Sport
18.01.2018

Nach 0:2-Rückstand: Thiem kämpft sich in Runde drei

Der als Nummer fünf gesetzte Österreicher nimmt die Hürde Denis Kudla.

Dominic Thiem hat in der zweiten Runde der Australian Open gegen den US-Qualifikanten Denis Kudla gewonnen. In fünf Sätzen schlug der Weltranglisten-Fünfte Kudla, die Nummer 190 der Welt, mit 6:7,3:6,6:3,6:2,6:3. Das Match dauerte 3:48 Stunden.

Thiem überzeugte bei Temperaturen jenseits der 40 Grad mit enormem Kampfgeist und einer Top-Fitness. Auch ein Verdienst eines Sportwissenschaftlers. "Dominic hat großartig mit Michael Reinprecht gearbeitet", sagt Trainer Günter Bresnik.

In auffallend häufiger Kommunikation mit seiner von Bresnik, Coach Galo Blanco und Physio Alex Stober, nicht aber Freundin Kristina Mladenovic besetzten Box hatte Thiem in den ersten beiden Sätzen nach einem Input gesucht, wie er sich aus der körperlichen und ergebnismäßigen Talsohle herausziehen kann. Dabei ließ er in den beiden verlorenen Durchgängen sehr viele Chancen aus, hätte den Sack letztlich auch viel früher zumachen können.

"Am besten man spielt bei der Hitze nicht so lange, aber das hat heute nicht so gut geklappt", meinte Thiem im "on Court"-Interview lachend. Im ersten Satz ging es nach je drei Breaks ins Tiebreak, in dem Thiem zwei Satzbälle hatte. Im zweiten Durchgang ließ der Sieger von acht ATP-Turnieren einen Breakball bei 3:3 aus, ein Doppelfehler bescherte ihm einen 3:5-Rückstand und nach weiteren vergebenen Breakbällen auch den Verlust des zweiten Satzes.

Top fit

Fortan machte sich jedenfalls Thiems top-fitter Zustand bezahlt. "Dann habe ich gesehen, dass er müde wird und habe mein Spiel ein bisschen umgestellt, habe ihn mehr laufen lassen. Von dem Moment war es um einiges besser", meinte der Niederösterreicher über die Momente des Umschwungs. Der 25-jährige Kudla, Nummer 190 der Weltrangliste, hielt noch bis zum 3:3 gut mit, in den verbleibenden knapp zweieinhalb Sätzen machte er aber nur noch fünf Games.

"Die Bedingungen waren sehr hart. Ich bin mehr als glücklich, jetzt nehme ich erst einmal eine warme Dusche – ich hasse nämlich Eisbäder", sagte der Niederösterreicher, der in seinem 13. Hauptfeldmatch bei den Australian Open erstmals ein Fünfsatzmatch bestreiten musste. Auf Grand-Slam-Ebene war es sein sechstes, nur in Paris musste er noch nie über die volle Distanz. Ein Comeback nach 0:2-Satzrückstand hatte Thiem schon in der zweiten US-Open-Runde 2014 gegen den Letten Ernests Gulbis geschafft.

Nun gegen Mannarino

In Runde drei trifft er am Samstag auf den als Nummer 26 gesetzten Adrian Mannarino. Im direkten Duell mit dem 29-jährigen Mannarino liegt der Ranglisten-Fünfte 6:0 voran. Zuletzt siegte Thiem bei den US Open im Vorjahr.

"Es waren aber immer enge Matches. Bei den US Open war ich die ganze Zeit hinten und habe dann den ersten Satz gewonnen. Das hat ihn ein bisschen gebrochen." Ändern wolle er in seiner Spielanlage gegen Mannarino nichts. "Ich weiß, wie ich gegen ihn zu spielen habe. Ich muss versuchen, dass ich von Anfang an voll dabei bin."

Am Freitag lange ausschlafen sei nun das Wichtigste, am spielfreien Tag werde er naturgemäß nur ein leichtes Training absolvieren.