match. Hoffentlich gibt es noch ein paar Leute auf diesem Platz, die auch auf meiner Seite sind", sagte Murray schmunzelnd zum Publikum.

Generationenduell

Bei den Damen kommt es im Viertelfinale zum Generationenduell zwischen Co-Favoritin Maria Scharapowa und Aufsteigerin Eugenie Bouchard. Scharapowa fegte die Chinesin Peng Shuai mit 6:3,6:0 vom Court und sparte Kräfte für das Duell mit der Kanadierin. Die 20-jährige Bouchard, die im Vorjahr u.a. im Endspiel von Wimbledon und im Halbfinale von Melbourne gestanden war, war nach dem 6:1,5:7,6:2 über die Rumänin Irina-Camelia Begu unzufrieden. "Mein Level hat im zweiten Satz etwas nachgelassen und das ist wirklich nicht gut", sagte die überaus ehrgeizige Bouchard.

Nach dem verlorenen Satz verließ sie den Platz in Richtung Toilette. "Ich habe mich lange selbst im Spiegel angeschaut und gesagt 'Genie, das ist untragbar'", schilderte die Weltranglisten-Siebente. Die bisherigen drei Matches gegen Scharapowa hat die Russin gewonnen, bei den French Open 2014 allerdings sehr knapp mit 4:6,7:5,6:2. "Das war ein wirklich hartes Match für mich. Ich bin sicher, sie wird extrem gut spielen", erklärte Scharapowa, die damals in Paris den Titel holte. In Melbourne hat sie nach dem Achtelfinal-Aus 2014 etwas gutzumachen, zumindest steht sie nun in den Top-8.

Erstellt am 25.01.2015