Sport
16.04.2012

Streckenrekord beim Wien-Marathon

Der Kenianer Henry Sugut gewinnt das Rennen in 2:06:58 Stunden und verbessert den Rekord von Abel Kirui.

Rund 350.000 Zuschauer marschierten am Sonntag durch Wien, um auf dem Laufenden zu bleiben. Die Gescheiten unter ihnen fanden sich zwei Stunden nach dem Start vor der Reichsbrücke um 11 Uhr bei 12 Grad am Heldenplatz ein.

Dort sahen sie Einzigartiges. Nicht, dass ein Kenianer gewonnen hat (das sieht man eh jedes Jahr seit 2007), sondern wie ein Kenianer gewonnen hat: Henry Sugut war zu gut für die Konkurrenz und stellte in einer Zeit von 2:06:58 Stunden einen neuen Streckenrekord auf. Damit verbesserte Sugut, der im vergangenen September beim Weltrekord von Landsmann Patrick Makau Pacemaker war, die 2008 von Abel Kirui aufgestellte Marke um 40 Sekunden.

Zeitsprünge

Kirui ist übrigens auch aus Kenia, wie die besten sieben Läufer des 29. Vienna City Marathon. "Diese Zeit ist für mich sehr wichtig. Ich mag Wien und die Zuschauer entlang der Strecke", sagte Sugut, nachdem es so gut gelaufen war, in feinem Englisch. Und das musste er auch sagen. Veranstalter Wolfgang Konrad konnte aber etwas mitteilen, was einzigartig ist: "Es war das bislang schnellste Rennen in Wien." Denn auch der Zweitschnellste war flink. Gilbert Yegon lief 2:07:38 und damit dieselbe Zeit wie Kirui 2008.

Bei den Damen änderte sich an der Spitze nur die Zeit: Fate Tola aus Äthiopien lief ein einsames Rennen. Auf ihre persönliche Bestzeit, die sie 2011 eben in Wien aufgestellt hatte, fehlten 18 Sekunden. Lächerlich nach 42,195 Kilometern. Tola kann nicht nur gut laufen, sondern auch Deutsch. "Alles gut. Danke", waren ihre Worte, die an 40 Medienvertreter gerichtet waren. Auf Englisch erzählte sie dann, dass sie sehr zufrieden war.

Heimspiele

Österreicher blieben "unter ferner liefen". Bei den Herren rannte der Kärntner Roman Weger zum vierten Mal als bester Österreicher durchs Ziel (den Rekord hält übrigens Max Wenisch mit acht Mal). Weger wurde 24., lief aber dieses Mal nur eine Zeit von 2:24:53 und mit Oberschenkelproblemen über sechs Minuten langsamer als im Vorjahr.

Tanja Eberhart war auch bei ihrem zweiten Marathon die erste Österreicherin in Wien. Die 22-Jährige wirkte Minuten nach dem Lauf, der für sie 2:43:59 gedauert hatte, frisch wie nach einem Waldspaziergang. "Ich habe am Schluss nicht mehr volles Tempo gehen können." Ihre Bestmarke hat sie aber um 12 Sekunden verbessert.

Das A-Team im B-Bewerb

In Wien bekam der Halbmarathon die doppelte Aufmerksamkeit. Einfach, weil zwei Weltstars da waren. Der äthiopische Superstar Haile Gebrselassie lief zum zweiten Mal in Wien, Paula Radcliffe, die Marathon-Weltrekordhalterin aus Großbritannien, zum ersten Mal.

Natürlich hat man sich deshalb dieses Mal etwas einfallen lassen: Man ließ Radcliffe in einem Verfolgungsrennen 7:52 Minuten vor Gebrselassie starten. Der 38-jährige Äthiopier überholte Radcliffe bereits bei Kilometer 16 und kam nach einer Laufzeit von 60:52 ins Ziel. Im Vorjahr war der zweifache Olympiasieger die 21,1 Kilometer in 60:18 Minuten gelaufen. Radcliffe, die sich auf Heim-Olympia im Sommer in London vorbereitet, benötigte für dieselbe Strecke 72:03 Minuten.

