Hamilton in Melbourne auf Pole-Position

Weltmeister Lewis Hamilton distanzierte den Rest der Formel 1 deutlich. © Bild: REUTERS/ALBERT GEA

Das neue Knockout-Qualifying feierte sein Debüt in Melbourne.

Die erste Pole-Position des Jahres 2016 ging wenig überraschend an Weltmeister Lewis Hamilton, der seinen Teamkollegen Nico Rosberg mit einer Zeit von 1:23,837 um 0,360 Sekunden distanzierte. Sebastian Vettel als Dritter hatte schon 0,838 Sekunden Rückstand, für Kimi Räikkönen stand mehr als eine Sekunde zu Buche. Der Hauptgesprächspunkt war jedoch das neue Qualifying-Format, das die Hoffnung auf mehr Spannung nicht erfüllen konnte.

Zum Formel-1-Saisonstart-Quiz

Schon vor dem Qualifying stand eine Rückversetzung in der Startaufstellung fest: Der Indonesier Rio Haryanto hatte im dritten Freien Training bei der Ausfahrt aus der Manor-Box den Haas F1 von Romain Grosjean torpediert. Die Rennkommissare sahen die Schuld beim Manor-Team und versetzten Haryanto in der Startformation um drei Plätze nach hinten.

Erster Qualifying-Abschnitt

Anders als in den vergangenen Jahren waren die Silberpfeile im Qualifying die ersten auf der Strecke. Alle Teams nahmen den ersten Qualifying-Abschnitt, in dem nach sieben Minuten alle neunzig Sekunden insgesamt sieben Piloten eliminiert werden, auf den Supersoft-Reifen in Angriff. Dementsprechend viel Verkehr herrschte auch zu Beginn.

Der Erste, der eine gezeitete Runde in Angriff nahm, war Nico Rosberg, der sich jedoch schon in Kurve eins einen Ausritt durch die Wiese erlaubte. Rosberg brach seine erste Runde jedoch frühzeitig ab, sodass sich Hamilton an die Spitze setzte. Kurz darauf wurde er jedoch von Kimi Räikkönen abgelöst. Hamilton legte nach und distanzierte Räikkönen um deutlich mehr als eine Sekunde.

Für Pascal Wehrlein war das Qualifying früh beendet.
Pascal Wehrlein fuhr 2016 für Manor, er wechselt zu Sauber. © Bild: DIENER/EM

Das erste Opfer des neuen Qualifying-Systems war Manor-Pilot Pascal Wehrlein. Der Deutsche war nach sieben Minuten letzter in der Zeitentabelle und musste sich vom Qualifying verabschieden. Auch Rio Haryanto stieg kopfschüttelnd aus dem Auto aus. Die Spitzenteams beließen es bei einer Ausfahrt. Lediglich die gefährdeten Mannschaften wie Haas, Sauber und auch Red Bull mussten sich strecken. Für Esteban Gutierrez und Grosjean, die beiden Haas-Piloten, war das Qualifying viereinhalb Minuten vor Schluss beendet.

Auch Daniil Kvyat musste seinen Red-Bull-Boliden schon vorzeitig abstellen. Es zeigte sich rasch, dass die Teams mit dem neuen Qualifying-Format Probleme hatten. Kaum einer der Piloten hatte das Timing richtig im Griff. Der Einzige, dem dieses Timing richtig gelang, war Renault-Pilot Jolyon Palmer. Zwar stand der englische Rookie zum Ablauf der Zeit auf dem letzten K.O.-Platz, schaffte jedoch noch eine gezeitete Runde und damit auch den Sprung ins zweite Qualifying. Der Leidtragende war der Schwede Marcus Ericsson im Sauber, der wie sein Teamkollege Felipe Nasr ausschied.

Zweiter Qualifying-Abschnitt

Im zweiten Segment des neuen Qualifyings haben die Piloten sechs Minuten Schonzeit, ehe der langsamste Fahrer eliminiert wird. Dementsprechend waren die Top-Teams auch wieder die ersten auf der Strecke. Nico Rosberg und Lewis Hamilton waren die Ersten, die gezeitete Runden setzten und die ersten Verfolger, die beiden Ferrari-Piloten, um über eine Sekunde distanzierten. Sergio Perez im Force India schob sich dazwischen, auch Max Verstappen im Toro Rosso war unter den besten sechs zu finden.

