Sport
08.12.2011

Nur der 28. Juli 2012 zählt

Nicht alle österreichischen Schwimmer wollen bei der EM ins Finale. Was zählt sind die Olympischen Spiele in London.

Nicht alle Österreicher schwimmen bei der laufenden Kurzbahn-EM mit bestmöglicher Vorbereitung. Mit Blickrichtung auf die Olympischen Spiele in London werden knapp acht Monate davor gewisse Kompromisse gemacht. Keines der OSV-Asse hat zwar auf ein Antreten in Szczecin (Stettin) verzichtet, doch werden da und dort die Endläufe nicht um jeden Preis angestrebt. In vorderster Reihe stehen diesbezüglich Maxim Podoprigora und Sebastian Stoss.

Zu Saisonbeginn hatte deren Trainer Andrzej Szarzynski noch vom Medaillenziel in seiner Heimat gesprochen, nun schwimmen in der polnischen Hafenstadt aber beide aus dem Training heraus. "Wir haben das Training zuletzt nur so um zehn Prozent reduziert", sagte Podoprigora. "Mich interessiert nur das Saisonende in London." Stoss ergänzend: "Wenn wir für die EM voll abtrainiert hätten, hätte uns das drei bis vier Wochen Training gekostet." Dieses wird aber im Aufbau für die Olympia-Qualifikation dringend benötigt.

Lang- statt Kurzbahn

Schon voll vorbereitet, aber mit den Gedanken dennoch schon bei Olympia ist Jördis Steinegger. "Ich denke nur an den 28. Juli 2012", sagte die Steirerin.

Für dieses Datum sind bei den Spielen die 400 m Lagen angesetzt. Steinegger ist als bisher einzige OSV-Dame für den Saison-Höhepunkt qualifiziert. Dinko Jukic wiederum hat in der vergangenen Woche auf ein optimales Kurzbahn-Training in Kroatien verzichtet, nimmt dafür in Stettin Mängel bei Wenden und Tauchphase in Kauf.

Letztlich traten am vergangenen Wochenende Martin Spitzer und Markus Rogan bei den "Dutch Open" in Eindhoven auf der Langbahn an, ungewöhnlich knapp vor dem kontinentalen Kurzbahn-Höhepunkt.

Spitzer wollte die Wettkampfmöglichkeit auf der olympischen 50-m-Bahn nutzen, der wie Jukic schon für die Spiele qualifizierte Rogan sein Potenzial über 400 m Lagen ausloten. Mit der Siegerzeit von 4:17,03 Minuten war der Wiener dann auch sehr zufrieden.

"Das war eine tolle Erfahrung und ein guter Start, um meine 400 m Lagen bis zu Olympia auf 4:10 zu bringen", meinte Rogan, um mit einem Augenzwinkern hinzuzufügen: "Obwohl es als 29-Jähriger ein bisschen extrem ist, eine Sieben-Sekunden-Steigerung in einem halben Jahr anzukündigen."

Am Freitag kann er sich in Stettin im 25-m-Becken auf der langen Lagenstrecke beweisen. Finalkandidat ist Rogan als Nennlisten-Achter - wie Jukic als -Sechster - allemal.

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