Betroffen: Jules Bianchi ist der erste Formel-1-Tote seit 1994, die Piloten (im Bild: Nico Rosberg) wollen am Sonntag für ihn fahren.

© REUTERS/JEAN-PIERRE AMET

Formel 1
07/24/2015

Rosberg: "Werden hart für Jules fahren"

Im Gedenken an den verstorbenen Bianchi geht der WM-Kampf in Ungarn weiter.

von Florian Plavec

Der Große Preis von Ungarn steht im Zeichen von Jules Bianchi. Der Franzose erlag am 17. Juli mit nur 25 Jahren seinen schweren Kopfverletzungen, die er sich beim Rennen in Japan am 5. Oktober 2014 zugezogen hatte. Im Beisein der Familie, engster Freunde und Formel-1-Kollegen wurde er am Dienstag in Nizza beerdigt. 15 Minuten vor dem Start am Sonntag auf dem Hungaroring (14 Uhr) wird eine Schweigeminute abgehalten.

"Ich wünschte, ich hätte ihn besser gekannt", sagt der WM-Führende Lewis Hamilton. "Aber soweit ich ihn erlebt habe, hatte er ein gutes Herz und eine große Zukunft vor sich. Es war unglaublich hart für uns, von Jules Abschied zu nehmen."

Erst am Donnerstag wurden weitere Details von der Unfalluntersuchung veröffentlicht. Demnach wirkte zum Zeitpunkt des Aufpralls das 254-fache seines Körpergewicht auf Bianchi ein. "Es ist so, als hätte man das Auto aus 48 Meter Höhe auf den Boden fallen lassen. Ohne Knautschzone", erklärte FIA-Sicherheitsexperte Andy Mellor.

Doch die Formel 1 dreht sich weiter. "Wir werden hart für Jules fahren", sagte Hamiltons Teamkollege Nico Rosberg. Nur 14 Punkte trennen die beiden Mercedes-Fahrer im Kampf um die Weltmeisterschaft, ein Sieg ist 25 Punkte wert.

2014 wäre das Duell zwischen Rosberg und Hamilton in Ungarn fast eskaliert. Hamilton hatte die Teamorder ignoriert, Rosberg passieren zu lassen. Beim folgenden Rennen in Belgien kollidierten die beiden.

Doch heuer scheint es, als liefe der Kampf in geordneten Bahnen ab. Nun wurde ein möglicher Grund dafür bekannt. Rosberg verriet im Schweizer Blick: "Es gibt bei Mercedes ein Papier, das beide unterschreiben mussten." Darin sei vorgegeben, wie sich die Fahrer auf der Strecke zu verhalten haben, besonders beim Start und beim Überholen. Toto Wolff: "Wir erwarten nicht von ihnen, dass sie nett zueinander sind, oder dass sie den Medien eine Freundschaft vorspielen", sagte der Motorsportchef von Mercedes. "Wir bitten sie aber, respektvoll miteinander umzugehen und die Einsatzregeln zu befolgen."

Rekordsieger Hamilton

Es könnte trotzdem heiß werden in Budapest – nicht nur wegen der Temperaturen. Nach drei Siegen in den vergangenen fünf Rennen brennt Rosberg auf die zweite Saisonhälfte. Doch Ungarn ist ein guter Boden für seinen Konkurrenten: Mit vier Erfolgen ist Hamilton gemeinsam mit Michael Schumacher Rekordsieger.

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