Sport
03.02.2018

Österreich gewinnt Daviscup-Duell mit Weißrussland

Nach dem gewonnen Doppel lag das ÖTV-Team uneinholbar 3:0 vorne. Thiem und Novpak setzten den Deckel drauf.

Die "Mission Weltgruppe" von Österreichs Daviscup-Team ist am Freitag und Samstag im VAZ Sankt Pölten erfolgreich eröffnet worden. Das Doppel Oliver Marach/Philipp Oswald sorgte im ersten Samstag-Match für das 3:0 gegen Weißrussland. Anschließend besiegte Dominic Thiem in einem für den Aufstieg bereits bedeutungslosen Match Ilja Iwaschka im Vergleich der Nummern eins der beiden Teams 6:4,7:6(5) und stellte auf 4:0. Für den fünften Punkt sorgte Dennis Novak, der Jaraslaw Schyla 7:6(1),6:0 besiegte.

Gegner in der zweiten Runde der Europa/Afrika-Zone I ist am 6./7. April auswärts Russland, bei einem Erfolg würde es am 14./15. September ins Play-off gehen.

Für Australian-Open-Sieger Marach war das 6:3,7:6(5) gegen den für Sergej Betow nominierten Iwaschka sowie Andrej Wasilewski sein 22. Sieg in Folge, in der ATP-Statistik nur durch eine W.o.-Niederlage Ende Oktober im Wien-Halbfinale unterbrochen. "So eine Serie ist wie im Märchen", sagte der Steirer. Ist er sonst an der Seite des Kroaten Mate Pavic erfolgreich, passte es diesmal wieder mit Oswald. Die beiden hatten im Juli den Gstaad-Titel geholt.

"Am Ende des Tages zählt der Sieg"

Marach gab in Niederösterreichs Landeshauptstadt keines seiner Service-Spiele ab, Oswald passierte das in jedem Satz einmal. Und einmal traf der Vorarlberger beim Aufschlag den am Netz lauernden Teamkollegen. "Es kann immer mal passieren", nahm es Marach locker. "Ich werde jedes Jahr fünfmal abgeschossen. Es hat ein bisschen wehgetan, aber es geht vorbei."

Der heuer auch schon recht erfolgreiche (Auckland-Finale) Oswald fühlte sich an der Seite des Melbourne-Triumphators wohl. "Der Oli ist echt gut drauf, er returniert Weltklasse. Ich habe gewusst, selbst wenn ich eine Durchschnittspartie spiele, wird es reichen." Die Lokalmatadore hatten im ersten Satz vor vollem Haus gleich zum 2:0 gebreakt, nach dem Rebreak auf 4:3 setzten Marach/Oswald sofort entscheidend zum 5:3 und in Folge mit dem Satzgewinn nach.

Enger wurde es im zweiten Durchgang, in dem die Weißrussen nach einem sofortigen Rebreak zum 2:2 ihr Service hielten und ins Tiebreak kamen. In dem bedeuteten zwei Mini-Breaks des rot-weiß-roten Duos eine 6:1-Führung bzw. fünf Matchbälle. Vier wurden primär aufgrund von guten Punktschlägen Iwaschkas vergeben, die fünfte Chance wurde jedoch genutzt. "Am Ende des Tages zählt der Sieg", stellte Oswald das Wesentliche in den Vordergrund.

"Geile Kulisse"

Der 32-Jährige bedankte sich bei der Mannschaft, dem Betreuerteam und den Fans. "Das Publikum war unglaublich. Ich habe noch nie vor so einer geilen Kulisse gespielt." Oswald wie Marach gaben an, für Russland zur Verfügung zu stehen. ÖTV-Kapitän Stefan Koubek genoss einmal den aktuellen Erfolg: "Besser kann es nicht laufen. Ich kann nur stolz auf die Mannschaft sein. Sie haben nicht nur gut gearbeitet die Woche, sondern auch super gespielt."

Gerald Melzer mit seinem 2:6,7:5,6:4 am Freitag gegen Iwaschka, Thiem und Marach/Oswald haben übrigens für Österreichs erste 3:0-Führung in einem Daviscup-Vergleich seit mehr als zehn Jahren gesorgt. Im September 2007 war in Innsbruck gegen Brasilien letztlich mit einem 4:1 der Verbleib in der Weltgruppe fixiert worden. Die ÖTV-Punkte hatten damals Jürgen Melzer (2), Koubek und das Doppel Julian Knowle/Melzer geholt.

"Richtige Entscheidung"

"Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung", antwortete Thiem auf die Frage, ob sich seine Aufstellung auch am Samstag rentiert habe. Die Fans hatten das auch goutiert, Thiem wurde bei gefüllten Tribünen angefeuert. "Es war sehr, sehr cool. Ich habe ein paar Sachen ganz gut trainiert. Aber man will die Partie natürlich trotzdem gewinnen." Iwaschka hielt vor allem im zweiten Satz sehr gut mit, den Schlusspunkt setzte Thiem mit einem sehenswerten Passierball.

Mit dem in 1:43 Stunden eingefahrenen Erfolg hält Thiem in seiner Daviscup-Karriere bei sieben Siegen und fünf Niederlagen bzw. im Einzel bei einer Bilanz von 6:3.

Im Anschluss daran war noch das letzte Einzel angesetzt. Statt Gerald Melzer wurde in diesem "dead rubber" aufseiten der Österreicher Dennis Novak aufgestellt. Der Niederösterreicher spielte sein insgesamt viertes Daviscup-Match gegen Zhyrmont-Ersatz Jaraslaw Schyla.