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Sport
07/30/2012

Taktik der Judoka Drexler: "Nur nicht verkopfen"

Hilde Drexler wird am Dienstag im Londoner ExCeL-Center über sich hinauswachsen müssen, wenn sie eine Olympia-Medaille für Österreich holen will.

In der Kategorie bis 63 Kilogramm, in der 2004 in Athen die im März 2011 viel zu jung verstorbene Claudia Heill Silber gewann, kommen die Favoritinnen mit der Japanerin Yoshie Ueno und der Französin Gevrise Emane aus einem anderen Lager.

Doch Drexler hat in den vergangenen 15 Monaten mit EM-Bronze und Topplatzierungen bereits eigene Fußstapfen hinterlassen. Die Auftaktniederlage bei den Kontinentaltitelkämpfen in diesem Jahr hat Drexler länger beschäftigt.

"Das Selbstvertrauen war weg, aber dann hatte ich zwei starke Turniere und es wandelte sich wieder", erzählte die Wienerin. Ende Mai beim Grand Slam in Moskau und zwei Wochen später beim Weltcup in Tallinn wurde sie jeweils Dritte. Endlich kein Thema mehr ist der Ende 2011 erlittene Seitenbandeinriss im rechten Knie, der die 28-Jährige plötzlich um die Olympia-Teilnahme zittern ließ. "Ich habe Vertrauen ins Knie, dass es hält."

Als Trainingspartnerin durfte Marlies Priesner mit nach London. "Ich habe mich so für sie gefreut. Sie hat von Beginn an das Team gepusht", sagte Drexler, die zum Auftakt auf Rizlen Zouak aus Marokko trifft. In Runde zwei wartet die israelische EM-Dritte Alice Schlesinger. "Ich habe null Druck und kann es locker angehen. Ich darf nur nicht verkopfen", lautet die Taktik von Drexler, deren zwei jüngere Schwestern in der Halle als Schlachtenbummlerinnen mit dabei sein werden." Die Mama blieb daheim. "Sie kann es nicht mitansehen, wenn ich kämpfe."

An der Matte genau mitverfolgen, was sein Schützling macht, wird Trainer Klaus-Peter Stollberg. Als Betreuer sind es seine vierten Spiele. "Als Sportler bin ich 1984 dem Boykott zum Opfer gefallen. Ich war damals Weltranglistendritter", erzählte er. "Ich versuche mit Sportlern das zu erreichen, was mir selbst verwehrt geblieben ist. Und ich hoffe, dass nie wieder politische Entscheidungen den Sport in den Hintergrund rücken."

Drexler sieht er optimal vorbereitet. "Ich bin sehr zufrieden mit ihr. Wir haben unsere To-Do-Liste abgearbeitet. Die Werte des letzten Belastungstests waren sehr gut. Wir können uns nichts vorwerfen, wir haben alles realisiert, was geht." Drexler benötigt zwei Siege, um ins Viertelfinale zu kommen. Ab dort gibt es bei einer Niederlage noch die Möglichkeit, in den Bronze-Kampf zu gelangen.

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