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08.11.2015

Rivalen der Rennstrecke

Vor dem Finale der Motorrad-WM: Die legendären Duelle auf zwei und vier Rädern.

Valentino Rossi oder Jorge Lorenzo: Im Kampf um die Krone in der Motorrad-Weltmeisterschaft (Sonntag, 14 Uhr/live ORF Sport +, Eurosport, Sky) hat sich die Rivalität zwischen dem Italiener und dem Spanier hochgeschaukelt. Doch das erbitterte Duell der beiden Yamaha-Teamkollegen ist nur eines von vielen in der Geschichte des Motorsports.

Lauda vs. Hunt

Das Duell um den Formel-1-Titel 1976 zwischen Perfektionist Niki Lauda und Lebemann James Hunt ist längst ein Stoff für Hollywood. 2013 zeichnete der Blockbuster "Rush – Alles für den Sieg" das Jahr nach. Für Lauda, der vom Feuerunfall gezeichnet dem Engländer den Titel im letzten Rennen überließ, gilt heute noch das Credo: "Man muss ein Bastard sein, um in der Formel 1 zu gewinnen."

Vettel vs. Webber

Die Rivalität der beiden Red-Bull-Piloten in den Jahren 2009 bis 2013 war eine der schärfsten in der Formel 1 in diesem Jahrtausend. Jahr für Jahr kämpften der Australier und der Deutsche im besten Auto um die WM, Jahr für Jahr hieß der Sieger Vettel. 2010 in Istanbul krachte es auf der Rennstrecke, drei Jahre später in Malaysia überholte Vettel Webber entgegen der Teamanweisung. Erst in diesem Jahr enthüllte Webber in seiner Autobiografie: "Sebastians Arroganz hat dazu geführt, dass er es einfach nicht verstanden hat, wenn etwas falsch gelaufen ist."

Hamilton vs. Rosberg

Nur mit minimal mehr Respekt verläuft seitdem das teaminterne Duell der Mercedes-Piloten: Behinderungen auf der Strecke, verbale Misstöne (Hamilton: "Wir sind keine Freunde. Wir sind Kollegen") und ein Crash ( Belgien 2014) führten zum "Krieg der Sterne". Dreifach-Weltmeister Hamilton dürfte ihn für sich entschieden haben.

Senna vs. Prost

Das Hass-Duell der vom Ehrgeiz besessenen McLaren-Piloten Ayrton Senna und Alain Prost gipfelte im Jahr 1989 in der Karambolage von Suzuka. Der Brasilianer setzte vor der Schikane zum Überholen an, Prost tat, was er angekündigt hatte, fuhr Senna ins Auto und fixierte den WM-Titel. Der Franzose verließ McLaren im Streit und wechselte zu Ferrari. Ein Jahr später kam es wieder zum Duell. Wieder in Suzuka. Senna hatte die Demütigung nicht vergessen: Er schoss Prost in der ersten Kurve aus dem Rennen – und gewann die WM.

Kleinschmidt vs. Schlesser

Sechs Jahre lang waren die Rallye-Piloten Jutta Kleinschmidt und Jean-Louis Schlesser ein Liebespaar. Doch mit dem Wechsel der deutschen Fahrerin von Schlessers eigenem Team zur Konkurrenz begann eine erbitterte Fehde auf und neben der Piste, sie sprachen kein Wort mehr miteinander. Teamchef Schlesser ("Es war wie ein Messer im Rücken") setzte seine Freundin vor die Tür. Kleinschmidt gewann auf Mitsubishi als erste Frau die Dakar-Rallye und sagte, es sei "sicherlich schwierig für die Männerwelt", von einer Frau überholt zu werden. Für Schlesser, den einzigen Mann (außer ihrem Vater), mit dem sie je eine Wohnung geteilt hat, empfand sie "keinen Hass". Aber: "Es tut mir leid, wie er seinen Ruf ruiniert hat."

Peterhansel vs. Roma

Auch Stéphane Peterhansel und Nani Roma waren einst Teamkollegen. Bei der Dakar-Rallye 2014 lieferten sie sich im Mini ein Duell um den Sieg. Roma gewann, weil es sein Chef per Teamorder so entschieden hatte. Der Franzose Peterhansel ließ den Spanier passieren – doch die Atmosphäre zwischen den beiden war vergiftet. Peterhansel verließ das Team und wechselte zu Peugeot.

Schwantz vs. Rainey

Erbittert kämpften die Amerikaner Kevin Schwantz und Wayne Rainey in den frühen 90ern um die Vorherrschaft in der Motorrad-WM. "Es war sehr intensiv", sagt Wayne Rainey (Weltmeister 1990, 1991, 1992). "Manchmal lief es nur auf ihn und mich hinaus." Kevin Schwantz (1993) sieht das Duell im Rückblick entspannter: "Wir haben uns gehasst. Aber unser Verhältnis hat sich geändert. Der Respekt, den wir heute gegenüber dem anderen haben, ist wirklich beeindruckend."