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17.01.2018

Walkner schnuppert am Dakar-Gesamtsieg

Weil sich seine Rivalen am Dienstag verfuhren oder gleich ausschieden, liegt Matthias Walkner deutlich in Führung.

Matthias Walkner hat am Dienstag einen großen Schritt auf dem Weg zum erstmaligen Gewinn der Rallye Dakar gemacht. Der Salzburger siegte auf der zehnten Etappe von Salta nach Belen und profitierte zudem von Fehlern der Konkurrenz. Der bisherige Führende Adrien van Beveren musste nach einem Sturz verletzt aufgeben, dessen Verfolger Kevin Benavides leistete sich einen groben Navigationsfehler.

Walkner schaffte damit im Klassement den Sprung von Rang drei auf eins - samt komfortablem Vorsprung. Der 31-Jährige lag nach der 373 Kilometer langen Sonderprüfung am Dienstag bereits 39:42 Minuten vor dem Spanier Joan Barreda Bort in Front. Benavides, der sich ausgerechnet in seiner Heimat verfuhr, hat als Dritter 41:23 Minuten Rückstand. "Was für ein Tag. Geil, echt cool, endlich ist es aufgegangen", jubelte das KTM-Ass im Ziel.

Nach der achten Etappe hatte er noch einen Etappensieg auf dem Weg nach vorne in der Gesamtwertung als wichtiges Ziel formuliert. Da das neunte Teilstück am Montag wegen des schlechten Wetters nicht gewertet wurde, konnte er dieses Ziel also gleich im ersten Anlauf auf argentinischem Boden abhaken. Es war Walkners dritter Etappensieg bei dem Offroad-Abenteuer, an dem er zum vierten Mal teilnimmt. "Es ist immer ein schönes Gefühl, eine Etappe zu gewinnen", betonte Walkner.

Bei seinem Debüt 2015 hatte er am 6. Jänner die dritte Etappe für sich entschieden und damit den ersten österreichischen Etappensieg seit 10. Jänner 2000 (Heinz Kinigadner) geholt. 2017, als er als Zweiter bereits an den Gesamtsieg heranschnuppern durfte, war er am Teilstück vier am 5. Jänner erfolgreich. Sieg Nummer drei war vor allem auf gute Navigation zurückzuführen.

"Keinen Blödsinn machen"

Walkner holte sich seinen Vorsprung auf dem letzten Drittel der Etappe, wo viele Topfahrer wie Benavides zwischen 30 und 50 Minuten verloren. Er setzte sich 11:35 Minuten vor Pablo Quintanilla (Husqvarna) und 16:21 Minuten vor seinem KTM-Kollegen Gerard Farres Guell durch. "Ich habe in den letzten Tagen eigentlich immer ein bisschen Zeit verloren. Teilweise, weil ich wahrscheinlich etwas zu viel Wert auf die Navigation gelegt habe. Heute hat sich das voll ausgezahlt", schilderte Walkner.

Auch er hatte aber seine Mühe. "Einen Waypoint musste ich ziemlich lang suchen. Da hatte ich dann echt schon Panik. Es war eine extreme Challenge bis zum Schluss. Es war so eine schwierige Etappe, nicht nur wegen der Hitze, sondern auch der Navigation", resümierte der KTM-Fahrer.

Am viertletzten Dakar-Tag geht es am Mittwoch 484 Kilometer lang von Belen nach Chilecito samt einer 280-Kilometer-Sonderprüfung. "Ich werde versuchen es ähnlich anzulegen und keinen Blödsinn zu machen", meinte Walkner. An den Gesamtsieg will er noch nicht denken, kennt er doch die Tücken der Dakar aus der Vergangenheit nur zu gut.