Sport
17.06.2017

Österreich qualifiziert sich für die Handball-EM

Vor 5000 Fans in Wien setzte sich Österreich gegen Bosnien mit 34:32 durch.

Seien wir uns ehrlich: Die Euphorie, die um Auftritte des Fußball-Nationalteams herrschte, hätten sich die Handball-Kollegen längst verdient – ist doch die Auswahl des ÖHB zu einem Stammgast bei Großevents geworden. Nach dem 34:32-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina ist das nächste Ticket in der Tasche, und zwar für die Europameisterschaft in Kroatien im kommenden Jänner.

Es war doch nicht das befürchtete Auswärtsspiel für Österreich in der Wiener Albert-Schultz-Halle. Die Ränge der leider nicht wie angekündigt ausverkauften Heimstätte der Vienna Capitals waren doch großteils rot-weiß-rot gefärbt, der Gäste-Block aber prall gefüllt und ganz schön laut. Die 5000 Anwesenden waren Zeugen eines Blitzstarts der selbstbewusst auftretenden österreichischen Mannschaft, die schnell auf 3:0 davonzog, und die Bosnier erst in der 4. Minute anschreiben ließ.

Wenn bei den Gästen etwas lief, dann über den rechten Flügel, wo der beim deutschen Balingen spielende Predragovic sein Team im Alleingang wieder heranbrachte. In der 10. Minute hieß es 5:5, wenige Minuten später 5:8 aus der Sicht der Österreicher, bei denen sich plötzlich Fehler im Spielaufbau einschlichen. Oder aber sie scheiterten am gut aufgelegten bosnischen Goalie Grahovac. In Folge pendelte sich die Gäste-Führung auf zwei bzw. Tore Vorsprung ein. Bis zur Pause kamen die Gastgeber dank die beiden Deutschland-Legionäre Bilyk und Weber heran. 17:17 hieß es zur Pause – ein Ergebnis, das die Spannung in diesem Match widerspiegelte.

Bilyk überragte

Auch in Halbzeit zwei wurde diese beibehalten. Die Bosnier erarbeiteten sich wieder einen hauchdünnen Vorsprung, vor allem Bilyk machte es sich zur Aufgabe, diese nicht anwachsen zu lassen. Der in Kiel zu einem Weltklassespieler heranwachsende Wiener übernahm die Verantwortung – und das war gut so. Der Gegner fand kein Rezept gegen Österreichs Star, der mit acht Treffern Topscorer dieser Partie werden sollte. Zur Mitte der zweiten Hälfte drehte Österreich auf, nach einem Fünf-Tore-Lauf zog die Johannesson-Truppe auf drei Treffer davon. In der Eishalle kühlten die Bosnier völlig ab, ganz im Gegensatz glühte die Atmosphäre auf den Rängen. Es wurde richtig laut, die Capitals-Fans wissen, wie sich das anfühlt. In so einer Atmosphäre verliert es sich nicht leicht.

Jungstar Bilyk sagte erfreut: „Es ist unglaublich, jeder von uns hat davon geträumt. Wir haben nichts anderes im Kopf gehabt. Wir wussten, dass wir über 60 Minuten stärker sind, wenn wir laufen und unsere Stärken ausspielen. Wir haben nie daran gezweifelt, dass wir dieses Spiel gewinnen.“