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30.11.2017

Unter Strom: Auftakt in die vierte Formel-E-Saison

Am Wochenende startet die Elektro-Rennserie in Hongkong in die neue Saison - mit dabei sind einige Änderungen.

Die vierte Formel-E-Saison startet am Wochenende in Hongkong mit den ersten beiden von insgesamt 14 Rennen. Elf Städte richten Rennen aus, drei davon doppelt. Außer beim Auftakt ist das auch bei den letzten beiden Stationen Mitte und Ende Juli in New York und Montreal der Fall. Neu im Programm sind Rom, Zürich und Santiago de Chile. Geplant war auch ein Rennen in Sao Paulo, dieses wurde jedoch auf die kommende Saison verschoben. Nach einem Ersatz wird gesucht.

Titelverteidiger ist der Brasilianer Lucas di Grassi. Der Südamerikaner holte sich den dritten in dieser Klasse vergebenen Titel Ende Juli in Montreal, distanzierte nach einer sehenswerten Aufholjagd bzw. nach insgesamt zwölf Rennen den Schweizer Titelverteidiger Sebastien Buemi um 26 Punkte. Der erste Formel-E-Champion war 2015 mit Nelson Piquet jr. ebenfalls ein Brasilianer gewesen. Um Titel Nummer vier bewerben sich 20 Fahrer aus insgesamt zehn Teams.

Audi startet Hersteller-Welle

Neu in dieser Saison ist, dass der Di-Grassi-Dienstgeber Audi mit einem Werksteam einsteigt. Vier weitere Hersteller haben ihren Einstieg ebenfalls schon bekannt gegeben: BMW (ab 2018), Porsche und Mercedes (ab 2019) sowie Nissan. Die Japaner werden nach der kommenden Saison Buemis e.dams-Team ausrüsten, da sich Renault dann voll auf die Formel 1 konzentrieren wird.

Viele sehen die anstehende Saison als ein Übergangsjahr, da dann neue Automobile mit verbesserten Batterien unterwegs sein werden, womit dann eine Renndistanz nonstop durchgefahren werden kann. Aktuell müssen die Boliden zur Rennmitte gewechselt werden. Die Teams arbeiten daher parallel für die neue wie auch für die darauf folgende Saison.

Formel-E-Boss Alejandro Agag glaubt allerdings nicht, dass die kommende Saison dadurch abgewertet wird. "Wenn du den Titel gewinnst, bis du genauso Champion der Formel E. Daher glaube ich, dass es eine konkurrenzbetonte Saison wird", meinte der Spanier. "Viele Teams haben zur Spitze aufgeschlossen. Daher glaube ich, dass es vorne sehr knapp wird."

Neues Wochenend-Format

Testfahrten haben zuletzt in Valencia stattgefunden. Die dortige Formel-1-Rennstrecke ist jedoch mit den Stadtkursen der Formel E nicht zu vergleichen. Buemi war in Spanien jedenfalls vorne dabei, der 29-Jährige freut sich zudem über seinen Heim-Event am 10. Juni in Zürich. Es ist das erste Rundstreckenrennen in der Schweiz seit 1955, als es im französischen Le Mans bei einer Katastrophe 84 Todesopfer gegeben hatte und die Schweiz in der Folge Rundstreckenrennen verboten hatte.

Eine Neuerung in dieser Formel-E-Saison betrifft das Trainingsformat. Die 20 Piloten fahren zwar weiter in fünf Gruppen. Diese werden aber nicht willkürlich zusammengewürfelt, sondern gemäß dem Stand in der Meisterschaft. Das neue System kommt daher ab Sonntag zur Anwendung. Die Top Vier vom Samstag werden dann gemeinsam auf der Strecke sein und die gleichen Bedingungen haben.

Nach den freien Trainings findet das Qualifying statt und anschließend kämpfen in der sogenannten Super-Pole die schnellsten fünf Fahrer um den besten Startplatz. In der Formel E finden die Trainings und Rennen immer am gleichen Tag statt.