Sport 20.04.2012

Österreichs Sportkletterer wollen 2011 wiederholen

Österreichs Sportkletterer wollen in der neuen Saison an die Erfolge des Vorjahres mit WM-Medaillen und Gesamtsiegen im Weltcup anschließen.

Der Auftakt in die neue Saison vor einer Woche ist jedenfalls gelungen. Obwohl Österreich nur mit zwei Athleten nach China zum Boulder-Weltcup gereist war, gab es durch Jakob Schubert (Platz eins) und Anna Stöhr (Zweite) zwei Stockerlplätze.

Der Boulder-Weltcup wird am Wochenende in Slowenien fortgesetzt. "Unser Team ist heuer gut aufgestellt", sagte Team-Coach Heiko Wilhelm am Freitag in Innsbruck vor der Abreise nach Log Dragomer (SLO). Das Team sei endgültig etabliert, auch junge Sportler könnten um Podestplätze mitkämpfen. "2011 war das erfolgreichste Jahr in der jungen Geschichte des ÖWK (Österreichischer Wettkletterverband, Anm.). Das zu wiederholen oder auch zu toppen wird schwer, wir versuchen es aber."

In der chinesischen Millionenmetropole Chongqing sorgte der 21-jährige Wirtschaftsstudent Schubert für die große Überraschung: der Vorstieg-Vizeweltmeister und Gesamtweltcupsieger im Vorstieg und der Kombination des Vorjahres gewann seinen ersten Boulder-Bewerb. "Für mich völlig überraschend. Ich habe mich nicht einordnen können", sagte Schubert.

Dabei hatte sich der Innsbrucker heuer ganz gezielt auf die Boulder-Saison vorbereitet und im Training das Hauptaugenmerk auf die Maximalkraft gelegt. Auch den traditionellen Beginn des Vorstieg-Trainings im April hat Schubert auf Juni verschoben. "Schauen wir mal, wie es mir beim Bouldern geht. Ich kann mich trotz des ersten Sieges noch nicht richtig einschätzen", sagte Schubert, der heuer den Titel im Vorstieg und im Kombinationsweltcup verteidigen will. "Wobei die Kombination bei uns nicht so viel zählt. Im Vorjahr habe ich diesen Titel allein wegen meiner vielen Vorstieg-Weltcuppunkte gewonnen", erläuterte Schubert.

Kilian Fischhuber, Weltcuptitelverteidiger im Bouldern, will heuer wettkampfmäßig ruhiger treten und nur bei vier Weltcups und der WM in Paris starten. "Nach zehn Jahren Wettkampf will ich nur noch das machen, was mir wirklich Spaß macht", sagte der Lehramtsstudent (Englisch und Sport), den viel mehr die natürlichen Felsen locken: "Drei bis vier Monate im Fels sollten sich ausgehen." Mit Schubert und Lukas Ennemoser hat Fischhuber zwei ernste Konkurrenten im eigenen Team.

Auch Anna Stöhr hat sich große Ziele gesetzt. Die Tirolerin, die kommende Woche ihren 26. Geburtstag feiert, will ihre beiden Titel (WM und Boulder-Weltcup) verteidigen. "Der Auftakt mit Platz zwei in China war vielversprechend. Wichtig wird sein, die Form zu halten", sagte Stöhr, die alle sechs Boulder-Weltcups bestreiten wird. Aber auch der Fels lockt die Lehramtsstudentin: "Da will ich wieder Gas geben. Einige Projekte sind in Planung."

Höhepunkte aus heimischer Sicht sind die drei Weltcup-Veranstaltungen in Österreich. Los geht es bereits kommende Woche mit Wien (Boulder), Mitte Mai ist Innsbruck Weltcupstation (Boulder). Und im August gibt es in Imst noch einen Vorstieg-Weltcup. Das Budget des ÖWK konnte um fünfzehn Prozent auf 650.000 Euro gesteigert werden. Neben dem Leistungszentrum in Innsbruck wurden zwei neue in Linz/Vöcklabruck und Graz/Mitterdorf installiert.

Erstellt am 20.04.2012