Fünf Birdies, ein Bogey: Bernd Wiesberger brachte sich mit 68 Schlägen in ausgezeichnete Position.

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Starker Auftakt von Wiesberger und Schwab
06/06/2013

Starker Auftakt von Wiesberger und Schwab

Der Titelverteidiger startete souverän, Matthias Schwab (19) furios.

von Philipp Albrechtsberger

Kennen Sie den? Sagt ein Golfer: „Jetzt kann ich’s!“

Vielleicht muss beim kürzesten Golf-Witz auch Bernd Wiesberger schmunzeln, als Unfug wird er den Einzeiler jedenfalls nicht einstufen. Österreichs bester Golfer hatte bereits vor dem Start der Lyoness Open im niederösterreichischen Atzenbrugg etwas philosophisch angemerkt: „Perfekt wird dieses Spiel nie jemand beherrschen. Aber genau das macht ja den Reiz aus.“

Eine gehörige Portion an Reizen bekam der 27-jährige Burgenländer bereits am Donnerstag zum Auftakt des österreichischen Top-Turniers zu spüren. Wiesberger, Titelverteidiger und Top-Favorit auf den Sieg bei der bestdotierten Sportveranstaltung im Lande (eine Million Euro), schoss gleich am Auftaktloch über das Ziel hinaus. Statt der vorgegebenen fünf Schläge auf der 463 Meter langen Bahn benötigte er sechs Versuche.

Selbstbewusst

„Vielleicht wollte ich ja insgeheim meinen Gegnern ein bisschen einen Vorsprung geben“, scherzte Wiesberger im Nachhinein. Er hatte auch leicht Scherzen, war er doch mit vier Schlägen unter dem Platzstandard (Par 72) ins Clubhaus eingekehrt.

Mit der starken 68er-Runde brachte sich Wiesberger nicht nur in eine exzellente Position für die Mission Titelverteidigung, der zweifache Sieger auf der European Tour hielt sich dadurch auch alle Möglichkeiten offen, in der kommenden Woche als erster Österreicher beim US Open abschlagen zu dürfen.

Für die Teilnahme am zweiten Major-Turnier des Jahres ist ein Platz unter den ersten 60 der Welt nötig, Wiesberger umkreist die magische Marke als 61. Bis zur Ausgabe des Rankings am Montag hat er noch Zeit zur Verbesserung. „Darüber nachzudenken bringt mich hier nicht weiter.“

Matura im Visier

Nachdenken, das muss derzeit Matthias Schwab – über Biologie, Englisch und Religion. Dem 19-jährigen Steirer, fünftbester Amateurgolfer der Welt, steht in zwei Wochen die mündliche Matura bevor. „Ich war in den letzten Tagen ein bisschen faul, also geht’s jetzt ins Quartier zum Lernen“, sagte er gestern Mittag.

Davor hatte Schwab den Kurs im Diamond Country Club mit 67 Schlägen bewältigt und sich unter all den Profis im absoluten Spitzenfeld positioniert. „Mein Ziel ist es, dass ich am Wochenende mit Bernd in der Gruppe spiele“, sagt Schwab, der ab Sommer mit einem der begehrten Golf-Stipendien an der exklusiven Vanderbilt University im US-Bundesstaat Tennessee studieren wird. Vorausgesetzt, das mit Biologie, Englisch und Religion klappt.

„Ein großes Talent mit gewaltigem Potenzial“ nennt ihn Bernd Wiesberger.

Kein Witz.

Stand nach Tag eins
1. Tom Lewis (ENG) 63 Schläge
2. Joost Luiten ( NED) 65
3. Simon Dyson (ENG) 66
Alexander Levy (FRA) 66
Richard McEvoy (ENG) 66
Graeme Storm (ENG) 66
7. Matthias Schwab (AUT) 67
Miguel Angel Jimenez (ESP) 67
Liang Wen-Chong (CHN) 67
Andy Sullivan (ENG) 67
Paul Waring (ENG) 67
12. U.a. Bernd Wiesberger (AUT) 68

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