Der erste Ausfall im Q2 war Renault-Werkspilot Kevin Magnussen, der sich nicht verbessern konnte und auf Platz 15 hängen blieb. Sein Teamkollege Palmer wurde 14.. Der nächste, der aussteigen musste, war McLarens Jenson Button. Auch Fernando Alonso musste das Qualifying kampflos beenden.

Die erste echte Überraschung lieferte Williams-Pilot Valtteri Bottas, der als Elfter ausschied. Grund war ein kleiner Fahrfehler auf seiner schnellen Runde, der ihn die entscheidenden Zehntel kostete. Die letzten beiden Ausfälle waren die beiden Force-India-Piloten Sergio Perez und Nico Hülkenberg, die damit von den Startplätzen neun und zehn ins Rennen gehen werden.

Damit war bereits 90 Sekunden vor dem Ende des Qualifyings der Fahrbetrieb beendet. An der Spitze stand einmal mehr Weltmeister Hamilton, knapp zwei Zehntelsekunden vor Rosberg und fast sieben Zehntel vor Sebastian Vettel auf Platz drei.

Dritter Qualifying-Abschnitt

Im dritten Abschnitt haben die letzten acht Piloten eine Schonzeit von fünf Minuten, ehe wiederum alle 90 Sekunden der langsamste eliminiert wird. Dementsprechend ging der Fahrbetrieb wieder von der ersten Minute an los. Rosberg, Vettel, Räikkönen und Hamilton waren die ersten, die auf die Strecke gingen. Rosberg setzte die erste Zeit, musste sich aber rasch Sebastian Vettel beugen, nachdem er seine schnelle Runde durch einen Fahrfehler ruiniert hatte. Lewis Hamilton distanzierte Vettel anschließend um über eine halbe Sekunde.

Der erste Ausfall im letzten Segment war Daniel Ricciardo. Auch Carlos Sainz unternahm keinen Versuch mehr, sich zu verbessern. Felipe Massa im Williams und Max Verstappen im Toro Rosso stellten ihre Boliden ebenfalls vorzeitig ab. Und auch die beiden Ferrari-Piloten Vettel und Räikkönen verweigerten sechs Minuten vor Schluss die weitere Teilnahme. Wenig überraschend schaffte Rosberg noch den Sprung auf Rang zwei vor die beiden Ferrari-Piloten.

Mr: Cool: Lewis Hamilton bewahrte auch im K.O.-Qualifying die Ruhe.
epa04952346 British Formula One driver Lewis Hamilton of Mercedes AMG GP arrives at the starting grid before the Japanese Formul… © Bild: APA/EPA/DIEGO AZUBEL

Damit hatte sich die Hoffnung, dass das neue Qualifying-System die Formel 1 ein wenig durcheinanderwirbeln würde, in keiner Weise bestätigt. Auch die Idee, dadurch mehr Fahrbetrieb zu erreichen, erwies sich als Irrglaube.

Grand Prix von Australien - Vorläufige Startaufstellung
1. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes
2. Nico Rosberg (GER) Mercedes
3. Sebastian Vettel (GER) Ferrari
4. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari
5. Max Verstappen (NED) Toro Rosso
6. Felipe Massa (BRA) Williams
7. Carlos Sainz (ESP) Toro Rosso
8. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull
9. Sergio Perez (MEX) Force India
10. Nico Hülkenberg (GER) Force India
11. Valtteri Bottas (FIN) Williams
12. Fernando Alonso (ESP) McLaren
13. Jenson Button (GBR) McLaren
14. Jolyon Palmer (GBR) Renault
15. Kevin Magnussen (GBR) Renault
16. Marcus Ericsson (SWE) Sauber
17. Felipe Nasr (BRA) Sauber
18. Daniil Kvyat (RUS) Red Bull
19. Romain Grosjean (FRA) Haas F1
20. Esteban Gutierrez (MEX) Haas F1
21. Pascal Wehrlein (GER) Manor
22. Rio Haryanto (IDN)* Manor

* Drei Plätze Rückversetzung wegen einer Kollision in der Boxengasse

( kurier.at , kai ) Erstellt am 19.03.2016