Mit Hirn, Charme und Methode
Es ist nicht überliefert, ob Bernie Ecclestone ein Fan der KURIER ROMY ist, aber der 83-jährige Formel-1-Boss aus England meint es gut mit zwei der Nominierten.
Ernst Hausleitner und Alexander Wurz, die als Kommentatoren für den ORF 19 Wochen im Jahr der bedeutendsten Motorsportserie der Welt hinterherreisen, haben Zeit für den wichtigsten TV- und Fernsehpreis des Landes am 26. April in der Wiener Hofburg. Am 21. April kommt das Duo aus Schanghai zurück, zuvor steht an diesem Sonntag aber noch der Grand Prix von Bahrain an.
Fremde Welt
Vielleicht liegt auch darin ein Teil des medialen Erfolgs. Fußball-Teamchefs gibt es acht Millionen in Österreich, einen steilen Skihang haben ebenfalls schon viele unfallfrei bewältigt, doch ein Formel-1-Auto ist und bleibt ein fremdes Objekt für Otto Normalbenzinverbraucher. Eingeordnet wird diese Welt aus Tausendstelsekunden also von Ex-Pilot Alexander Wurz, dessen Smoking für die ROMY "noch nicht bereitliegt".
Das dürfte kein Problem sein. Der 40-Jährige muss sich seit Jahren Wahl-Monegasse nennen lassen, was freilich nicht als Schimpfwort zu verstehen ist. Im Fürstentum an der Mittelmeerküste geht der Smoking ohnehin als Arbeitskleidung durch.
So viel Glamour hat der 46-jährige Hausleitner nicht zu bieten, Wasser und Boote findet der Oberösterreicher in Weyregg am Attersee aber ebenfalls vor der Haustür. Ob er der berühmteste Bürger der 1500-Einwohner-Gemeinde ist, ist unklar und nebensächlich, ein gewisser Bekanntheitsgrad ist dem ORF-Mann aber gewiss. Wie viele Menschen zuvor hat die Strahlkraft der Formel 1 auch Hausleitner und Wurz ins Rampenlicht gestellt.
Mystische Welt
Seit zehn Jahren hat Ernst Hausleitner jeden Grand Prix vor Ort miterlebt – zunächst im Team von Reporter-Legende Heinz Prüller ("Er hat die Formel 1 zu etwas Mystischem und Faszinierendem gemacht. Davon profitieren wir heute noch"), seit 2009 als Chefkommentator.
Neben Schumacher, Alonso, Vettel interviewte Hausleitner auch Alexander Wurz, der sich bis 2007 bei 69 Grands Prix in der Formel 1 im Kreis drehte und dabei drei Mal auf dem Podest zu stehen kam. Während die Formel-1-Cockpits für Wurz fortan besetzt waren, öffnete sich die Kommentatorenkabine. Dort sitzt man fast zwei Stunden auf engstem Raum nebeneinander, es schadet also nicht, wenn man sich auch abseits von Reifenmischungen und Durchfahrtsstrafen etwas zu erzählen hat. Wurz und Hausleitner sind befreundet. "Nachteil ist das keiner", meint Letzterer, "weil wir spontan und persönlich aufeinander eingehen können."
Charmant wirkt das meistens, übertrieben selten, peinlich nie. Und die Vorbereitung dafür? "Die findet am Abend an der Hotelbar statt", scherzt Wurz. Hausleitner schmunzelt: "Die Nominierung ist bereits eine Anerkennung für unsere Arbeit. Ich blicke dem 26. April mit Freude und Stolz entgegen."
Bernie Ecclestone vermutlich nicht. Dem wird ab 24. in München der Prozess wegen Bestechung gemacht.
Kommentare