Sport
25.01.2015

Hahnenkamm-Bilanz: Kein Heimsieg, 84.000 Zuschauer

Eine "halbierte" Abfahrt trübte die Bilanz und verhinderte eine "weiße Weste" des Spektakels.

Ohne Heimsieg ist am Sonntag die von insgesamt 84.000 Zuschauern live besuchte 75. Auflage der Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel zu Ende gegangen. Dominik Paris (Super-G), Alexis Pinturault (Kombi), Kjetil Jansrud (Abfahrt) und Mattias Hargin (Slalom) hießen die großen Sieger der ersten Ausgabe, an der das neue "Original-Programm" erstmals termingerecht abgewickelt wurde.

2014 hatte Kitzbühel nach der Abkehr von der "klassischen" Kombination diesen Bewerb erstmals mit Super-G und Kombi-Slalom durchgeführt, wetterbedingt aber an einem Sonntag. 2015 ging diese Variante wie vorgesehen erstmals am Freitag über die Bühne. Prompt war dies neben der wetterbedingten Halbierung der Abfahrt einer der großen Diskussionspunkte der Hahnenkammrennen 2015.

"Die weiße Weste ist sich nicht ganz ausgegangen", sprach OK-Chef und K.S.C.-Präsident Michael Huber zunächst die Verkürzung der Abfahrt an. Der Klassiker auf der Streif musste nach zwei problemlosen Trainings wegen Nebels um die Hälfte auf 1.633 Meter verkürzt werden und wird mit einer Siegerzeit von nur 58,16 Sekunden als kürzeste Weltcup-Abfahrt in die Geschichte eingehen. Normalerweise liegt hier die Endzeit knapp unter zwei Minuten.

"Ich danke allen Teams für ihr Verständnis. Die Verkürzung war unsere einzige Chance, ein Rennen zu haben und alle haben mitgespielt. The show must go on", erklärte Chef-Renndirektor Markus Waldner, warum man die Abfahrt durchgezogen hatte, obwohl diese laut Reglement eine zu geringe Höhendifferenz aufgewiesen hatte. "In solchen Fällen kann die Jury auch ex lege entscheiden", erklärte Huber.

Rekord-Ereignis

Denn in Kitzbühel geht es um viel. Laut Huber wurden weltweit 130 Stunden live übertragen und in 54 Ländern mit 16 Sprachen an die 450 Millionen Haushalte erreicht. "Auch diesbezüglich seien die 75. Hahnenkammrennen ein Rekord-Ereignis gewesen." Von den 84.000 Live-Besuchern sahen 18.000 Super-G und Kombi, 45.000 die Abfahrt und 21.000 den Slalom.

Wie die 50. Hahnenkamm-Auflage im Jahr 1990, als wegen Schneemangels die Sprint-Abfahrten ihrer Premiere feierten, war auch die 75. Ausgabe ein gewisser Erneuerungs-Moment. Peter Obernauer, der das Amt 2007 von Toni Sailer übernommen hatte, trat zum letzten Mal als Rennleiter auf. Neuer Rennleiter ist ab 2016 der Extremskifahrer Axel Naglich. Huber versprach: "Die 76. Ausgabe der Hahnenkamm-Rennen wird wieder interessant."

Hier erfahren Sie alles über das Kitzbühel-Wochenende

Der Schlussakt: Slalom am Ganslernhang

Die Bilder vom Kitzbühel-Slalom

1/12

SLALOM DER HERREN IN KITZBÜHEL: HIRSCHER

Marcel Hirscher speeds down the course on his way …

SLALOM DER HERREN IN KITZBÜHEL: FANS

AUSTRIA ALPINE SKIING WORLD CUP

SLALOM DER HERREN IN KITZBÜHEL: RAICH (AUT)

SLALOM DER HERREN IN KITZBÜHEL: MATT (AUT)

SLALOM DER HERREN IN KITZBÜHEL: NEUREUTHER (GER)

SLALOM DER HERREN IN KITZBÜHEL: DOPFER (GER)

Hargin of Sweden crosses finish line in men's Alpi

Alexander Khoroshilov speeds down the course durin…

Hirscher of Austria clears a gate during the men's

Hirscher of Austria reacts after men's Alpine Skii

Hargin gewinnt Kitzbühel-Slalom, Hirscher Zweiter

Der Schwede Mattias Hargin hat den Slalom in Kitzbühel gewonnen und sich somit den ersten Weltcupsieg gesichert. Der 29-Jährige verwies Weltmeister und Topfavorit Marcel Hirscher, der nach dem ersten Durchgang in Führung gelegen war, auf den zweiten Platz. Der Deutsche Felix Neureuther machte im finalen Durchgang Plätze gut, fuhr vom fünften auf den dritten Rang.

Hirscher verließ Kitz mit zwei zweiten Plätzen (Kombination und Slalom) und satten 160 Weltcup-Punkten. "Ich bin sehr dankbar, es war ein super Wochenende", meinte der Salzburger, der vom Hargin-Lauf in höchsten Tönen schwärmte: "Das war einer der besten Slalomläufe, die ich jemals gesehen habe."