Beide waren mit der Umgebung, nicht aber mit ihren Leistungen zufrieden. "Es war windig und kalt, aber die Atmosphäre war wieder fantastisch. Ich wollte schneller laufen", sagte Gebrselassie. Radcliffe entschuldigte sich im Ziel ("Sorry") und sagte danach: "Ich spürte die Bronchitis, aber aufgeben wollte ich bei diesem tollen Rennen nicht."

Marathon - Männer

1. Henry Sugut (KEN) 2:06:58 Stunden
2. Gilbert Yegon (KEN) 2:07:38 Stunden
3. John Kiprotich (KEN) 2:07:44 Stunden
4. Gilbert Kirwa (KEN) 2:08:09 Stunden
5. Willy Kibor (KEN) 2:08:32 Stunden
6. John Komen (KEN) 2:09:24 Stunden
7. Geoffrey Ndungu (KEN) 2:10:00 Stunden
8. Artur Kozlowski (POL) 2:10:58 Stunden
9. El-Hassane-Ben Lkhainouch (FRA) 2:11:06 Stunden
10. Arkadiusz Gardzielewski (POL) 2:11:34 Stunden
Weiter
24. Roman Weger (AUT) 2:24:53 Stunden
26. Manfred Heit (AUT) 2:32:22 Stunden

Marathon - Frauen

1. Fate Tola ( ETH) 2:26:39 Stunden
2. Olga Glok (RUS) 2:27:18 Stunden
3. Johannes Helalia (NAM) 2:27:20 Stunden
4. Olha Kalenarova-Ochal (POL) 2:31:33 Stunden
5. Lydia Rutto (KEN) 2:31:57 Stunden
Weiter:
9. Tanja Eberhart (AUT) 2:43:59 Stunden

Halbmarathon - Männer

1. Haile Gebrselassie ( ETH) 1:00:52 Stunden
2. Philemon Rono (KEN) 1:05:48 Stunden
3. Karl Aumayr (AUT) 1:07:42 Stunden
4. Christian Steinhammer (AUT) 1:09:59 Stunden
5. Wolfgang Wallner (AUT) 1:11:22 Stunden

Halbmarathon - Frauen

1. Paula Radcliffe (GBR) 1:12:03 Stunden
2. Valentine Kibet (KEN) 1:13:30 Stunden
3. Lene Hjelmsö (DEN) 1:16:52 Stunden
Weiter:
5. Isabelle Heers (AUT) 1:19:00 Stunden

Alle Wien-Marathon-Sieger

1984 (25.03.): 1. Antoni Niemczak (POL) 2:12:17
1985 (31.03.): 1. Gerhard Hartmann (AUT) 2:14:59
1986 (13.04.): 1. Gerhard Hartmann (AUT) 2:12:22
1987 (05.04.): 1. Gerhard Hartmann (AUT) 2:16:10
1988 (10.04.): 1. Mirko Vindis (YUG) 2:17:45
2. Helmut Schmuck (AUT) 2:17:50
1989 (16.04.): 1. Alfredo Shahanga (TAN) 2:10:29
2. Gerhard Hartmann (AUT) 2:13:01
1990 (22.04.): 1. Gidamis Shahanga (TAN) 2:09:28
3. Helmut Schmuck (AUT) 2:13:17
4. Gerhard Hartmann (AUT) 2:13:45
1991 (14.04.): 1. Karel David (CZE) 2:12:25
1992 (26.04.): 1. Karel David (CZE) 2:13:41
1993 (18.04.): 1. Carlos Patricio (POR) 2:11:00
1994 (10.04.): 1. Joaquim Silva (POR) 2:10:42
1995 (23.04.): 1. Piotr Prusik (POL) 2:15:23
1996 (14.04.): 1. Dube Jillo ( ETH) 2:12:51
1997 (25.05.): 1. Ahmed Salah (DJI) 2:12:53
1998 (24.05.): 1. Taye Moges ( ETH) 2:09:21
1999 (30.05.): 1. Andrew Eyapan (KEN) 2:11:41
2000 (21.05.): 1. Willy Cheruiyot (KEN) 2:08:48
2001 (20.05.): 1. Luis Novo (POR) 2:10:28
2002 (26.05.): 1. Moses Tanui (KEN) 2:10:25
2003 (25.05.): 1. Joseph Chebet (KEN) 2:14:49
4. Michael Buchleitner (AUT) 2:16:31
2004 (16.05.): 1. Samson Kandie (KEN) 2:08:35
5. Michael Buchleitner (AUT) 2:12:58
2005 (20.05.): 1. Mubbarak Shami (KAT) 2:12:20
8. Michael Buchleitner (AUT) 2:16:41
2006 (07.05.): 1. Lahoucine Mrikik (MAR) 2:08:20
10. Roman Weger (AUT) 2:16:23
2007 (29.04.). 1. Luke Kibet (KEN) 2:10:07
14. Roman Weger (AUT) 2:18:22
2008 (27.04.): 1. Abel Kirui (KEN) 2:07:38
12. Markus Hohenwarter (AUT) 2:18:13
2009 (19.04.): 1. Gilbert Kirwa (KEN) 2:08:21
9. Günther Weidlinger (AUT) 2:12:39
2010 (18.04.): 1. Henry Sugut (KEN) 2:08:40
12. Günther Weidlinger (AUT) 2:14:05
2011 (17.04.): 1. John Kiprotich (KEN) 2:08:29
21. Roman Weger (AUT) 2:18:24
2012 (15.04.): 1. Henry Sugut (KEN) 2:06:58 *
24. Roman Weger (AUT) 2:24:53

