Sport 16.04.2012

Olympia-Quali endet mit EM - ÖJV-Trio hofft noch

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Mit den Europameisterschaften vom 26. bis 28. April in Tscheljabinsk wird die Olympia-Qualifikation im Judo abgeschlossen.

Fix über die Weltrangliste für die Sommerspiele qualifiziert sind bereits der Salzburger Ludwig Paischer (Klasse bis 60 kg) und die Oberösterreicherin Sabrina Filzmoser (bis 57).

Noch Chancen auf einen Startplatz in London haben Hilde Drexler (bis 63), Peter Scharinger (bis 73) und Max Schirnhofer (bis 90), die in Russland aber wohl aufs Podest kommen müssten. Neben dem genannten Quintett schaffte Marcel Ott (bis 73) die EM-Norm, zusätzlich nimmt der heimische Verband die erfolgreichen Nachwuchssportler Tina Zeltner (bis 57), Kathrin Unterwurzacher (bis 63) und Bernadette Graf (bis 70) sowie Daniel Allerstorfer (über 100) mit zu den Kontinentaltitelkämpfen.

"Ich freue mich irrsinnig auf die EM, und vor allem auch, weil wir so eine große Mannschaft haben. Da holt man selbst auch noch die letzten paar Prozente raus aus den Körpern, wenn man sieht, wie die alle Gas geben", sagte EM-Titelverteidigerin Filzmoser. Paischer hofft, dass er nach einem nicht optimal verlaufenen vergangenen halben Jahr bei der EM "die Form vom Training auf die Matte umlegen kann". Auch wenn die Saisonplanung bei Paischer und Filzmoser auf Olympia ausgerichtet ist, wollen doch beide ein gutes Ergebnis mit nach Hause und in die kommenden Vorbereitungswochen nehmen. "Nichts ist besser für das Selbstvertrauen als Siege", sagte der 30-jährige Olympia-Silbermedaillengewinner von Peking.

Das zehnköpfige EM-Team hat sich bis Montag im Olympiazentrum Linz den letzten Schliff geholt, die letzten Tage der Vorbereitung absolvieren die Kämpferinnen und Kämpfer in ihren Heimatvereinen. "Wir fahren mit erfrischend vielen Sportlern zur EM, es ist ein Mix aus erfahrenen und jüngeren mit unterschiedlicher Erwartungshaltung", erklärte Bundestrainer Udo Quellmalz. Für die meisten der Nachwuchssportler ist es die erste EM in der allgemeinen Klasse, es geht vor allem darum, Erfahrung zu sammeln.

Anders ist die Ausgangslage bei Drexler (EM-Dritte 2011), Scharinger (EM-Fünfter 2011) und Schirnhofer (EM-Fünfter 2010). "Hilde liegt im Ranking einen Platz hinter der Olympiateilnahme, mit einer Medaille wäre sie in London dabei. Peter müsste ganz weit vorne landen und Max Zweiter oder Dritter werden", beschrieb Quellmalz die Schwierigkeit der Aufgabe. "Die Anzeichen für ein gutes Resultat sind gut, es ist alles drinnen" meinte Scharinger. Drexler hatte zu Jahresbeginn mit Verletzungen zu kämpfen. "Ich werde alles geben", meinte die Wienerin. Dass freilich auch "das nötige Glück" dabei sein muss, weiß Schirnhofer.

Es gibt auch noch die durchaus realistische Möglichkeit für Österreich, einen kontinentalen Quotenplatz zu erobern. Dazu wird ein übergreifendes Ranking erstellt, also Männer, Frauen und alle Gewichtsklassen in einer Liste nach Leistung gereiht. Abgerechnet wird nach der EM.

Erstellt am 16.04.2012