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16.01.2018

Zeitstrafe gegen Dakar-Leader Sainz wegen Kollision

Carlos Sainz soll einen Quad-Fahrer gerammt haben - für die Kollision erhielt er eine 10-Minuten-Strafe. Peugeot geht in Berufung.

Ausgerechnet am unfreiwilligen Ruhetag am Montag erhielt die Rallye Dakar 2018 neue Würze: Der Gesamtführende Carlos Sainz wurde für eine Kollision auf der Etappe am Samstag bestraft. Die Rennkommissare urteilten, dass Sainz einen Quad-Fahrer von der Strecke gerammt und danach nicht angehalten habe, und brummten dem Spanier eine zehnminütige Zeitstrafe auf.

Sainz soll bei einem Überholmanöver den Niederländer Kees Koolen mit hoher Geschwindigkeit gerammt haben. Koolen kam ohne schwere Verletzungen davon, sein Quad ist jedoch beschädigt und soll nun untersucht werden, ob die Schäden wirklich von einer Kollision mit Sainz' Peugeot stammen. Sainz selbst behauptet, dass Koolen bei dem Überholmanöver zwar "die Kontrolle verloren" habe, einen Unfall habe es aber nicht gegeben.

Die Problematik der ganzen Geschichte: Es gibt kein Videomaterial, lediglich GPS-Daten. Entsprechend wütend reagierte Peugeot-Motorsportchef Bruno Famin. "Kein Mensch kann diese Strafe verstehen. Das Quad weist keinerlei Berührungsspuren auf und hat auf dieser und der nächsten Prüfung jeweils den zehnten Platz belegt. Selbst wenn die Kommissare der Meinung sind, dass sich Carlos falsch verhalten hat, sollten sie eine andere Art von Strafe aussprechen. So greifen sie in das Rennen ein." Er fürchte, dass nun "Manipulationen Tür und Tor geöffnet" seien.

Im Gesamtklassement ändert das vorerst nichts, Sainz liegt weiterhin knapp eine Stunde vor dem Katari Nasser Al-Attiyah im Toyota in Führung, Dritter ist Sainz' Peugeot-Teamkollege Stephane Peterhansel. Allerdings legte Peugeot gegen das Urteil Berufung ein. Die Folge könnte ein langwieriger Prozess sein - möglicherweise steht der Gesamtsieger der Rallye Dakar nicht beim Ziel der letzten Etappe in Cordoba, sondern erst in einigen Wochen fest.