Caster Semenya startet nach der Debatte um ihr Geschlecht ein Comeback bei der WM.

© EPA/JOHN G.MABANGLO

Leichathletik
08/25/2015

Semenya meldet sich in Peking zurück

Die Südafrikanerin startet nach Zweifeln um ihr Geschlecht bei der Leichathletik-WM neu durch.

Neuer Haarschnitt, schlanke Linie und fittes Auftreten: Die südafrikanische 800-Meter-Läuferin Caster Semenya ist sprichwörtlich wieder im Rennen. Ganz kurzfristig hat sich die 24-jährige Südafrikanerin für die Leichtathletik-WM in Peking qualifiziert. Dort will sie am Mittwochfrüh in den Vorläufen in ihr Comeback auf der großen Sport-Bühne feiern.

Nach Sperre haarscharf in Peking

Nahezu mühelos hatte Semenya ihre Konkurrenz bei der WM 2009 in Berlin hinter sich gelassen und Gold geholt. Allerdings blieb ihr die Freude bald verwehrt, als der Leichtathletik-Weltverband IAAF wegen Zweifeln an ihrem Geschlecht ein Startverbot gegen sie aussprach und ihrer Karriere daraufhin ein promptes Ende drohte. Viele hielten sie für einen Mann, die IAAF ließ sie einem Geschlechtstest unterziehen. Danach gelang es Semenya lange Zeit nicht mehr, an ihre alten Leistungen anzuknüpfen.
Doch die Sportlerin, die sich auf ihrem Twitter-Account „The mighty Caster“ (Die mächtige Caster) nennt, ist entschlossen, die Welt ein weiteres Mal zu überraschen.

Auf den letzten Drücker qualifizierte sie sich für die WM in Peking. Bei einer Qualifikationszeit von 2:01,00 Minuten erkämpfte sich Semenya ganz knappe 2:00,72 Minuten und katapultierte sich direkt zur WM. Ihre persönliche Bestzeit erreichte die Athletin zwar mit Abstand nicht, doch ihr neuer Trainer Jean Verster glaubt an gute Chancen und einen möglichen Sieg in Peking. Der ehemalige Mittelstreckenläufer trainiert Semenya seit November 2014 und beschreibt sie als „sehr fit", sowohl körperlich als auch mental. Verster trainiert auch den botswanischen Star-Athleten Nijel Amos und den Südafrikaner Andre Olivier. Semenya ist entschlossen, ihre Karriere wieder in Gang zu bringen. Mit der Teilnahme in Peking habe sie sich einen ihrer Träume erfüllt, twitterte die Athletin kurz nach ihrer Qualifikation.

Nach Rückschlägen wieder auf Erfolgskurs

Semenya ergatterte nach ihre Sperre noch Silber bei der WM 2011 und bei den Olympischen Spielen 2012 in London. Doch als sie sich 2013 und 2014 nicht für die Leichtathletik-WM und die Commonwealth-Spiele qualifizieren konnte, wurde ihre Existenz als Profi-Athletin immer unsicherer. Sie habe keine gute Kondition gehabt, erinnert sich Verster an den Beginn der Zusammenarbeit mit Semenya. „Wir haben sie langsam wieder aufgebaut.“ Mehrere Knieverletzungen sowie Probleme mit diversen Trainern waren die offiziellen Gründe für Semenyas Leistungsabfall.

Es wurde vermutet, dass die Läuferin durch die von der IAAF vorgeschriebene Hormon-Therapie langsamer geworden sei und ihr die demütigende Debatte über ihr Geschlecht zu schaffen gemacht habe. Dabei hatte Semenya auf den damaligen Medienansturm noch halbwegs gelassen reagiert. „Ich bin, wer ich bin, und ich bin stolz auf mich“, beharrte sie im Jahr 2009. Peking sei nun ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, meint Semenyas Trainer. Trotz aller Rückschläge habe sie große Pläne: Ihr oberstes Ziel sei es, 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Gold zu gewinnen.

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