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08.04.2017

MotoGP: Die Leiden eines Weltmeisters

Jorge Lorenzo fährt nach dem Umstieg auf Ducati hinterher.

Es ist ein Kulturschock. Neun Saisonen, sein ganzes Leben in der Motorrad-Königsklasse, fuhr Jorge Lorenzo für die japanischen Perfektionisten des Yamaha-Rennstalls. Der Spanier reihte Siege an Siege, drei Mal gewann er den WM-Titel in der MotoGP-Klasse, nie beendete er eine Saison außerhalb den Top 3.

Zum zweiten Rennen der Saison 2017 in Argentinien (Sonntag: 21 Uhr MESZ/ live ServusTV) kam der 29-Jährige als WM-Elfter. Lorenzo war vor der Saison umgestiegen und suchte die größte und vielleicht aufregendste Herausforderung im Motorrad-Rennsport. Er will die italienische Edelmarke Ducati zurück auf die Siegerstraße bringen – ein Unterfangen, an dem zuvor auch schon sein Erzrivale Valentino Rossi krachend gescheitert ist.

"Ich habe gelernt, dass wir von unseren Grenzen noch weit entfernt sind. Ich muss mich noch immer an die Reaktionen des Motorrads gewöhnen", sagte Lorenzo vor den ersten Ausfahrten auf der Rennstrecke Termas de Rio Hondo. Nach dem enttäuschenden Auftakt in Katar legte der Spanier Extraeinheiten bei privaten Testfahrten in Jerez ein, er testete unter anderem neue, nicht genauer benannte Teile, "die hilfreich sein werden, um unseren Speed zu steigern".

Favorit Yamaha

Von Podestplätzen ist Ducati unter normalen Rennbedingungen auch in Argentinien weit entfernt. Als Topfavorit geht Lorenzos Ex-Rennstall Yamaha in den Grand Prix.

Vor allem sein Nachfolger und Landsmann Maverick Viñales ist derzeit das Maß der Dinge. Der erst 21-Jährige hatte bereits die Testfahrten vor Saisonbeginn dominiert und den Auftakt in Katar gewonnen. "Jetzt stehen wir vor der Herausforderung, an diese guten Resultate anzuschließen. Ich spüre den Druck, aber das motiviert mich", sagt er.

Einen weiteren Schritt nach vorne erhofft sich auch KTM. Der oberösterreichische Hersteller hatte in Doha beim allerersten Auftritt in der MotoGP als Werksteam mit den Plätzen 16 und 17 die Punkteränge für die besten 15 knapp verpasst.

Das KTM-Fernziel, in drei Jahren um den Titel in der Königsklasse mitzumischen, scheint für Pol Espargaró derzeit noch schwer realisierbar. "Aber ich vertraue ihnen. Die Entwicklung geht so schnell, man weiß nicht, was Mitte der Saison passieren wird", sagte der Spanier.

Erstes Ziel sei es, "sobald als möglich um Punkte mitzukämpfen". Die Strecke in Argentinien mit seiner langen Geraden könnte KTM eher entgegenkommen als der Wüstenkurs in Katar.