Sport 14.03.2012

Rogge "unbesorgt" vor persönlichem Olympia-Finale

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IOC-Präsident Jacques Rogge hat sich gar nicht erst bemüht, die Vorfreude auf sein persönliches Olympia-Finale zu verstecken.

Knapp viereinhalb Monate vor der Eröffnungsfeier im Londoner Olympiastadion wies der Ober-Olympier am Mittwoch in Lausanne sogar massive Vorwürfe an der Kostenexplosion des Olympia-Spektakels "unbesorgt" zurück.

"Wir im IOC machten uns keine Sorgen. Uns wurde versichert, dass das Budget von 9,3 Milliarden Pfund eingehalten wird", erklärte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees nach der zweitägigen Sitzung seiner Exekutive. Britische Parlamentarier hatten dem Organisationskomitee (LOCOG) vorgehalten, durch ungenaue Planung Steuergelder verschwendet und die offiziell genannten Kosten von 9,3 Milliarden Pfund (11,1 Milliarden Euro) schon jetzt um zwei Milliarden Pfund (2,4 Milliarden Euro) überschritten zu haben. Vor allem bei den Sicherheitskosten scheinen sich LOCOG-Chef Sebastian Coe und Co. gewaltig verkalkuliert zu haben, lautete die öffentliche Kritik. Die Zahl der Sicherheitsleute hat sich von den ursprünglich geplanten 10.000 auf inzwischen über 23.000 mehr als verdoppelt.

Rogge sieht beim olympischen Premium-Produkt in diesem Sommer, den letzten Spielen unter seiner Regie als IOC-Oberhaupt, jedoch keinerlei Grund zur Beunruhigung. Vor zwei Wochen habe ihm der britische Sportminister Hugh Robertson eine Garantie gegeben, dass der 9,3 Milliarden-Etat weiterhin Gültigkeit habe. "Bleibt konzentriert und werdet nicht faul", empfahl Rogge dem Team um Coe. Und: Er sei überzeugt, dass "London tolle Spiele abliefern wird".

Was Rogge aber kritisierte, sind Nationalitätenwechsel von Sportlern um des Geldes willen. "Es gibt Athleten, die aus legitimen Gründen ihre Nationalität wechseln wollen", erklärte er und führte als Beispielgründe Heirat, einen neuen Beruf, Studiengründe oder die Abstammung eines Elternteils an. "Dann gibt es aber die Athleten, die aus Ländern kommen, wo sie unterstützt werden, die aber in ein anderes Land gehen, weil dort mehr Geld zu machen ist."

Erstellt am 14.03.2012