Schwimm-WM: Jukic ist Verfahren "egal"

Dinko Jukic ist überzeugt: "Für mich gilt nicht die Unschuldsvermutung, sondern die Unschuld."
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Die Schwimmer Jukic, Nadarajah und Rogan führen das 16-köpfige OSV-Aufgebot bei der Weltmeisterschaft in Shanghai an.

Mit guten Hoffnungen reisen Österreichs Schwimmer zur Langbahn-Weltmeisterschaft in Shanghai vom 16. bis 31. Juli. Mit dabei ist auch Dinko Jukic, gegen den bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) ein Verfahren anhängig ist. Der 22-Jährige führt gemeinsam mit Markus Rogan und Fabienne Nadarajah ein 16-köpfiges rot-weiß-rotes Aufgebot an. "Die Chancen werden sicher gut sein", meinte Schwimmverbandspräsident Paul Schauer.

Jukic (200 m Delfin, Staffel, über weitere Starts wird in Shanghai entschieden) muss sich für das Nichtzustandekommen einer geplant gewesenen Dopingkontrolle am 24. Mai verantworten, Verhandlungstermin ist am 3. August. Sollte im Verfahren ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen festgestellt werde, könnten ihm alle seit damals erzielten Ergebnisse aberkannt werden.

"Mir ist das egal"

Belastend sei die Angelegenheit nicht, behauptete Jukic: "Ich bin es gewohnt, damit zu leben. Mir ist das egal, ob die Verhandlung vor oder nach der WM ist. Das hat keinen Einfluss auf meine Leistungen." Schauer sieht die Sache gelassen: "In Kenntnis der Prozessunterlagen bin ich sehr froh, dass dass genau geklärt wird, welche Seite welche Versäumnisse gesetzt hat", meinte er. "Für mich gilt nicht die Unschuldsvermutung, sondern die Unschuld."

Jukic verbat sich Fragen zur unerquicklichen Causa, Sportliches stehe im Vordergrund. Und da sei er guter Dinge. Der 22-Jährige, der sich in den vergangenen zwei Wochen in Rijeka vorbereitete, hat sein Olympia-Ticket bereits gelöst. "Es wird schwer, die Weltspitze ist zusammengerückt. Im Finale ist aber alles möglich", meinte Jukic, der bei der Langbahn-WM in Rom vor zwei Jahren Sechster über 200 m Delfin geworden war.

Erstmals auch eine OSV-Damenstaffel bei WM

Nadarajah, die die 50 m Brust und 50 m Delfin bestreitet, startet mit einem Handicap: Trainer Robert Michlmayr konnte die Reise nicht antreten, weil man die Akkreditierungsfrist versäumte. "Ohne Akkreditierung kann er mir nicht genug helfen", sagte die Wienerin, die vor allem seine technische Expertise vermissen wird. "Er kennt meine Technik extrem gut, das kann gerade auf den kurzen Distanzen eine große Rolle spielen. Ziel ist jedenfalls das Semifinale."

Erstmals entsendet der OSV nicht nur eine Herren-, sondern auch eine Damenstaffel. Erstere bilden Rogan, Jukic, David Brandl und Christian Scherübl, bei den Damen gehen Nadarajah, Jördis Steinegger, Birgit Koschischek und Eva Chaves-Diaz ins Wasser.

Die Schwimmer bereiten sich ab 11. Juli in Peking vor, Schauer freute sich über die gute Gelegenheit: "Das ist großartig, andere Nationen beneiden uns darum." Rogan (200 m Lagen, 200 m Kraul, Staffel), der sich in Japan mit Trainingskollegen aus Los Angeles auf die Titelkämpfe vorbereitet, stößt erst in Shanghai zum Team. Während die Schwimmbewerbe erst am 24. Juli starten, sind Synchronschwimmer (Nadine Brandl, Livia Lang) und Wasserspringer (Sophie Somloi, Constantin Blaha) schon zwischen 16. und 24. Juli im Einsatz.

Österreichs 16-köpfiges Team bei der Schwimm-WM in Shanghai

Schwimmen:
Nina Dittrich (ASV Linz)
Birgit Koschischek (Eisenstädter SU)
Fabienne Nadarajah (SVS Schwechat)
Jördis Steinegger (ASV Linz)
Eva Chaves-Diaz (USC Graz/Staffelschwimmerin)

David Brandl (1. Perger SV)
Florian Janistyn (SG Wr. Neustadt)
Dinko Jukic (SC Austria Wien)
Hunor Mate (Wolfsberger SV)
Markus Rogan (SC Hakoah Wien)
Sebastian Stoss (Eisenstädter SU)
Christian Scherübl (ATUS Graz/Staffelschwimmer)

Wasserspringen:
Sophie Somloi
Constantin Blaha (beide SU Wien)

Synchronschwimmen:
Nadine Brandl (Solo, Duett)
Livia Lang (Duett, beide SU Wien)

(APA / hw) Erstellt am
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