Sport | Motorsport
05.12.2011

Webber missachtet Teamorder

Riskiert er seinen Job? Red Bull rügt Webber nach der Missachtung mehrerer Funksprüche während des Rennens.

Red Bull will nach dem Ärger um eine missachtete Teamanweisung von Mark Webber im Grand Prix von Großbritannien am Wochenende in Silverstone nicht zur Tagesordnung übergehen. "Das ist etwas, das wir beide unter vier Augen besprechen werden", erklärte Teamchef Christian Horner. Webber hatte sich in der finalen Phase mehreren Funksprüchen des Teams widersetzt, seinen Teamkollegen Sebastian Vettel nicht mehr zu attackieren.

Erst in der letzten Runde steckte Webber zurück, begnügte sich mit Platz drei hinter dem WM-Dominator. Laut Horner habe Webber damit 33 Punkte für das österreichisch-englische Team in Gefahr gebracht - jene für die sicheren Plätze zwei und drei hinter Sieger Fernando Alonso im Ferrari. "Das Team steht über allem, kein Einzelner ist größer als das Team", betonte der Engländer.

Stallduell

Schon im Vorjahr hatte Webber nach seinem Sieg in Silverstone für Kontroversen gesorgt, als er über Funk durchsagte: "Nicht schlecht für einen Nummer-zwei-Piloten." Zuvor war ihm Vettel beim Erhalt eines neuen Frontflügels vorgezogen worden - das Stallduell war eröffnet. Red Bull musste allerhand kommunikatives Geschick aufbringen, um die Wogen wieder zu glätten.

Webber will sich trotz keines Saisonsieges gegenüber deren sechs von Vettel nicht mit der Rolle als Nummer zwei begnügen. "Wenn Alonso ausgefallen wäre, hätten wir um den Sieg gekämpft", erinnerte der 34-Jährige der laut eigenen Angaben "vier bis fünf Funksprüche" vom Team bekommen hat. Reagiert hat er darauf nicht wirklich. "Es war eine sehr einseitige Kommunikation."

Medien: "Webber riskiert seinen Arbeitsplatz"

Der Australier verhandelt derzeit mit Red Bull über die Verlängerung seines mit Saisonende auslaufenden Einjahresvertrages. "Webber riskiert seinen Arbeitsplatz", schrieb die englische Boulevardzeitung "The Sun" am Montag. "Die Zeichen stehen auf Abschied", ergänzte die Zeitung "The Independent". So schlimm dürfte es aber nicht sein: Teambesitzer Dietrich Mateschitz hatte zuletzt auf eine einjährige Verlängerung hingedeutet.

In der WM-Wertung liegt Webber kurz vor der Halbzeit als erster Verfolger bereits 80 Punkte hinter Red Bulls Vorzugsschüler Vettel. Dieser reagierte leicht genervt auf Fragen nach der Situation. "Dass da jetzt wieder Diskussionen losgetreten werden, lässt sich nicht vermeiden", meinte der Weltmeister.

Teamorder sind in der Formel 1 seit dieser Saison allerdings nicht mehr verboten - als Reaktion auf eine Diskussion, die Alonsos Sieg im Vorjahr in Hockenheim ausgelöst hatte. Teamkollege Felipe Massa hatte ihn während des Rennens passieren lassen müssen, Ferrari erhielt 100.000 Dollar (70.121 Euro) Strafe.

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