Trendwende in der Formel 1

Lewis Hamilton rückte mit seinem Sieg dem WM-Führenden Sebastian Vettel etwas näher.
Foto: apa

Nach dem Sieg von Hamilton in Deutschland hat Red Bull seine Vormachtstellung verloren. Die Topteams agieren auf Augenhöhe.

Natürlich. Sebastian Vettel bleibt der große Favorit auf den WM-Titel. Theoretisch könnte der Deutsche schon im letzten Europa-Rennen in Monza am 11. September die Titelverteidigung perfekt machen.

Doch dieses Szenario, das Ende Juni noch realistisch schien, wird nicht eintreten. Denn Red Bull hat seine eindrucksvolle Vormachtstellung verloren; die Konkurrenz hat den technischen Rückstand aufgeholt; die drei besten Teams, Red Bull, McLaren und Ferrari agieren derzeit auf Augenhöhe. Wider Erwarten spitzt sich vor der Sommerpause die WM noch einmal zu.

Ausgerechnet bei seinem Heimrennen auf dem Nürburgring stand Vettel erstmals nicht auf dem Podest. Der 24-Jährige musste sich mit Rang vier zufriedengeben und zugeben: "Wir waren einfach nicht schnell genug." Selten hat Red-Bull-Teamchef Christian Horner seinen Schützling so enttäuscht gesehen, wie in der Eifel. "Es ist interessant. Ein Wochenende ist Ferrari vorn, ein Wochenende McLaren", sagt Horner. "Und der konstante Faktor ist Red Bull an der Spitze."

Angriff

Noch sind Vettels Jäger nicht gefährlich nahe, doch zumindest einen weiteren Schritt machten sie in Richtung des WM-Führenden. Der Engländer Lewis Hamilton (McLaren) gewann das Rennen vor dem Spanier Fernando Alonso (Ferrari) und dem Australier Mark Webber (Red Bull). "Das war ein massiver Schritt für uns", sagte Hamilton, der in der Fahrer-Wertung hinter Vettel und Webber Rang drei belegt. "Wir sind wieder zurück."

Grund zum Jubeln fand auch die britische Presse. "Ein monumentales Rennen von Hamilton. Der Sieg hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können", schrieb der Guardian . "Atemberaubend. Hamilton fährt das perfekte Rennen", befand der Telegraph . "Lewis Hamilton erteilt Sebastian Vettel eine Fahrstunde", urteilte The Sun.

Hoffnung

Im Ferrari-Land Italien hat man die Hoffnung, dass Alonso Vettel noch abfangen kann. "Alonso ist dran", schreibt La Gazzetta dello Sport. Und Il Tirreno ist überzeugt: "Die WM ist noch nicht gelaufen."

Gut möglich aber, dass sich die alten Kräfteverhältnisse bereits am Sonntag beim Grand Prix in Ungarn wieder einstellen. Denn dort war Red Bull im Vorjahr extrem stark, als Mark Webber seinen bis dato letzten Sieg feierte. Was dafür noch zu tun wäre? Webber: "Du musst kein Einstein sein, um zu wissen, dass wir weiter hart arbeiten müssen."

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(kurier / Florian Plavec) Erstellt am
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