Alle Wien-Marathon-Siegerinnen

1984: 1. Renate Kieninger (GER) 2:47:32
2. Monika Naskau (AUT) 2:58:08
1985: 1. Jelena Zuchlo (URS) 2:39:01
2. Henriette Fina (AUT) 2:40:42
1986: 1. Birgit Lennartz (GER) 2:38:31
3. Carina Weber-Leutner (AUT) 2:42:28
1987: 1. Carina Weber-Leutner (AUT) 2:40:57
2. Verena Lechner (AUT) 2:46:08
3. Christiane Berethalmy (AUT) 3:03:17
1988: 1. Penny Glynis (GBR) 2:36:49
3. Carina Weber-Leutner (AUT) 2:41:56
1989: 1. Christa Vahlensieck (GER) 2:34:46
1990: 1. Ludmilla Melicherova (TCH) 2:33:18
4. Verena Lechner (AUT) 2:41:38
1991: 1. Ludmilla Melicherova (TCH) 2:37:14
3. Carina Weber-Leutner (AUT) 2:40:47
1992: 1. Pasqualine Wangui (KEN) 2:40:50
1993: 1. Bente Moe (NOR) 2:38:21
1994: 1. Sissel-Sofie Grottenberg (NOR) 2:36:17
1995: 1. Helena Javornik (SLO) 2:36:30
1996: 1. Aurica Buia (ROM) 2:31:39
1997: 1. Tatjana Dschabrailowa (UKR) 2:30:49
1998: 1. Irina Kazakowa (FRA) 2:35:09
1999: 1. Florina Pana (ROM) 2:34:26
2000: 1. Maura Viceconte (ITA) 2:23:47 *
2001: 1. Jane Salumae (EST) 2:29:47
2002: 1. Ludmilla Puschkina (UKR) 2:32:03
3. Dagmar Rabensteiner (AUT) 2:35:42
2003: 1. Lucilla Andreucci (ITA) 2:35:32
6. Eva-Maria Gradwohl (AUT) 2:39:48
2004: 1. Rosaria Console (ITA) 2:29:22
4. Eva Maria Gradwohl (AUT) 2:38:04
2005: 1. Florence Barsosio (KEN) 2:31:40
2. Eva Maria Gradwohl (AUT) 2:39:44
2006: 1. Tomo Morimoto (JPN) 2:24:33
4. Susanne Pumper (AUT) 2:32:21
2007: 1. Luminita Talpos (ROM) 2:32:21
3. Susanne Pumper (AUT) 2:37:55
2008: 1. Luminita Talpos (ROM) 2:26:43
7. Ingrid Eichberger (AUT) 2:47:07
2009: 1. Andrea Mayr (AUT) 2:30:43 ÖR
2010: 1. Hellen Kimutai (KEN) 2:31:08
5. Andrea Mayr (AUT) 2:34:09
2011: 1. Fate Tola ( ETH) 2:26:21
14. Tanja Eberhart (AUT) 2:44:11
2012: 1. Fate Tola ( ETH) 2:26:39
9. Tanja Eberhart (AUT) 2:43:59

* Wien-Rekord

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