NBA: Yao beendet Karriere

Yao Ming hat in den letzten beiden Saison nur fünf Spiele bestreiten können.
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Chinas 2,29-Meter-Riese von den Houston Rockets tritt wegen anhaltender Verletzungsprobleme zurück.

Chinas größte Sport-Ikone hat endgültig einen Schlussstrich gezogen. Basketball-Superstar Yao Ming hat am Mittwoch in seiner Heimatstadt Shanghai wie erwartet offiziell seinen Rücktritt vom Spitzensport erklärt. Der 30-jährige Center der Houston Rockets, der dem Sport im Reich der Mitte zu einem wahren Boom verholfen hat, war in den vergangenen Jahren von anhaltenden Verletzungsproblemen zurückgeworfen worden.

Yao war 2002 als erster internationaler Spieler als Nummer eins im NBA-Draft ausgewählt worden. Der Chinese wurde in weiterer Folge achtmal für das All-Star-Game der stärksten Basketball-Liga der Welt nominiert. Yao hatte den Rockets bereits vor zwei Wochen angekündigt, seine Karriere beenden zu wollen. In den vergangenen zwei Saisonen hatte der 2,29-Meter-Mann wegen Knöchel- und Fußverletzungen lediglich fünf Partien bestritten.

486 NBA-Spiele

"Basketball hat mir so viel gegeben und ich will dem Sport danken", erklärte Yao in seiner Abschieds-Pressekonferenz im Pudong Hotel in Shanghai, die einen wahren Medien-Hype ausgelöst hatte. "Der Sport hat mir eine größere Bühne gegeben, meine Fähigkeiten zu beweisen." In insgesamt 486 NBA-Spielen für Houston hatte der Riese im Schnitt 19 Punkte und 9,3 Rebounds pro Spiel erzielt. Seit 2005 verpasste er verletzungsbedingt aber mehr als 250 Partien.

Durch seine Größe und sein Gewicht hatte Yao in den vergangenen Jahren vor allem mit Ermüdungsbrüchen in den Füßen zu kämpfen. Die Rockets hatten seine Spielzeit vor Saisonbeginn auf 24 Minuten pro Spiel limitieren wollen, um die Belastung zu reduzieren - ohne Erfolg: Bereits im fünften Saisonspiel war die "Chinesische Mauer" schon wieder verletzt. "Es war ein langer Prozess", sagte Yao über sein Karriereende. "Ich habe mich 18 Jahre lang darauf vorbereitet, trotzdem kommt es jetzt ein bisschen schnell."

Vor Jackie Chan

Mit neun Jahren hatte der Sohn zweier ehemaliger Basketball-Profis in Shanghai zu spielen begonnen, in Zukunft will er bei den Shanghai Sharks als Manager fungieren. Die Fachwelt beeindruckte Yao nicht nur mit seiner Größe, sondern auch seiner akzeptablen Technik. Der Marktwert des Riesen ist nicht in Zahlen zu messen, die Forbes-Liste der wichtigsten chinesischen Prominenten hatte er aber von 2004 bis 2009 routinemäßig angeführt - bis er im Vorjahr von Schauspieler Jackie Chan auf Platz zwei verwiesen wurde.

Der NBA hat Yao in seiner Heimat zu einem wahren Popularitätsschub verholfen. "Er ist ein Zeugnis für die Globalisierung des Spiels", erklärte NBA-Commissioner David Stern, der sich mit einem Tarifstreit ("Lockout") zwischen Spielern und Clubbesitzern konfrontiert sieht. Die kommende Saison ist dadurch gefährdet. Die Zukunft des Marktes Asien soll es auch im Jahr eins nach Yao nicht sein.

(apa / wol) Erstellt am
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