Marathon: Lilija Schobuchowa soll 450.000 Dollar gezahlt haben, um einer Sperre zu entgehen.

© APA/EPA/TANNEN MAURY

Doping
12/04/2014

Schock nach Aufdecken des Doping-Skandals

Das IOC sieht sich mit dem Skandal in Russland konfrontiert.

Die ARD-Enthüllungen über Betrug, Doping und Korruption im russischen Spitzensport überschatten den Reformkongress des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Monte Carlo. Statt am Wochenende ein Zeichen des Aufbruchs zu setzen, sieht sich das IOC auch mit dem Skandal in Russland konfrontiert.

IOC-Sprecher Mark Adams bezeichnete die Vorwürfe als "ernsthafte Anschuldigungen" und teilte mit, dass die Ethik-Kommission des IOC die Angelegenheit untersucht. "Sollte es etwas geben, was das olympische Komitee und unseren Ethik-Kodex beeinflusst, werden wir nicht zögern, alle nötigen Maßnahmen durchzuführen."

Im Biathlon kämen mehr als 80 Prozent der Athleten, die von in den letzten Jahren suspendiert wurden, aus den ehemaligen Sowjetstaaten, erklärte Nicole Resch, Generalsekretärin der Internationalen Biathlon Union. "Sporterfolge in kommunistischen Systemen waren ein beliebtes Instrument, ein Land oder eine Region auf der Weltkarte zu platzieren", sagte Resch. "Dass hierbei Athleten instrumentalisiert wurden, kann ich nicht ausschließen."

Massiver Druck

Der frühere russische Frauentrainer Wolfgang Pichler hat hingegen systematisches Doping bei den russischen Biathleten ausgeschlossen. "Es wird immer schwarze Schafe geben. Aber alle, das ist Schmarrn", sagte der Deutsche der dpa. Zugleich hält er es aber für vorstellbar, dass im Zuge auf die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Sotschi im Auftrag des Sportministeriums am Verband vorbei eine Gruppe von Athleten aufgebaut wurde, "die gezielt für die Heimspiele an den anderen vorbei vorbereitet wurde".

Pichler hatte in der vergangenen Saison Olga Saizewa, Jekaterina Glasyrina, Swetlana Slepzowa, Jana Romanowa und Jekaterina Schumilowa betreut. "Für diese Athletinnen lege ich meine Hand ins Feuer", sagte er. Zugleich wurde aber eine Konkurrenzgruppe aufgemacht, aus der die letzten beiden EPO-Dopingsünderinnen - Jekaterina Jurjewa als Wiederholungstäterin und Olga Starych - erwischt und gesperrt wurden. Auch Nachwuchshoffnung Alexander Loginow wurde positiv getestet.

"Wir hatten immer das Gefühl, dass irgendwas läuft. Die haben das ziemlich gezielt mit ein paar Athleten probiert", erklärte Pichler. Denn Russland sei nach den schwachen Leistungen bei den Winterspielen 2010 unter massivem Druck gestanden. "Die hatten in Sotschi Angst, dass sie keine Medaillen holen", erklärte der jetzt für das schwedische Team arbeitende Pichler.

Keinen Kommentar wollte der Radsport-Weltverband UCI, der immer wieder auch mit russischen Doping-Fällen zu tun hat, abgeben. "Uns steht es als Verband sicher nicht an, den Inhalt von Fernsehsendungen zu kommentieren", sagte UCI-Sprecher Louis Chenaille.

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