Sport
05.12.2011

Ö-Tour: Gipfelsturm eines 23-Jährigen

Alexandre Geniez ist nicht nur neuer Glocknerkönig, sondern gewann auch die Königsetappe der Ö-Tour.

Eine Krone gibt es zwar nicht für diesen König, eine gewisse Freude konnte Alexandre Geniez aus Rodez in Südfrankreich dennoch nicht verbergen: Der 23-Jährige von Skil-Shimano reihte sich auf der vierten Etappe der Österreich-Rundfahrt mit seinem Ritt auf dem Abschnitt von Heiligenblut hinauf zum Hochtor in die Riege der Glocknerkönige ein, er wird daher künftig in einem Atemzug mit Frank Vandenbroucke, Daniele Nardello, Maurizio Vandelli oder Ivan Basso genannt werden.

Freilich konnte sich Geniez auch bei seinem Fluchtgefährten Martin Kohler bedanken: Der Schweizer aus dem BMC-Team verzichtete auf Attacken. Dem Streckenrekord für die 14 Kilometer lange Kletterei mit 1400 Metern Höhendifferenz wurde das Duo aber nicht gefährlich; Geniez und Kohler verloren rund acht Minuten auf die Bestmarke von Beat Zberg (48:37 Minuten). Gewonnen hat hingegen David Wöhrer - der 21-jährige Tyrol-Fahrer passierte das Hochtor als Dritter und zeigte wie schon am Dienstag auf. Mit der Gesamtwertung aber hatte all das nichts zu tun, zu weit liegen die Protagonisten der ersten Rennhälfte in Klassement zurück.

Rohregger attackiert wieder

Mit der Gesamtwertung viel zu tun hatten hingegen die Pläne von Thomas Rohregger. Der Kramsacher, 2008 letzter österreichischer Ö-Tour-Sieger, startete nach 160 Kilometern einen Angriff im Anstieg zum Dientner Sattel und passierte die Bergwertung als Dritter hinter seinem Leopard-Trek-Kollegen Oliver Zaugg und Alexandre Geniez, konnte sich aber nicht von den Konkurrenten im Kampf um Gelb absetzen und wurde von der Gruppe der Spitzenfahrer wieder geschluckt.

Für ein Kuriosum sorgten die Astana-Profis Kiserlovski und Clarke, die in der Folge beim Versuch, das Tempo hochzuhalten, zu fest in die Pedale traten, plötzlich weit vor Fredrik Kessiakoff, ihrem Mann in Gelb, lagen und von ihrem sportlichen Leiter zurückgepfiffen wurden.

Die Uneinigkeit der Topleute half Geniez: Der Zweite der heurigen Luxemburg-Rundfahrt feierte nach 5:30:09 Stunden und 199,3 Kilometern den bislang größten Sieg seiner Karriere.

Pechvogel

Sprinter Daniel Schorn, der am Dienstag schwer gestürzt war, konnte inzwischen leichte Entwarnung geben. War zunächst ein Schlüsselbeinbruch befürchtet worden, blieb "nur" die Diagnose Schleudertrauma. Die Rundfahrt 2011 ist für den 21-Jährigen dennoch längst Geschichte.

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