Sport 13.04.2012

Obradovic, Tschakajew in Türkei um Olympia-Ticket

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Ab Samstag geht es in Trabzon in der Türkei für neun Tage um die letzten 26 an europäische Boxer zu vergebenden Plätze im von 250 Boxern bestrittenen olympischen Turnier.

Der ÖBV schickt den Leichtgewichtler Ivan Obradovic und den Mittelgewichtler Arbi Tschakajew in die Konkurrenz. Ihre Aussichten auf ein Ticket sind gering, denn dafür müssten sie ins Semifinale bzw. sogar ins Finale kommen.

Der Vorarlberger Obradovic greift in der 60-kg-Klasse erst jetzt in die Olympia-Qualifikation ein, nachdem die Weltmeisterschaften im Frühherbst nach abgelegter Matura für ihn im Formaufbau zu früh gekommen waren. Der gebürtige Tschetschene Tschakajew ist in Baku in WM-Runde zwei ausgeschieden, für ein Olympia-Ticket hätte es einen Top-Ten-Platz gebraucht. Nun sind in der 75-kg-Klasse nur noch zwei Olympia-Plätze zu haben.

Auf wie viele Konkurrenten sie in ihren Gewichtsklassen treffen, werden Obradovic und Tschakajew erst bei der für Samstag angesetzten Auslosung erfahren. "Da noch viele gute Europäer nicht bei Olympia sind,", meinte dazu Bundestrainer Adolf Angrick zur APA - Austria Presse Agentur, "ist in jeder Klasse mit über 30 Sportlern zu rechnen." Der K.o.-Raster würde demnach drei bis vier Siege bis zur Olympia-Fahrkarte erfordern.

Angrick ist sich bewusst, dass die Chance auf die Qualifikation für die Spiele für seine Schützlinge eher gering ist. Ungeachtet dessen verlief die Vorbereitung auf die Europa-Qualifikation recht akribisch. "In einem Lehrgang im Jänner haben wir die Ausgangslage ausgetestet, danach an Grundlagen und Athletik gearbeitet", erklärte der Coach. "Da haben wir gemerkt, dass in der speziellen Ausdauer ein Defizit bestanden hat."

Dieses sollte in einer Mitte März in Wien begonnenen Turnierphase behoben worden sein. Vor allem bei einem Meeting in Halle standen harte Kämpfe gegen Weltklasseleute auf dem Programm. Obradovic bekam es da etwa mit dem aktuellen Leichtgewichts-Europameister zu tun. Angrick: "Beide hatten so sechs Kämpfe, danach hat die Phase der Stabilisierung begonnen. Da ging es nur noch um den letzten Schliff."

Der 21-jährige Tschakajew und der 20-jährige HSZ-Soldat Obradovic haben in ihren Karrieren noch Zeit, daher wäre ein verpasstes Olympia-Antreten auch kein allzugroßer Beinbruch. "Beide werden für die Qualifikation um Olympia 2016 in Rio de Janeiro profitieren", sagte dazu ÖBV-Sportdirektor Marius Korner, gemeinsam mit Angrick in Trabzon mit dabei. "Und wir haben noch ein, zwei andere Boxer, die es bis dahin schaffen können."

Die Tage um Ostern verbrachten Tschakajew und Obracovic mit Angrick am Stützpunkt West in Wörgl. Wörgl ist auch Tschakajews Club, Obradovic kämpft für Dornbirn. Am Mittwoch ging es nach Wien, wo es am Donnerstag nur noch um die Stabilisierung ging. "Hier steht das Gewicht halten im Vordergrund", erklärte Angrick. Wann exakt das ÖBV-Duo in das Turnier einsteigt, hängt von der Anzahl der gemeldeten Boxer ab.

Erstellt am 13.04.2012