Schwimm-Höhepunkt in Schanghai

Sprunghaft: Constantin Blaha will bei der WM in China hoch hinaus
Foto: apa

Constantin Blaha eröffnet am Samstag für Österreich die WM in China. Der Wasserspringer zählt zu den Geheimfavoriten.

Auf den ersten Blick ist Constantin Blaha alles andere als ein Schwerarbeiter. Zwölf Sekunden, aufgeteilt auf sechs Einheiten, wird heute sein Arbeitspensum betragen. Und dabei wird der 23-jährige Wiener nicht einmal viel mitbekommen. "Wenn es drauf ankommt, bin ich wie in Trance", sagt der Wasserspringer, der für Österreich am Samstag die Schwimm-Weltmeisterschaften in Schanghai auf dem Ein-Meter-Brett eröffnen wird.

Die Vorqualifikation wird zu einem Geduldsspiel. 39 Teilnehmer haben im vorolympischen Jahr für die Titelkämpfe genannt, drei Stunden sind dafür veranschlagt. Da heißt es kühlen Kopf bewahren, bevor er ins kühle Nass eintaucht: "Wenn ich da die ganze Zeit an meine Sprünge denke, werde ich wahnsinnig." Also sind Bücher und MP3-Player in der Badetasche.

Olympia-Tickets

Für den Auftaktbewerb hat sich Blaha viel vorgenommen, auch wenn er gesteht: "Wenn ich mir nur eine Topleistung aussuchen darf, würde ich sie vom Drei-Meter-Brett nehmen." Von dort wird ab Montag gesprungen und - im Gegensatz zum Einer - auch bei Olympia 2012 in London. "Die Spiele sind bei mir immer im Hinterkopf", sagt Blaha. In China werden bereits an die zwölf Finalisten die ersten Olympia-Tickets vergeben, der Wiener zählt zu den Anwärtern.

"Constantin hat die breite Masse verlassen und ist in die Spitze Europas gesprungen", hatte OSV-Präsident Paul Schauer nach EM-Platz fünf von Blaha 2010 gesagt. Der Grund dafür liegt in seiner neuen Trainingsumgebung: Seit zwei Jahren studiert (Wirtschaft) und trainiert Blaha an der Universität in Arizona (USA). "Die Athleten in meiner Trainingsgruppe gehören zu den besten der Welt und ich halte mit ihnen mit. Früher ging ich aufs Brett und wusste, dass ich einen außergewöhnlichen Tag brauche, um ins Finale zu kommen. Das ist heute anders."

Medaillentipp

Auch Markus Rogan wurde mittlerweile vom amerikanischen Trainingsgeist infiziert. Der 29-Jährige trainiert in Los Angeles und zählt bei der WM über 200 Meter Lagen zu den Medaillentipps.

Dazu nannte der Wiener noch für 200 Meter Kraul und die Staffel: "Ich träume vom ersten WM-Staffel-Finale, seitdem wir keine Monarchie mehr sind", sagt Rogan, für den die WM am 24. Juli beginnt.

Der Härtetest für Olympia 2012

Die Schwimm-WM in Schanghai (bis 31. Juli) beginnt dieses Wochenende mit den Wassersprung- und Synchronschwimm-Bewerben ( Eurosport überträgt ab heute 7 Uhr MESZ live).

Für Österreich sind Constantin Blaha, Sophie Somloi (beide Wasserspringen) und die Synchronschwimmerinnen Nadine Brandl und Livia Lang im Einsatz.

Insgesamt sind 16 OSV-Athleten in China am Start, die Bewerbe auf der Langbahn starten am 24. Juli.

(kurier) Erstellt am
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