Segeln
04/21/2014

Senkrechtstart nach dem Absturz

Thomas Zajac und Tanja Frank zählen nicht nur beim Weltcup vor Hyères ab Montag zu den Favoriten.

von Peter Karlik

Wenn im Sommer 2016 die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro stattfinden, dann werden wieder Österreichs Segler zu den Medaillenanwärtern zählen. So viel ist in der österreichischen Sportlandschaft schon zwei Jahre davor klar vorherzusehen.

Eine der größten Hoffnungen werden Thomas Zajac und Tanja Frank sein. Die beiden Wiener waren letzte Saison Nummer eins der Weltrangliste und sind jetzt Zweite. Bei der am Montag an der Côte d’Azur vor Hyères beginnenden Weltcup-Regatta zählen sie zu den Favoriten in der Nacra17-Klasse.

Blickt man fünf Jahre zurück, ist das als sportliches Wunder zu bezeichnen. Im März 2009 stürzte der damals 23-jährige Zajac in einer Wiener Kletterhalle aus zwölf Metern ab und brach sich zwei Lendenwirbel. "Ich habe mir nur gedacht: Ja nicht auf dem Kopf landen", erinnert sich der Segler. Dank seines gut trainierten Körpers hatte er keine Querschnittslähmung. "Einige Ärzte haben mir gesagt, dass ich den Sport vergessen kann. Ich habe mich dann nur von jenen behandeln lassen, die optimistisch waren."

Dennoch muss er wochenlang ein Gipskorsett tragen. Nach zehn Monaten kehrt Zajac ins Training zurück, Schmerzen werden zum Partner. "Aber beschweren darf ich mich nicht." Da vier Wirbel zusammengewachsen sind, muss Zajac mit Physiotherapie und speziellen Übungen seinen Körper pflegen. Probleme gibt es "nach mehreren Segeltagen oder bei langen Autofahrten."

Auf der "Samba" oder "Capoeira", wie die derzeitigen Boote im Hinblick auf Rio 2016 heißen, fühlt sich Thomas Zajac hingegen sehr wohl. Das liegt auch an seiner Partnerin Tanja Frank. Die 21-Jährige übernimmt meist die körperlich sehr anstrengende Rolle des Vorschoters und Zajac kann somit seine Erfahrung als Steuermann eines Zwei-Rumpf-Bootes ausspielen. Denn er war mit Thomas Czajka Junioren-Welt- sowie Europameister und drauf und dran, im Tornado die Nachfolge von Roman Hagara und Hans Peter Steinacher anzutreten. Doch der Tornado wurde aus dem Olympischen Programm gewirbelt.

Das Risiko

Nach dem Umstieg auf den 49er, der mit einer Niederlage in der nationalen Olympia-Qualifikation endete, kam 2012 die Aufnahme der Doppel-Rumpf-Boote Nacra17 zu Olympia. Die Boote haben ähnlich wie die Boliden beim letzten America’s Cup gebogene Schwerter, auf denen gute Segler foilen, also so ähnlich wie surfen können. Dadurch verringert sich der Wasser-Widerstand. "Wenn man mit Risiko fährt, sind sie sehr schnell", sagt Zajac. Aber auch gefährlich: Vor Palma überschlug sich das Duo kurz vor dem Ziel.

In Hyères haben Thomas Zajac und Tanja Frank prominente Gegner: Nach Olympia-Medaillengewinner Darren Bundock (Aus) kehrt auch Santiago Lange (Arg) zurück. Beide waren schon harte Gegner von Hagara/Steinacher im Tornado. "Schön", sagt Zajac, "es ist cool, solche Leute zu besiegen."

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