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Sport
12/05/2011

Neue Gender-Initiative "100% Sport" präsentiert

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sportminister Norbert Darabos haben am Dienstag in Wien eine neue Initiative für Chancengleichheit von Frauen und Männern im Sport präsentiert.

Beide sehen in diesem Bereich dringenden Handlungsbedarf. Der Verein "100% Sport" wird vom Sportministerium finanziert und soll gezielt Missstände beseitigen. Bisher wurden dafür 750.000 Euro aufgewendet.

"Das Ungleichgewicht werden wir auch mit finanzieller Förderung nicht 100-prozentig ausgleichen können", gestand Darabos. "Der Sport ist männerdominiert. Chancengleichheit ist bei weitem noch nicht erreicht." Das untermauerte der Minister mit von seinem Ressort erhobenen Daten. Demnach seien in den heimischen Fachverbänden 95 Prozent der ganztags beschäftigten Trainer und 88 Prozent der Funktionäre männlich. Nur drei von 60 Verbänden haben Präsidentinnen.

"Diese Zahlen sind ernüchternd", meinte Darabos. Auch in den Medien sei Frauensport unterrepräsentiert. Dabei hätten etwa die ÖSV-Damen mit vier Goldmedaillen gegenüber null der Herren die Bilanz bei der vergangenen Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen gerettet. "Frauen machen mindestens genauso gerne und genauso gut Sport wie Männer", betonte Darabos. "Es ist mehr als notwendig, dass wir hier den nächsten Schritt setzen", ergänzte Heinisch-Hosek.

Der Initiative "100% Sport" ist in diesem Jahr unter Vorsitz der ehemaligen EU-Abgeordneten Christa Prets aus dem Verein "WoGoS" entstanden. Ziel ist es, Geschlechter-Gleichstellung in der Besetzung von Sportgremien, in der Medienrepräsentation und in der Förderung zu erreichen. Auch diese laufe laut Heinisch-Hosek zu 70 Prozent in den Männersport. "Wir sind auf einem Niveau, auf dem das Potenzial noch viel zu wenig ausgenutzt", meinte die Frauenministerin. Dazu sei der Unterschied bei den Preisgeldern eklatant.