Hirscher, der nach dem ersten Durchgang führte, sei eben im Mittelteil nicht so kompromisslos wie der spätere Sieger unterwegs gewesen. "Mattias hat über die Wellen brutal Tempo gemacht, diese Eier hatte ich heute nicht", gestand Hirscher. Neureuther verpasste seinen dritten Sieg im Kitz-Slalom nach 2010 und 2014, sah in Hargin aber ebenfalls einen mehr als verdienten Sieger. "Marcel und ich haben ein wenig zu viel taktiert. Mattias wollte den Sieg am meisten und hat ihn deshalb auch verdient", erklärte der Deutsche.

Im Gesamtweltcup führt der Salzburger nun mit 162 Punkten vor dem Norweger Kjetil Jansrud. In der Slalom-Wertung liegt der ÖSV-Superstar 24 Zähler hinter Neureuther auf Platz zwei.

Versprechen

Am Samstagabend hatten sich Hirscher und Neureuther im ORF-Studio zu einem gemeinsamen Versprechen hinreißen lassen. Demnach werde man das Duo eines Tages auch als Abfahrer auf der Streif in Kitz sehen. Doch bereits am Sonntag kündigte Hirscher an: "Irgendeinen Weg finden wir schon, um aus dieser Sache rauszukommen."

Der Kitzbühel-Slalom

Endstand des Kitzbühel-Slaloms:
1. Mattias Hargin SWE 1:43,10
2. Marcel Hirscher AUT 1:43,59
3. Felix Neureuther GER 1:43,73
4. Giuliano Razzoli ITA 1:43,87
5. Fritz Dopfer GER 1:43,92
6. Alexander Choroschilow RUS 1:44,14
7. Henrik Kristoffersen NOR 1:44,23
8. Stefano Gross ITA 1:44,42
9. Alexis Pinturault FRA 1:44,54
10. Markus Larsson SWE 1:44,59
11. Julien Lizeroux FRA 1:44,69
12. Mario Matt AUT 1:44,76
13. André Myhrer SWE 1:44,78
14. Linus Strasser GER 1:44,88
15. Patrick Thaler ITA 1:44,98
16. Sebastian-Foss Solevaag NOR 1:45,15
17. Daniel Yule SUI 1:45,19
18. Ivica Kostelic CRO 1:45,28
19. Benjamin Raich AUT 1:45,42
20. Jonathan Nordbotten NOR 1:45,43
21. Jean-Baptiste Grange FRA 1:45,49
22. Ramon Zenhäusern SUI 1:45,56
23. Reto Schmidiger SUI 1:45,58
24. Jens Byggmark SWE 1:45,63
25. Victor Muffat Jeandet FRA 1:45,73
26. David Chodounsky USA 1:45,86
27. Cristian Deville ITA 1:46,01
. Reinfried Herbst AUT 1:46,01

Out: Luca Ärni (SUI), Dave Ryding (GBR)

Stand nach dem ersten Durchgang

1. Marcel Hirscher AUT 52,38
2. Alexander Khoroshilov RUS 52,57
3. Mattias Hargin SWE 52,80
4. Fritz Dopfer GER 52,88
5. Felix Neureuther GER 52,89
6. Stefano Gross ITA 53,17
7. Giuliano Razzoli ITA 53,36
8. Markus Larsson SWE 53,46
9. André Myhrer SWE 53,69
10. Linus Strasser GER 53,91
11. Henrik Kristoffersen NOR 53,93
12. Patrick Thaler ITA 54,01
13. David Chodounsky USA 54,03
14. Julien Lizeroux FRA 54,13
15. Alexis Pinturault FRA 54,25
16. Daniel Yule SUI 54,33
17. Reinfried Herbst AUT 54,34
18. Mario Matt AUT 54,39
19. Jens Byggmark SWE 54,46
20. Benjamin Raich AUT 54,48
21. Sebastian-Foss Solevaag NOR 54,55
22. Dave Ryding GBR 54,57
23. Victor Muffat Jeandet FRA 54,58
24. Cristian Deville ITA 54,62
25. Luca Ärni SUI 54,72
. Jean-Baptiste Grange FRA 54,72
27. Ramon Zenhäusern SUI 54,79
28. Reto Schmidiger SUI 54,80
29. Ivica Kostelic CRO 54,93
30. Jonathan Nordbotten NOR 55,03

Out: Steve Missillier (FRA)

Paris siegt vor Jansrud

Dominik Paris ist der "Preisgeld-König" der 75. Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel. Mit dem Sieg im Super-G und Platz zwei in der Abfahrt war der Südtiroler nicht nur sportlich, sondern mit insgesamt 88.500 Euro brutto auch beim Verdienen die Nummer eins. Dahinter folgte Abfahrtssieger Kjetil Jansrud (NOR) mit 79.590 Euro, Platz drei sicherte sich Slalom-Gewinner Mattias Hargin (SWE) mit 75.000.

Erfolgreichster Österreicher in Kitzbühel war Marcel Hirscher. Mit den zweiten Plätzen in Kombination (22.500 Euro) und Slalom (35.000) kam der Salzburger auf insgesamt 57.500 Euro vor Steuern. Insgesamt wurde 2015 in Kitzbühel ein Rekord-Preisgeld von 626.200 Euro verteilt.

Preisgeld-Liste
1. Dominik Paris ITA 106.000
2. Kjetil Jansrud NOR 95.850
3. Mattias Hargin SWE 90.000
4. Marcel Hirscher AUT 69.000
5. Alexis Pinturault FRA 59.000
6. Matthias Mayer AUT 33.400
7. Georg Streitberger AUT 26.500